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Ausgabe Nr. 04/2023 vom 24.01.2023, Foto: ARD Degeto/Stefan Erhard
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Freddy (Oliver Wnuk) erzählt den Kindern spannende Neuigkeiten.
Oliver Wnuk: „Vater sein ist nicht schwer“
Schon als Kind wollte er Schauspieler werden, „bis ich umfalle“. Oliver Wnuk wurde auch Autor, die Drehbücher für die erfolgreiche Reihe „Das Leben ist kein Kindergarten“ stammen von ihm. Weniger Glück hatte der liebevolle Vater als Mann von Yvonne Catterfeld.
Herr Wnuk, Sie sind nicht nur der Hauptdarsteller der Reihe „Das Leben ist kein Kindergarten“, sondern auch der Drehbuchautor. Was brachte Sie auf die Idee, in der neuen Folge „Vaterfreuden“ Ihren Filmvater an Demenz erkranken zu lassen?
Das hat einen ernsten Hintergrund. In meiner Familie gab es einige Alzhei-merfälle. Das löste bei mir mit zunehmendem Alter eine unbestimmte Angst aus, auch irgendwann meine Gedanken, meine Geschichte, meine Identität zu verlieren. Das Thema war für mich also recht naheliegend.

Worauf haben Sie in dem Film den Schwerpunkt gelegt?
Auf den Abschied zwischen Vater und Sohn. Und darauf, wie es sich möglich machen lässt, in Würde zu altern. Die vielleicht wichtigste Frage dabei ist: Wie lange schafft es die Familie, den Großvater zu pflegen? Und wann stößt sie an ihre Grenzen?

Für einen Unterhaltungsfilm ist das aber schwere Kost …
Keine Sorge. Dieses Leiden bietet genügend dramaturgische Möglichkeiten, um das Publikum zum Schmunzeln zu bringen. Selbstverständlich auf geschmackvolle, dezente Weise. Nicht mit dem Holzhammer. Obwohl einmal auch ein Tortenstück im Gesicht der Schwiegermutter landet (lacht).

Sind Sie lieber Schauspieler oder Schriftsteller?
Als Autor ist meine Freiheit im Grunde grenzenlos. Für einen freiheitsliebenden, phantasievollen Menschen wie mich ist das herrlich. Aber als Darsteller kann ich erdachte Figuren noch unmittelbarer zum Leben erwecken. Und die Schauspielerei war schon in meiner Kindheit mein Traumberuf. Seitdem ich mit zehn Jahren bei einer Schultheater-Aufführung das erste Mal auf der Bühne stand, wusste ich: Das will ich machen, bis ich umfalle.

Und was sagten Ihre Eltern?
(lacht) Sie waren nicht ganz so begeistert. Etwas Sicheres wäre ihnen lieber gewesen. Aber sie haben meinen Berufswunsch auch nicht torpediert. Ich konnte mich immer auf ihre Unterstützung verlassen.

Nach 14 glücklichen Jahren haben Sie sich 2021 von Ihrer Frau und Kollegin Yvonne Catterfeld, 43, getrennt. Was war der Grund?
Es war eine Trennung im Guten. Wir waren zwar noch ein Paar, aber eben kein Liebespaar mehr. Doch das Wissen, dass sich allein schon wegen unseres Sohnes Charlie, 8, unsere Wege ein Leben lang kreuzen werden, gab uns beiden ein gutes Gefühl.

Aus einer früheren Beziehung haben Sie auch noch die Tochter Amelie. Wie gut sind Sie als Vater?
Das müssten eigentlich meine Kinder beantworten. Ich hoffe klarerweise, dass ich dabei hervorragend abschneiden würde. Auf alle Fälle gebe ich mein Bestes, um ein guter Papa zu sein. Und das fällt mir leicht, denn ich liebe die beiden über alle Maßen. Den alten Spruch „Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr“ halte ich für falsch. Was soll daran schwer sein, sich um die Menschen, die man auf der Welt am meisten liebt, bestmöglich zu kümmern und immer für sie da zu sein?

„Das Leben ist kein Kindergarten“
Freitag, 27.1., 20.15 Uhr, Das Erste
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