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Ausgabe Nr. 44/2022 vom 01.11.2022, Foto: africa-studio.com (Olga Yastremska and Leonid Yastremskiy)
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Ob grob gewürfelt als Salat (u.), fein geschnitten als Chips oder gepresst als Saft – die Rote Rübe gewinnt wieder zunehmend an Beliebtheit.
Wunderknolle des Winters
Ob frisch vom Feld, aus der Dose oder eingelegt im Glas – die Rote Rübe gibt es in verschiedenen Sorten und Geschmäckern. Sie ist immer ein Genuss. Das gesunde Wintergemüse ist zudem voll mit Inhaltsstoffen, die unser Körper in der kalten und lichtarmen Zeit gut brauchen kann.
Der Herbst taucht nicht nur die Landschaft in unterschiedliche Farbtöne. Er verwöhnt uns auch auf dem Teller mit seiner Buntheit. Denn in den frostig-feuchten Monaten haben viele Gemüsearten Hochsaison.
So auch die Rote Rübe, deren Haupterntezeit im Eferdinger Becken (OÖ) im Oktober beginnt und oft sogar bis Anfang Dezember andauert. Als perfektes Wintergemüse mit einem süßen, erdigen und vollmundigen Geschmack sind rote Rüben somit auch in den kältesten Monaten in vielen Hofläden saisonal erhältlich.

„Sobald das oberirdische Laub eingetrocknet ist und sein Grün verloren hat, holen wir die Roten Rüben aus der Erde. Insgesamt werden hierzulande etwa zehntausend Tonnen pro Jahr geerntet. Mehr als die Hälfte davon stammt aus unserer Region“, berichtet Ing. Stefan Hamedinger von der Landwirtschaftskammer Oberösterreich.

Ursprünglich war die Rote Rübe, im Volksmund auch „Rahne“ oder „Rauna“ genannt, als Wildgemüse im Mittelmeer-raum und in den asiatischen Steppengebieten beheimatet. Im Mittelalter wurde sie durch die Römer dann auch in unserem Land verbreitet, wo sie seit dem 16. Jahrhundert als Speisegemüse erfolgreich angebaut wird.
Das Fruchtfleisch der herkömmlichen Wildpflanze bestand damals aber noch aus einem weiß-gelblichen Gewebe. Erst durch jahrhundertelange Züchtungen bekam die Knolle ihre namensgebende, dunkelrote Farbe.

Kaum zu glauben, aber die zur Familie der Fuchsschwanzgewächse gehörende Rote Rübe ist mit Mangold und Spinat verwandt. „Daher kann sie auch als Ganzes verarbeitet werden. Und zwar von der Knolle über die Stängel bis hin zu den Blättern“, erklärt Stefan Hamedinger.

Die Knollen werden etwa zehn Zentimeter groß und 500 bis 600 Gramm schwer. Sie sollten allerdings nicht zu wuchtig sein, da sie sonst innen schnell holzig sind. „Ein Zeichen für Frische ist die glatte Oberfläche, ältere Knollen werden mit der Zeit schrumpelig“, weiß der Fachmann.
Doch nicht nur die rote Knolle, auch die Rübenblätter sind äußerst schmackhaft und gesund. Sie lassen sich roh im Salat, püriert in Cremesuppen oder auch gedünstet mit Paradeisern verzehren.

Die Knollen, Blätter und Stängel der Roten Rüben werden aber auch gerne als Saft, den es auch in Drogerien zu kaufen gibt, konsumiert. „Mir schmeckt er frisch gepresst mit einem Apfel und einer Karotte am besten. Und das im Idealfall jeden zweiten Tag“, verrät Stefan Hamedinger.
Die tief wurzelnden Pflanzen mit ihren dunkelgrün oder rötlich gefärbten Blättern bestehen zwar zu 87 bis 92 Prozent aus Wasser, doch sie enthalten reichlich Kohlenhydrate, vor allem Saccharose, also Zucker, was ihren typisch süßen Geschmack ausmacht. Beeindruckend sind aber auch die hohen Mengen an Mineralien, Vitaminen und Folsäure.

Rote Rüben regen daher die Blutbildung an, senken den Cholesterinspiegel und wirken harntreibend. Besonders wertvoll ist der rote Farbstoff Betanin. Er schützt vor Krebs und stärkt das Immunsystem gegen grippale Infekte in der kalten Jahreszeit. Vor allem im Winter sollten Rote Rüben daher regelmäßig auf dem Speiseplan stehen. Gekocht und mit Kren und Kümmel als Salat zubereitet, kennt sie wohl jeder. Auch roh geraspelt, mit Äpfeln und Orangen in Marinade, sind sie eine wunderbare Speise.
Die Zubereitung für einen köstlichen Salat, eine würzige Lasagne und ein Rote-Rüben-Tiramisu finden Sie ab Seite 52.

Sorten
Rote Kugel
Gleichmäßig runde, raschwüchsige und ertragreiche Rote Rübe mit glatter Haut und saftigem, dunkelblutrotem Fleisch.

Bernstein
Burgenländische Sorte mit leuchtend rot gefärbtem und festem Fleisch. Geschmacklich süß und aromatisch.

Chioggia
Rot-weiß geringelte Sorte aus Italien. Schmeckt im Vergleich zu den üblichen Sorten leicht süßlich und weniger erdig.

Rodina
Bewährte länglich-zylindrische Sorte mit blutrotem Fruchtfleisch von bester Qualität. Schmeckt extrem süß und saftig.

Weniger bekannt sind die farblose und hellgelbe Sorte, welche die Namen „Weiße Rübe“ oder „Gelbe Rübe“ tragen, aber dennoch den typischen Geschmack aufweisen.
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