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Ausgabe Nr. 02/2023 vom 10.01.2023, Fotos: zVg
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Ein Spektakel wird die Nacht der Ballone, wenn die Luftgefährte im Walzertakt tanzen.
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Die Farben und Formen der Ballone lassen staunen.
Über die Alpen mit heißer Luft
Die Dachstein-Alpentrophy jährt sich heuer zum 30. Mal. Teams aus ganz Europa werden ab 14. Jänner von Gosau (OÖ) aus mit ihren bunten Luftgefährten den Himmel verzieren.
Ballonfahrten im Winter haben ihren besonderen Reiz. Nur in dieser Jahreszeit sind ausgedehnte Alpenfahrten mit Passagieren möglich, die im Sommer nicht durchführbar wären“, sagt Gottfried Koller. So lud der Gastwirt und selbst begeisterter Ballonfahrer im Jänner des Jahres 1993 Aeronautiker aus aller Herren Länder ein, um im Gosautal (OÖ) Ballon zu fahren. Das war die Geburtsstunde der Dachstein-Alpentrophy.

In diesem Jahr feiert die Veranstaltung, die von Koller, Jörg Hoffmann, Marian Stermschegg und der damaligen Staatsmeisterin Heidrun Prosch „in ziemlicher Ahnungslosigkeit“ ins Leben gerufen wurde, ihr 30jähriges Jubiläum.

„Ideale Voraussetzungen für die Ballonfahrt sind geringe Bodenwinde und ein kräftiger Höhenwind, der Fahrten von einigen hundert Kilometern ermöglicht. All das haben wir hier im Winter“, sagt der Veranstalter. „Dank tatkräftiger Mithilfe der Gosauer Bevölkerung, unserer Bauern, der Gemeinde und den Liftbetreibern hat sich die Dachstein-Alpentrophy etabliert und wurde zu einem Glanzlicht im Salzkammergut-Winterkalender.“

Heute zählt die Gosauer Veranstaltung zu den international am besten besuchten Ballonveranstaltungen für Spitzenfahrer aus dem europäischen Raum und in der Aeronautik-Familie ist es zur liebgewonnenen Tradition geworden, mit diesem Ballontreffen das neue Jahr zu eröffnen.

„Von hier wird gestartet“, meint der 64jährige Koller, der auf einer großen Wiesenfläche steht, die sich nahe des Einkaufszentrums in Gosau befindet. „Das schaut schon beeindruckend aus, wenn hier zwischen 20 und 30 Ballone in den Himmel steigen.“

Was, entgegen der laienhaften Vermutung des Streifzüglers relativ rasch geschieht. Die inklusive Korb, Brenner und natürlich Ballonhaut 400 bis 600 Kilo schwere Ausrüstung ist nach Angaben Kollers in etwa 20 bis 30 Minuten aufgebaut.

„Weitere fünf bis zehn Minuten benötigt es, bis mit einem Ventilator Luft in den Ballon geblasen und mit einem Gasbrenner erwärmt wird.“ Wer zwar viel redet, aber wenig sagt, der produziert „heiße Luft“, wird gemeinhin behauptet. Was der heißen Luft Unrecht tut, denn die kann ordentlich kräftig sein. „Ein Ballon kann je nach Größe bis zu zehn Personen im Korb transportieren. Mit dem Eigengewicht sind das zwischen 1.300 und 1.500 Kilo“, sagt Gottfried Koller.

Aus dem Ballon den Dachstein von oben bewundern

Natürlich gibt es während der gesamten Veranstaltungswoche Mitfahrgelegenheiten mit einem Heißluftballon (350,– Euro pro Person). „Die Alpenballonfahrt beginnt beim gemeinsamen Aufrüsten des Ballons und dauert bis zur Heimkehr und feierlichen Ballontaufe von 9 bis 14 Uhr“, sagt der Veranstalter. „Auch Kinder ab einer Körpergröße von 120 Zentimetern können mitfahren. Darunter macht es wenig Sinn, weil sie sonst nicht über den Rand des Korbes sehen.“ Neben einem Fotoapparat ist den Gästen warmes Schuhwerk und warme Kleidung angeraten, denn die Winterluft da oben kann kalt sein, sehr kalt. Wenn die Höhenwinde den Ballon von Norden nach Süden tragen, ist es gut möglich, dass der Gipfel des Dachsteines von oben zu bewundern sein wird. „Der Mindestabstand zum Gipfel muss 300 Meter sein. Somit gleiten wir dann in 3.300 Metern Seehöhe dahin.“

Wem die Luft dort oben zu dünn ist, bekommt Sauerstoff. Der gehört zur vorgeschriebenen Ausrüstung, wie auch ein Höhenmesser und ein Transponder. „Mit diesem Gerät wird ein Ballon am Radar der Flugsicherung sichtbar“, erklärt Koller.

Gesteuert wird mit dem Wind. Um zu wissen, wie der weht, werden von den Piloten exakte Wetterinformationen vom Flugwetterdienst abgefragt. Zu wissen, wohin es geht, ist nicht nur für die Ballonfahrer wichtig. Denn in den seltensten Fällen landet ein Ballon dort, wo er gestartet ist. „Daher gibt es die sogenannten Verfolger. Ein Auto, das sich ebenfalls auf der Route des Luftgefährtes am Boden bewegt, um nach der Landung sowohl Personen wie auch Gerätschaft aufzu-
nehmen.“

„Nacht der Ballone“ für jene, die lieber am Boden bleiben

Wer lieber am Boden bleibt, für den ist die Dachstein-Alpentrophy trotzdem eine Reise wert. Vor allem am 18. Jänner, wenn die Ballonfahrer die „Nacht der Ballone“ auf dem Gelände der Hornspitzlifte zelebrieren. Ab 18 Uhr werden die Heißluftballone im Kollektiv den Nachthimmel erhellen. Beleuchtet tanzen die sanften Giganten knapp über dem Boden im Walzertakt, dirigiert von einer interessanten Lichtchoreographie. Das Programm garantiert mit Schmankerln, Punschständen und Musik einen unterhaltsamen Abend.
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