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Ausgabe Nr. 46/2022 vom 15.11.2022, Foto: Harald Stampfer/wenschitz.at
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Der imposante Schokobrunnen misst exakt 12,7 Meter.
Im Haus, in dem die Schokolade fließt
Weltrekord ist der Schokobrunnen von Helmut Wenschitz, den der Chocolatier in seiner Pralinenwelt in Allhaming (OÖ) präsentiert. Gefüllt ist das fast dreizehn Meter hohe Gebilde mit 1.500 Kilo flüssiger Schokolade. Aber der Schokobrunnen ist nicht der einzige Grund für einen Besuch in der Pralinenwelt.
Der süßeste Wasserfall unseres Landes fließt in der kleinen Gemeinde Allhaming (OÖ), die nicht gerade für extremes Gefälle bekannt ist. Was auch gar nicht notwendig ist, denn das treppenförmige Gebilde aus Nirosta wurde in 2.700 Arbeitsstunden von Menschenhand erbaut. Über die einzelnen Stufen fließt aber kein Wasser, sondern die süßeste Versuchung seit der Entdeckung der Kakaobohne. Mit 1.500 Kilo flüssiger Schokolade ist der Schokobrunnen des Pralinenerzeugers Helmut Wenschitz gefüllt, der mit einer Höhe von fast dreizehn Metern auch der höchste der Welt ist.

„Der bisherige Rekordhalter befindet sich in Las Vegas (USA) und ist fast vier Meter kleiner“, sagt der Oberösterreicher, der das Kunstwerk im Jahr 2018 beim Bau seiner Pralinenwelt errichten ließ. „Es war ein schwieriges Unterfangen. Wir mussten erst einmal jemanden finden, der die Konstruktion erstellt. Und dann galt es, die richtige Schokolade zu finden und auch die passende Temperatur.

Ist die Schokolade zu warm, plätschert sie hinunter wie ein Wasserfall. Als wir den ersten Prototyp in Betrieb nahmen, ist uns die Schokolade nur so entgegengeschossen, dass wir sie am Ende vom Boden schaufeln mussten“, meint der 57jährige lachend. Am Abend der Eröffnung der Pralinenwelt im Jahr 2019 wurden die exakt 12,7 Meter Höhe des Schokobrunnens von Guinness World Records offiziell als Weltrekord bestätigt.

Schokolade von der seltensten Kakaobohne der Welt
Ist der Schokobrunnen der Blickfang, hat Wenschitz‘ süße Erlebniswelt, die über mehr als 1.000 Quadratmeter und drei Etagen führt, doch viel mehr zu bieten. Sie ist sozusagen die Bühne, auf der der umtriebige Maître Chocolatier zeigt, was mit Schokolade alles möglich ist. „Es beginnt mit der Geschichte des Kakaos, wir zeigen alle Verarbeitungsstufen bis hin zur fertigen Praline.“ Die Besucher sind nicht auf eine Führung angewiesen, sondern bekommen ihre Informationen über großflächige Monitore präsentiert. Zu einem umfassenden Erleben gehört natürlich auch die Anregung der Sinne. So dürfen im Duftuniversum Gerüche erraten werden und die Besucher stoßen auf ihrem Rundgang immer wieder auf Kostproben, wie etwa Behältnisse mit Schokostücken mit unterschiedlichen Kakaoanteilen.

Was im Jahr 1890 mit einer kleinen Bäckerei seines Urgroßvaters begann, hat mit der Pralinenmanufaktur des Konditor- und Bäckermeisters, der auch einer der wenigen Schokoladen-Sommeliers in Europa ist, seinen einstweiligen Höhepunkt gefunden.
Mehr als 80 verschiedene Pralinen-Sorten erzeugt Wenschitz in seinem Betrieb. „Frischpralinen“, betont er. „Der Unterschied liegt darin, dass wir ausschließlich frische Zutaten wie frisches Schlagobers, frische Butter und natürlich die verschiedensten Kakaobohnen verwenden“, unterstreicht der Chef die hervorragende Qualität seiner Produkte. Schokostücke in Tafelform, Trinkschokolade, Bruchschokolade, saisonale Köstlichkeiten und Süßes für besondere Anlässe, Mozartkugeln oder persönliche Logopralinen runden das Sortiment neben den Frischpralinen ab. In unserem Land einzigartig, verarbeitet Helmut Wenschitz die seltenste Kakaobohne der Welt.

„Die Pure Nacional galt als ausgestorben. Durch Zufall wurden in einer Schlucht in Peru (Südamerika) einige dieser Kakaobäume entdeckt, die sich erhalten haben und dort gedeihen.“ Also machte er sich auf den Weg in das Andenland und knüpfte Freundschaft mit den ansässigen Bauern. „Wir haben ein besonderes Projekt begonnen und bezahlen die Kakaobauern weit über den Fairtrade-Standards.“ Was ihm aktuell ermöglicht, eine Tonne der Pure Nacional zu importieren. Ihre komplexen fruchtigen und blumigen Aromen und der leicht nussige Geschmack entfachen ein einmaliges Feuerwerk am Gaumen der Genießer.

Doch der bodenständige Unternehmer weiß, dass auch das beste Produkt von Menschen verarbeitet werden muss. „Schlüssel zum Erfolg sind sicherlich auch meine mehr als 20 Mitarbeiter. Wir pflegen einen sehr guten Zusammenhalt. Ich habe heute noch Mitarbeiter, die ich seit der ersten Stunde beschäftige“, erzählt Wenschitz, der die Zufriedenheit und Harmonie seiner Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen hochhält.

Dass er seinem Personal vertraut, zeigt sich auch in der Tatsache, dass Besucher der Pralinenwelt (Eintrittspreise zwischen € 6,– und € 11,50) den Könnern bei der Fertigung der runden Köstlichkeiten über die Schulter schauen dürfen.
Und wer dabei Appetit bekommt, hat an der Frische-Theke im Laden eine große Auswahl. Etwa eine Selektion feinster Nougat-Truffes und Nougat-Pralinen mit zartschmelzender Füllung in den Geschmacksrichtungen Nougat, Piemonteser, Walnuss Weiß, Walnuss Milch, Nougat-Orange, Krokant, Knusper-Nougat, Macadamia-Waffel, Duo Nougat, Nougat Herzerl und Pecanuss (25 Stück/€ 24,10), oder eine feine Auslese in einer Geschenkbox (16 Stück/€ 19,90).
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