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Ausgabe Nr. 35/2022 vom 30.08.2022, Foto: ZDF/Marc Meyerbroeker
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Christoph Maria Herbst: „Mit Mathe komm‘ ich auf keinen gemeinsamen Nenner“
Als widerlicher Versicherungs-Abteilungsleiter „Stromberg“ wurde Christoph Maria Herbst zur Kultfigur. Jetzt sehen wir ihn als wissenschaftlichen Mathematiker, der zum Quereinsteiger in den Lehrberuf wird. Eine Rückkehr als „Stromberg“ schließt Herbst überraschenderweise nicht mehr aus.
Herr Herbst, vor mehr als zehn Jahren hatten Sie in der Serie „Stromberg“ als rekordverdächtiger Widerling einen Riesenerfolg. Ihre Darstellung eines Versicherungs-Managers war so überzeugend, dass sich vermutlich viele Menschen fragten, ob Sie mit dieser Figur auch in der Wirklichkeit etwas gemein haben. Haben Sie?
(lacht) Nein, ich bin ein Netter. Ich habe mittlerweile auch Intriganten und Rassisten gespielt, aber eben nur gespielt. Ich bin sozusagen ein lieber Bösewicht.

In „Lehrer kann jeder!“ sehen wir Sie jetzt als hochkarätigen Mathematiker, der nach dem Verlust seiner Arbeit als Lehrkraft in einer Schule arbeitet. Wie lieb sind Sie da?
Ich bemühe mich sehr. Denn mir wird klar, dass der Lehrberuf völlig zu Unrecht oft unterschätzt wird. Ich bemühe mich, meine Schüler für das Fach zu interessieren, und ich mache ihnen Mut, wenn sie sich überfordert fühlen.

Wie waren Sie als Schüler?
Gar nicht so schlecht. Nur mit Mathe (lacht) kam und komm‘ ich auf keinen gemeinsamen Nenner. Außer vor der Kamera.

Der Lehrberuf ist für den Wissenschaftler, den Sie spielen, eine zweite Chance. In welcher Situation hätten Sie in Ihrem Leben selbst gern eine zweite Chance erhalten?
Das ist lange her. Aber mich wollte ja seinerzeit keine Schauspielschule aufnehmen. Keine einzige! Da dachte ich einige Male, ich würde gerne noch einmal vorsprechen. Dazu kam es nie, und im Rückblick bin ich froh darüber, weil ich als Autodidakt neugierig geblieben bin. Wäre ich ein studierter Schauspieler, wäre das wahrscheinlich anders.

Mit Ihrer Frau Gisi sind Sie seit zehn Jahren verheiratet. Nachwuchs haben Sie keinen …
Das hat sich einfach nicht ergeben. Wäre ich je in einer Beziehung gewesen, in der beide Kinder gewollt hätten, wäre es für mich ein Geschenk gewesen. Ich hätte es bestimmt geschafft, ein Kind in den Mittelpunkt meines Lebens zu rücken. Und jetzt ist es dafür zu spät. Aber Gisi und ich sind auch so glücklich.

Für eine Impf-Werbung schlüpften Sie kurz in Ihre „Stromberg“-Paraderolle.
Kommt doch noch eine Staffel?
Vielleicht. Aber nicht in absehbarer Zeit.
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