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Ausgabe Nr. 04/2024 vom 23.01.2024, Fotos: Thomas Hude, Thomas HudeThomas Hude
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Auf 800 Quadratmeter können Golfer in Klagenfurt die Winterpause im „Solid Golf“ überbrücken
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In angenehmer Atmosphäre lässt sich‘s bei einem Getränk über den perfekten Schwung philosophieren.
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Günstig und wetterfest auf den schönsten Plätzen golfen.
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Golfplätze auf der ganzen Welt bespielen, unabhängig von Wind und Wetter. Das geht in Klagenfurt (K), für jeden leistbar und ohne Reisestress. Die größte Innen-Golfanlange unseres Landes, „Solid Golf“, ermöglicht auf fast 300 naturgetreu simulierten Golfplätzen den Abschlag.
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Mir ist bisher im Winter immer ein bisserl der Schwung verloren gegangen“, sagt Ewald Schurian. Na ja, mit Antriebslosigkeit haben viele in den dunklen und kalten Wintermonaten zu kämpfen, mag sich mancher denken. Doch da der 64jährige auf einem Stück Kunstrasen steht und mit einem Schläger weit ausholt, ist schnell klar, dass Schurian einen anderen Schwung meint.
Als er den Schläger durchzieht und den kleinen weißen Ball vor sich trifft, schießt er wie ein Strich ab und fliiiiiegt – ein paar Meter weit. Dann trifft er auf eine Art Leinwand und plumpst wie ein toter Zaunkönig zu Boden. Was sich unspektakulär liest, begeistert Golfer. Denn die können nun auch im Winter ihrer Leidenschaft frönen. In Klagenfurt (K) wurde im November die größte Innen-Golfanlage in unserem Land eröffnet.

Gespielt wird auf Kunstrasen und ein Computer berechnet die Landung.

„In neun Abschlagboxen, eine Box ist 25 Quadratmeter groß, kann nun das Handicap (damit werden die unterschiedlichen Spielstärken der Golfer verglichen) verbessert oder überhaupt erst mit dem Golfen angefangen werden.

Das Indoor-Golfen eignet sich für Kinder, Erwachsene, Anfänger oder Profis, es ist wirklich für jeden gedacht, der auch im Winter den Schläger nicht im Schrank lassen möchte“, erklärt die „Solid Golf“-Hallenleiterin Sophie Kaltenecker, 22. Gespielt wird auf Kunstrasen und auf großen Leinwänden. Sensoren sind, sobald der Golfball auf die Leinwand auftrifft, dann dafür zuständig, den Ballflug zu messen und im Anschluss errechnet ein Computer die Landung.

Gerade diese Technik findet Golfer Schurian ideal. „Das Spiel wird realistisch dargestellt. Das bringt einen riesigen Vorteil zum Ausmerzen von Fehlern. Es wird genau angezeigt, wie der Schwungpfad ist, wie ich den Ball getroffen habe und in welchem Grad der Ball fliegt. So viele Daten gibt es beim Spiel in freier Natur nie. Der Nachteil ist allerdings, dass die Bewegung fehlt. Die ist halt unschlagbar beim Golfen im Freien. Ich spiele im Sommer dann immer im Golfclub in St. Georgen am Längsee (K)“, erzählt der Pensionist, der bereits seit 24 Jahren den Schläger schwingt. Damit den Spielern nicht fad wird, können sie sich auf 290 simulierten Golfplätzen austoben. Daten wie Ballgeschwindigkeit, Treffgenauigkeit und natürlich die Länge, wie weit der Ball geflogen ist, werden gemessen und auf der Leinwand angezeigt.

„Am beliebtesten am Simulator ist der St. Andrews Old Course in Schottland, der berühmteste Golfplatz der Welt. Dort ist es nahezu unmöglich, einmal zu spielen, weil dieser Platz drei Jahre im Voraus ausgebucht ist“, erklärt Daniel Tippler.

Der 26jährige ist bei der Innen-Golfanlage für die Technik sowie die Einschulung der Golfspieler zuständig. Äußerst begehrt fürs Golftraining sind aber auch der Pebble Beach Golf Links in Kalifornien oder der Golf Club Gut Murstätten in Oedt (Stmk.), der einzige heimatliche Golfplatz im Simulator, bei dem die Spieler ihr Handicap verbessern können.

Mit Spiel- und Minigolf-Programmen werden auch Nicht-Golfer gut unterhalten.

Neben Einzel- und Gruppentraining werden auch Schnupperkurse, Platzreifekurse sowie Schwung- und Puttanalysen angeboten. Pro Box und Stunde werden
€ 45,– verrechnet, ab 16.00 Uhr € 50,–. „Bis zu acht Golfer können in einer Box spielen, meist kommen aber Gruppen zu viert. Außerdem gibt es die Möglichkeit, mit einem Golftrainer zu spielen, das kostet dann € 95,– pro Box und Stunde“, erklärt Kaltenecker.

Doch auch für Nicht-Golfer ist die hochmoderne Anlage, die täglich von 9.00 bis 22.00 Uhr geöffnet ist, bestens geeignet.
„Die Simulatoren verfügen auch über Spiel- und Minigolf-Programme für Kinder und Nicht-Golfer. Koordination und Ballgefühl können dadurch spielerisch erlernt werden, denn Schlag und Schwung werden wie im Freien umgesetzt. Wir bieten einen Basis-Kurs mit sechs Stunden um € 450,– an. So kann sich jeder optimal vorbereiten. Wir haben auch Leih-Sets, damit man sich als Anfänger nicht gleich komplett eindecken muss“, sagt Tippler. „Da auch keine Mitgliedschaft in einem Golfclub erforderlich ist, ist es auch günstiger, hier zu spielen“, sagt Ulrike Stranner. Und die Golf-Anfängerin sieht einen weiteren Vorteil. „Ich bin zwar gerne in der Natur draußen, aber unter Dach brauche ich mir übers Wetter keine Gedanken machen, was praktisch ist“, fasst die 58jährige die Vorteile der Indoor-Anlage zusammen.

„Ich habe zwar das unterste Handicap von 54, vor einem halben Jahr habe ich erst die Platzreife gemacht, aber mit regelmäßigem Training in der Halle bin ich überzeugt, dass ich bald mit Tiger Woods mithalten kann“, meint Stranner. Worüber sie selbst herzlich lachen muss, ist Woods doch einer der erfolgreichsten Golfspieler der Sportgeschichte, der angeblich schon im Alter von 13 Jahren Handicap 0 hatte.
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