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Ausgabe Nr. 44/2022 vom 01.11.2022, Foto: ORF/Mona Film/Barry Films/Stephan Burchardt/Stefanie Leo
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Brünhilde Blum (Anna Maria Mühe) bereitet eine Leiche für die Bestattung vor.
Anna Maria Mühe: „Wer der Täter war, ist mir egal“
Sie hat bereits in rund 80 Kino- und Fernsehproduktionen mitgewirkt. Denn wenn Anna Maria Mühe nicht arbeiten kann, ist sie nicht glücklich. Aktuell sehen wir die vielfach preisgekrönte Schauspielerin in der Krimi-Serie „Totenfrau“ nach dem Roman-Bestseller des Tirolers Bernhard Aichner.
Frau Mühe, aus der Reihe „Solo für Weiss“ kennen wir Sie als Kommissarin. In der Serie „Totenfrau“ spielen Sie nun eine Bestatterin, die selbst zu ermitteln beginnt, als sie erkennt, dass der Unfalltod ihres Mannes ein Mord war. Fühlen Sie sich künstlerisch so wohl im Krimi-Milieu?
Ja. Mich reizt dabei aber weniger die Verbrecher-Suche. Wer der Täter war, ist mir egal. Mich interessiert in erster Linie die Psychologie der an so einem Fall beteiligten Personen. Sowohl der Gesetzesbrecher, als auch der Gesetzeshüter. Was empfinden alle diese Menschen, was denken sie, was fühlen sie?

Sehen Sie gern Krimis?
Durchaus, auch wenn ich weiß, wer es war. Mein Blick geht auf die Charakterzeichnung der handelnden Personen. Wenn die spannend und vielschichtig aufgebaut ist, sitze ich gebannt vor dem Bildschirm.

Kannten Sie, ehe Sie die Rolle in „Totenfrau“ annahmen, die Kriminalromane des Tirolers Bernhard Aichner, 50?
Nein, aber ich bin eifrig dabei, dieses Versäumnis gutzumachen.

Sie besuchten nie eine Schauspielschule. Aber Ihre Eltern waren das früh verstorbene Schauspiel-Paar Ulrich Mühe und Jenny Gröllmann. Sind Ihr Können und Ihr Talent also eine Erbschaft?
Das kann ich nicht beurteilen. Was mir mein Vater und meine Mutter aber definitiv mitgegeben haben, ist die Geduld, die man in diesem Beruf haben muss.

Ihre Eltern starben beide innerhalb eines Jahres an Krebs, als Sie 21 Jahre alt waren. Wie weh tut es noch?
Sehr. Ihr Sterben hat bei mir eine tiefe Wunde hinterlassen. Es ist vielleicht ein bisschen eine Kruste darüber, aber die Wunde selbst bleibt. Der Schmerz verändert sich nur von Zeit zu Zeit.

Sie sind mittlerweile selber Mama. Aus der gescheiterten Beziehung mit dem Regisseur Timon Modersohn, 44, haben Sie eine zehnjährige Tochter. Sind Sie eine gute Mama?
Die beste, hoffe ich (lacht).

Sie sind 37 Jahre alt und haben bereits bei rund 80 Film- und Fernsehproduktionen mit-gewirkt. Bleibt Ihnen da genügend Zeit für Ihr Kind?
Ich weiß, dass ich nicht glücklich bin, wenn ich nicht arbeiten kann. Das wäre auch nicht gut für meine Tochter. Aber wenn es ihr schlecht ginge, würde ich sofort weniger arbeiten. Unser Verhältnis ist innig, sie ist meine Kraftquelle. Und ich hoffe, dass ich das auch für sie bin.

„Totenfrau: Im Reich der Toten“
Montag, 7.11., 20.15 Uhr, ORF1
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