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Ausgabe Nr. 35/2022 vom 30.08.2022, Fotos: Leo Baron, zVg
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Robbie Williams.
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Williams in aufreizender Pose, nackt, aber vom Computer gestaltet. Das neue Album kommt am 9. September in den Handel. Alte Hits wurden mit Orchester neu eingespielt.
„Es ist beruhigend, kein Niemand zu sein“
Er trägt einen weißen Morgenmantel mit schwarzen Streifen. Von einem geräumigen cremefarbenen Sofa aus gibt Robbie Williams, 48, verheiratet und vierfacher Vater, ein Interview. Es wurde per Videotelefonie geführt, wenige Tage, bevor der Engländer in München (D) ein Konzert vor 90.000 Menschen gab. Am anderen Ende saß der WOCHE-
Reporter Steffen Rüth. Am 9. September veröffentlicht Robbie Williams sein neues Album „XXV“ – darauf hat er seine größten Hits mit einem niederländischen Orchester neu eingespielt.
Herr Williams, wie geht‘s?
Bestens, bestens.

Wo sind Sie gerade?
Ich bin in Südfrankreich, auf Familienurlaub.

Sie sind auch schon ein bisschen braun geworden …
Oh ja. Hier ist es ziemlich heiß. Fast schon zu heiß.

Genießen Sie den Urlaub dennoch?
Sehr sogar. Wir treffen ständig Menschen, was für mich ein wenig ungewohnt ist. Meine Frau ist sehr, sehr sozial und kommunikativ, und ich hatte von mir selbst gedacht, dass ich auch so sein würde, wenn ich mit ihr zusammen bin. Aber mein Körper und meine Psyche sind nicht so gut imstande dazu, immer unter Menschen zu sein. Deshalb ist das für mich jetzt eine eigenartige Mischung: Einerseits fühle ich mich supergut im Süden Frankreichs mit meiner wunderbaren Frau. Auf der anderen Seite stellt sich bei mir schnell die absolute Überforderung ein, wenn ich genötigt bin, mit Milliardären zu plaudern (lacht).

Würden Sie gerne aus Ihrer Haut schlüpfen?
Mittlerweile bin ich gerne in mir selbst zuhause. In einer unbeständigen Welt, in der Karrieren kaum noch planbar sind, hatte ich ein fast unverschämtes Glück. Was in Zukunft auch passieren mag, ich werde immer meinen Namen haben. Weil ich in einer ähnlichen Ruhmeshalle lebe wie die Legenden Elton John und Tom Jones, meine Idole. Und ich muss sagen, für jemanden mit einem dermaßen zerbrechlichen Ego wie mich, ist dieser Zustand wohltuend und beruhigend.

Warum?
Weil ich abhängig bin vom Gefühl, erfolgreich zu sein. Und weil ich in besonders hohem Maße um mich selbst kreise. Gewissheit darüber zu haben, kein Niemand zu sein und auch keiner mehr zu werden, hat für mich einen hohen Stellenwert.

Das neue Album „XXV“ prägt ein Foto. Darauf sind Sie nackt zu sehen. Und zwar in der Pose des berühmten „Denkers“ des französischen Bildhauers August Rodin. Was soll uns das sagen?
Ich würde gerne behaupten, es war meine Idee, aber so
war es nicht. Tom Hingston, der viele meiner Albumtitel gestaltet hat, kam mit der Idee. Als „Popstar“ hast du natürlich auf dem Cover deiner Platte zu sein, weil dein Gesicht halt das Zeug verkauft. Ich finde das ätzend und
langweilig. Ich kenne mein Gesicht ja. Aber diese Idee fand ich interessant und ein bisschen schräg. Ich war sofort Feuer und Flamme.

Hatten Sie kein Problem, sich nackt zu zeigen?
Nein, ich habe kein Problem damit, nackt zu sein. Ich habe nur ein Problem damit, wie ich nackt aussehe. Was auf dem Cover zu sehen ist, ist eine computergenerierte Version der Person, die ein bisschen so aussieht wie ich.

Haben Sie trotzdem etwas für Ihre Figur getan, bevor Sie sich in Pose gesetzt haben?
Der Computer legte keinen Wert darauf, ob ich in Form bin.

In Südfrankreich gibt es jede Menge Nudistenstrände. Würden Sie sich trauen, sich dort frei zu machen?
Nein, bitte. Ich denke, wenn ich besser bestückt wäre, würde ich Nudismus vielleicht einmal ausprobieren. Aber da dies nicht der Fall ist, lasse ich es.

Das tut mir leid zu hören …
Schon okay. Ich bin 48 Jahre alt. Ich habe mich daran gewöhnt (lacht).

Treiben Sie Sport?
Ich bin entweder ein Mann, der jeden Tag Sport macht und das dann auch liebt. Oder ich bin ein Mann, der
das Training hasst und gar nichts macht. Derzeit bin ich letzterer.
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