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Ausgabe Nr. 46/2022 vom 15.11.2022, Foto: 31Media GmbH/Ben Fuchs
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„Guten Appetit, meine Liebe“: 50 Rezepte machen Lust auf „heiße Küche“ (ZS Verlag).
Fritz Karl: „Brot mit Butter zu bestreichen, kann unglaublich sexy sein“
Das Schauspiel-Paar Elena Uhlig und Fritz Karl kocht aus Lust und purer Freude am Genuss.
Chérie, reichst du mir bitte die Butter und den Schnittlauch“, flötet der Hobbykoch „Frédéric“ seiner temperamentvollen Sous-Chefin „Éléne“ ins Ohr, während er inbrünstig das Fleischmesser schleift.

„Hot Cuisine“ heißt das Format auf dem Instagram-Kanal der Schauspielerin Elena Uhlig, 47. Dort serviert sie als quirlige „Éléne“ einfache, leicht nachzukochende Rezepte gemeinsam mit „Frédéric“. Den verkörpert ihr Lebensgefährte, der Schauspieler Fritz Karl, 54. Die heitere Küchen-Romanze des Paares gibt es nun auch als Kochbuch mit 50 Rezepten. Darüber und wie es Elena Uhlig und Fritz Karl im wirklichen Leben mit Essen und Genießen halten, haben wir mit dem humorvollen Schauspieler-Paar gesprochen. Er nennt sie „die Uhlig“, für sie ist er der „Herr Karl“.

Frau Uhlig und Herr Karl, war es bei Ihnen – so wie bei Éléne und Frédéric auch Liebe auf den ersten Bissen? Erinnern Sie sich noch an Ihr erstes gemeinsames Mahl?
Fritz Karl: Unser erstes Rendezvous hatten wir in einem Hamburger (D) Hafen-Restaurant. Was ich dort gegessen habe, weiß ich nicht mehr. Ich war abgelenkt, weil ich fasziniert auf die Uhlig geachtet habe – und auf eine Spinne. Die hat sich an einer Haarsträhne auf- und abgeseilt. Ich war mir nicht sicher, ob ich sie darauf aufmerksam machen sollte. Ich wollte sie nicht erschrecken.

Elena Uhlig: Du hast mich nicht darauf aufmerksam gemacht.

Karl: (lacht) Nein, weil sich die Spinne ohnehin nach einer Weile verzupft hat.

Konnten Sie trotz dieser Ablenkungen einen Eindruck voneinander gewinnen, nach dem Motto, „Zeige mir, wie du isst, und ich sage dir, wie du bist“?
Uhlig: Uns war auf den ersten Blick klar, dass wir die Figur sicher nicht halten werden, weil wir beide Genussmenschen sind. Wobei ich sagen muss, dass ich nie einen Mann wollte, der sich von Salatblättern ernährt und der mit Kochen nichts am Hut hat. In Düsseldorf habe ich in „Roberts Bistro“ als Kellnerin gearbeitet. Robert Hülsmann war eine Koryphäe. Er hat mit Leidenschaft auf Sterne-Niveau gekocht – und meinen Gaumen verdorben (lacht). Essen ist für mich schon immer etwas Besonderes. Ich fände es also sehr schlimm, wenn der Herr Karl nicht in der Lage wäre, ein Spiegelei in die Pfanne zu hauen.

Da hatten Sie ja Glück, Herr Karl. Dem Kochbuch zufolge können Sie weit mehr als ein Spiegelei zubereiten. Woher rührt Ihre Koch-Lust?
Karl: Weil ich, wie die Uhlig sagt, gerne esse. Und Kochen entspannt mich. Es gibt für mich nichts Gemütlicheres, als mit und für die Familie zu kochen und zu besprechen, was wir essen wollen. Außerdem hatten meine Eltern einen Gasthof, in dem meine Mutter gekocht hat.

Uhlig: Wir laden auch gerne Freunde zum Kochen ein, das hat was Geselliges.

Warum haben Sie sich für die französische Küche entschieden?
Karl: Wir wollten uns der Kochkunst mit einem Augenzwinkern nähern und haben Éléne und Frédéric erfunden, die das perfekt können. Butterbrot, Essigwurst und Maurerforelle ins Französische zu übersetzen, hat Witz und Charme, etwas Zwischenmenschliches, bisweilen Erotisches. Eine Scheibe Brot mit Butter zu bestreichen, kann unglaublich sexy sein.

Uhlig: Wer sehen möchte, wie aufreizend und hingebungsvoll Frédéric Butter aufs Brot schmiert, dem gelingt das per QR-Code, der direkt zum Video führt. Was mittels Smartphone bei allen Rezepten möglich ist. Im Buch verbindet sich die analoge mit der digitalen Welt und macht Lust auf Kochen und Genießen.

Was halten Ihre vier Kinder, Emil, 15, Gustav, 12, Frida, 7, und Hedda, 4, von den elterlichen Kochkünsten? Wie schwierig ist es, den Geschmack aller zu treffen?
Uhlig: Die Kinder finden es herrlich, wie und was wir kochen. Natürlich schauen wir darauf, dass es uns allen schmeckt. Wenn die Kinder einmal nicht so begeistert sind, weil wir etwas Neues ausprobiert haben, dann sind immer genug Beilagen da.

Worauf legen Sie bei den Küchen-Werkzeugen Wert?
Karl: Neben dem Brot-, Fleisch- und Fischfiletier-Messer ist der Messerschleifer das Allerwichtigste, denn eine scharfe Klinge ist unerlässlich. Weiters verwende ich nur Eisenpfannen. Ich habe alle Teflon-Pfannen aussortiert, weil sie umweltbelastend und krebserregend sind. Wenn man Eisenpfannen richtig handhabt, also mit Erdäpfeln und heißem Fett einbrennt, kann man darin ebenso gut kochen wie in beschichteten Pfannen.

Uhlig: Ein Pürierstab, der alles kann, ist für mich das Wichtigste. Ich kaufe gerne Küchen-Utensilien, Herr Karl kommt mit weniger aus.

Sie sind seit 16 Jahren ein Paar. Welches Rezept würde Ihre Beziehung beschreiben?
Karl: Da müssen wir schon ein ganzes Menü zusammenstellen. Weil Humor für uns wichtig ist, passt die Maurerforelle als Vorspeise, danach eine einfache Fischsuppe.

Uhlig: Für die Jause nehmen wir Butteraufstriche, die entsprechen dem Fettgehalt in unserem Leben. Butter darf bei uns nie fehlen.

Karl: Bei der Hauptspeise gehen wir getrennte Wege, die Uhlig bevorzugt Miesmuscheln, ich ein schönes Steak.

Uhlig: Bei einem verführerischen Mousse au Chocolat treffen wir uns bei der Nachspeise wieder und sind verliebt wie am ersten Tag.
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