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Ausgabe Nr. 05/2024 vom 30.01.2024, Fotos: Instagram, gepa
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Mit ihrem Pferd „Ulan“.
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Abschalten beim Traktor-Fahren.
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Hütter siegte in Zauchensee (S).
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Die Athletin mit ihrem Vater Karl.
Das steirische Schi-Ass Conny Hütter verrät: „Mein Pferd ist oft bös auf mich“
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Cornelia Hütter, 31, verbuchte zuletzt in Zauchensee (S) den ersten Heimsieg unserer Schi-Damen seit sieben Jahren.
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Frau Hütter, mit einem Sieg und drei weiteren Podestplätzen sind Sie heuer trotz Ihres Ausfalles in Cortina (I) enorm stark unterwegs. Was macht Sie derzeit so schnell?

Ich profitiere von einer guten, verletzungsfreien Vorbereitung und wie es so schön heißt, wenn‘s läuft, dann läuft‘s eben. Außerdem geht mit jedem Teilerfolg, den ich verbuche, auch eine bessere Einstellung und Körpersprache einher, egal, ob du Schifahrerin oder Managerin bei einem Wirtschaftsunternehmen bist. In der Sportwelt muss du dir ebenso eine Körpersprache erarbeiten, bei der sich die anderen denken: Wahnsinn, was ist das für eine wundervolle Ausstrahlung? Ich denke, dass ich so eine jetzt zeige.

Sie haben an Muskelmasse zugelegt, spielt das auch eine Rolle?

Das hilft sicher. Masse ist in der Abfahrt vor allem in den Gleitpassagen immer gleich Geschwindigkeit. Leider werde ich im Laufe einer Saison oft um bis zu fünf Kilo leichter. Natürlich musst du aber in den Kurven auch mit dem neu antrainierten Gewicht umgehen können, es ist also eine Gratwanderung. Deswegen lag unser Fokus vor allem auf qualitativ hohen neuen Muskeln und Kraftkammereinheiten statt Ausdauer- und Intervalltraining.

Sind Sie eine Ordnungsfanatikerin? Es wird berichtet, dass vorm Renntag Ihre Sache immer perfekt hergerichtet sein müssen …

Überhaupt nicht, ich bin von der Persönlichkeit her eher chaotisch veranlagt, schon als Kind hat die Mama oft gesagt, räum dein Zimmer z‘samm. Während es in meinem sonstigen Leben durchaus viel Chaos gibt, nehme ich es mit meinen Schisachen immer recht genau. Ich will am Tag vorm Rennen meinen Rucksack immer stets genau gleich gepackt haben, damit ich ihn in der Früh nur noch nehmen muss, denn ich bin nicht so der Morgenmensch.

Also eher ein Morgenmuffel?

Ja, die erste halbe Stunde muss ich immer erst wach werden, da rede ich nicht viel. Ich trinke jeden Tag in der Früh gleich nach dem Aufstehen einen halben Liter reines Wasser, öffne vielleicht auch ein Fenster oder gehe ins Freie, das macht mich munter.

Worauf legen Sie bei der Ernährung wert?


Ich bin der Meinung, dass wir Lebensmittel essen sollten, die aus der Region kommen. Ich und mein Papa Karl betreiben daheim in Kumberg (Stmk.) eine Hobby-Landwirtschaft mit Hochlandrindern, Schweinen und Hühnern. Dort habe ich das Privileg, Eier und Fleisch immer frisch beziehen zu können, das Gemüse stammt vom Garten meines Opas. Ich will kein Essen, das um die halbe Welt geflogen ist und wo eh schon alle Nährstoffe draußen sind.

Wenn Sie daheim sind, machen Sie Heu, misten den Stall aus und fahren Traktor?

Für mich ist klar, dass ich dann im Stall mithelfe. Außerdem haben wir auf unserem kunterbunten Bauernhof Pferde und Ponys, mein eigener großer Araber-Haflinger-Mischling „Ulan“ ist im Sommer mein Trainingspartner. Oft gehe ich eine Runde laufen und nehme ihn mit, wie andere mit ihrem Hund Gassi gehen.

Wie wichtig sind die Vierhufer für Ihr Leben?

Sehr, ich lebe mit Pferden, seit ich sieben Jahre alt bin und vor zwei Jahren ist jenes gestorben, mit dem ich aufgewachsen bin. Ich habe sehr darum getrauert. Für mich sind Pferde der perfekte Gegensatz zur Arbeitswelt, jener andere Teil des Lebens, den ich auch brauche. Selbst wenn ich nicht mit ihnen reden kann, merke ich, wie wir uns verstehen. War ich ein Monat lang nicht daheim, dann spüre ich beim Nachhausekommen, dass mein Pferd fast ein bissl böse auf mich ist, weil ich es so lang alleine gelassen habe. Ich kann ihm ja nicht sagen, dass ich bei den Rennen weg bin, um zu arbeiten.

Wie gut sind Sie schon auf der steirischen Harmonika?

Ich habe das Spielen darauf während der Corona-Pandemie erlernt, ein paar Lieder gehen bereits. Es ist aber ein äußerst komplexes Instrument, hat Knopferl auf beiden Seiten und ist für die rechte Gehirnhälfte extrem fordernd. Ich spiele es vor allem, um meinen Kopf damit zu trainieren. Kreuziger
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