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Ausgabe Nr. 36/2022 vom 06.09.2022, Foto: Starpix / picturedesk.com
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Simon Schwarz hat in jungen Jahren keine Rauferei ausgelassen.
Simon Schwarz: „Ich bin gern ein Verlierer“
Der Wiener Simon Schwarz stand bisher für rund 150 Kino- und Fernsehfilme vor der Kamera. Am liebsten spielt er gebrochene Figu-ren wie den behinderten Arzt in der „Eifelpraxis“.
Er gilt als einer der besten deutschsprachigen Schauspie-ler. Die Sensibilität seiner Darstellung und seine Wandlungsfähigkeit sind bereits legendär. Und wer war in Simon Schwarz‘ Buben- und Jünglingstagen sein angehimmeltes Idol und Vorbild? Sylvester Stallone. „Er hat mir einfach imponiert. Ich habe mich damals auch oft geprügelt“, erinnert er sich. „Ich war schnell, stark und meinte, so ließen sich Probleme am besten lösen.“

Spätestens als er die Pubertät besiegt hatte, wusste er es besser. Der am 10. Jänner 1971 in Wien geborene Sohn eines Theaterwissenschaftlers und einer Germanistin studierte Schauspiel, zuvor absolvierte er aber noch eine klassische Ballettausbildung. „Viele Kollegen kriegen einen Lachkrampf, wenn sie das hören“, sagt Schwarz, „dabei hatte das einen ernsten Hintergrund. Ich litt an ADHS – einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung. Dagegen waren die Ballett-Übungen ein bewährtes Mittel.“

Nach einigen Bühnen-Engagements landete Simon Schwarz dann rasch vor der Kamera, wo er bald – und bis heute – zu den meistbeschäftigten Darstellern zählt. Ein fixes Fach gibt‘s für ihn nicht, denn: „Ich lasse mich nicht festnageln.“
So spielte er etwa in der „Trautmann“-Krimireihe den Kieberer „Burschi“. Für den heimischen „Tatort“ wechselte er die Seiten und ist dort als Kleingauner „Inkasso Heinzi“ im Einsatz. In den bayerischen Verfilmungen der Rita-Falk-Kriminalromane mimt er den Detektiv „Birkenberger Rudi“, und in der „Eifelpraxis“ sitzt er als Landarzt im Rollstuhl.

Bis heute wirkte er in rund 150 Produktionen mit. „Eine Zeitlang bin ich pro Woche acht Mal im Flugzeug gesessen, um meine Drehtage abzuarbeiten“, gibt er leicht zerknirscht zu. „Mittlerweile bin ich meist mit dem Zug unterwegs. Wir haben nur eine Umwelt und die dürfen wir nicht zerstören.“ Welche Rollen er am liebsten spielt? „Ich bin gern ein Verlierer“, sagt er lachend. „Das sind die interessantesten Figuren.“

Aus einer gescheiterten Ehe hat Schwarz zwei Kinder, 27 und 22 Jahre alt. Seit 2012 ist er mit der Regisseurin Alexandra Makarova liiert. Eine „richtig große“ Hochzeit befindet sich in Planung.

„Die Eifelpraxis: Unter Druck“
Freitag, 9.9., 20.15 Uhr, Das Erste
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