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Ausgabe Nr. 29/2022 vom 19.07.2022, Foto: picture alliance / imageBROKER
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Der Seewaldsee (V) hat im Sommer 23 Grad.
Baden im Bergsee
Bergseen sind nicht nur ein lohnendes Wanderziel, sondern eignen sich auch zum Baden. In unserem Land gibt es Gewässer, die im Sommer trotz einer Höhenlage von 1.000 Metern angenehm warm werden. Sie liegen mitten im Wald oder sind von Wiesen umringt.
Der Seewaldsee ist umgeben von grünen Bergwiesen. Er befindet sich etwas oberhalb der Ortschaft Fontanella im Großen Walsertal (V). Der kleine Bergsee liegt zwar auf 1.132 Meter Höhe, ist aber im Sommer warm genug, um darin zu schwimmen.
„An einem heißen Sommertag kann die Wassertemperatur bis zu 23 Grad betragen“, erzählt Melanie Fleisch vom „Alpenregion Bludenz Tourismus“. Die Erdschicht am Seeegrund ist wasserundurchlässig, weshalb das Gewässer nie ausrinnen kann. Der Pegel bleibt konstant.

Vorarlberg: Mit dem Bummelzug zum See
Der Seewaldsee ist zu Fuß in 30 Minuten zu erreichen. Gäste mit Autos dürfen nur bis zum Parkplatz „Säge“ in Fontanella fahren, wo auch ein Bus hält. „Wer sich den Fußmarsch ersparen will, kann sich auch mit dem Bummelzug ‚Seewaldzügle‘ zum See bringen lassen. Im Juli und August ist der Zug mehrmals täglich unterwegs“, informiert Fleisch. Die Fahrt kostet fünf Euro pro Person.

Am See angekommen, können die Badefreudigen ihre Handtücher auf der Liegewiese ausbreiten. Am Seeufer wartet zudem das Gasthaus Seewaldsee mit Schmankerln.
Eine wasserreiche Region ist Murau in der Steiermark. Hier gibt es mehr als 40 Seen, wobei einige als Badeseen ausgewiesen sind. Dazu zählen der Podolerteich und der Auerlingsee, die sich beide in St. Lambrecht befinden.

Steiermark: Beim Baden die Stille genießen
Das Schöne an den beiden Gewässern ist, dass hier kein Lärm das Baden trübt. Es gibt keine Rutschen oder keine Sprungtürme. Die Urlauber genießen hier absolute Ruhe.
Der Podolerteich liegt auf 1.050 Meter Seehöhe im Naturpark Zirbitzkogel-Grebenzen. Er ist bequem mit dem Auto oder mit dem Rad zu erreichen. In der Wasserfläche spiegeln sich die hohen Fichten und Lärchen und laden zum Tagträumen ein.

Der Auerlingsee liegt auf 1.326 Meter und ist ein beliebter Ausgangspunkt für die Wanderung auf die Grebenzen (1.892 Meter). Von der Ortschaft St. Lambrecht führt der stimmungsvolle Auerling-Bachweg hinauf zum See. Für die 5,5 Kilometer lange Wanderung, die neben dem Lambrechtbach verläuft, sind etwa eineinhalb Stunden einzuplanen. Es lohnt sich, ein erfrischendes Bad im See zu nehmen, bevor der Rückweg angetreten wird. Im Sommer beträgt die Wassertemperatur des Auerlingsees immerhin 24 Grad.

Tirol: Plantschen im Naturschutzgebiet
Warm ist auch der Möserer See in Tirol. „Der Bergsee liegt auf 1.295 Meter in einem Naturschutzgebiet zwischen Seefeld und Mösern und erwärmt sich im Sommer auf 25 Grad. Er ist einer der wärmsten Naturbadeseen Tirols“, erzählt Lisa Krenkel vom Tourismusverband Seefeld. Das bis zu elf Meter tiefe Gewässer ist von einem Wald umgeben. Das ist an Hitzetagen angenehm, weil die mächtigen Tannen Schatten spenden.
Von der Ortschaft Seefeld führt ein einfacher Wanderweg zum Gewässer. Die Gehzeit beträgt eine Stunde. Wer lieber mit dem Auto anreist, kann seinen Wagen neben dem Büro des Tourismusverbandes in Mösern parken. Von dort sind es noch 15 Minuten zum See.

Es lohnt sich, festes Schuhwerk mitzunehmen. Badegäste können den See auf einem Weg in einer halben Stunde umrunden. Wer weiter wandern will, besucht den benachbarten Lottensee und den Wildmoossee. Diese kleinen Seen sind ein Naturphänomen. Sie bilden sich im Frühjahr wie aus dem Nichts. Die Seen bleiben im Sommer mit konstantem Wasserstand bestehen und sind beliebte Badeziele.
Wer von der Wanderung zurückkehrt, kann sich am Möserer See in der „Möserer Seestub‘n“ stärken. Die Hüttenwirte Andrea und Hans-Peter Schweigl servieren regionale Produkte. Kinder toben sich im nahegelegenen Waldspielplatz aus.

Oberösterreich: Mit dem Boot ausfahren
Ein bezaubernder Voralpensee ist der Gleinkersee in Roßleithen (OÖ). Im smaragdgrünen und bis zu 25 Grad warmen Wasser spiegelt sich die umliegende Bergwelt der Kalkalpen. Das Wasser ist so sauber, dass es sich zum Trinken eignet. Das schätzt der geschützte Edelkrebs, der im See eines seiner letzten Rückzugsgebiete unseres Landes hat.

Um ein Bad in dem 800 Meter hoch gelegenen See zu nehmen, empfiehlt sich das Seebad. Dort können sich Badegäste auch ein Tretboot ausborgen, um den See zu erkunden. Abenteuerlich ist auch ein Besuch des Hochseilgartens, der sich hinter der Liegewiese befindet.
Im Gasthaus Seebauer am Ufer des Gleinkersees werden die Badenden verköstigt. Es werden fast ausschließlich Bio-Gerichte aufgetischt.

Bergseen suchen und finden
Tipp: Der Verein „Österreichs Wanderdörfer“ präsentiert auf www.wanderdoerfer.at eine Suchmaschine für Bergseen.

Es ist erkennbar, ob es sich um einen Badesee handelt, wie die Seen zu erreichen sind und welche Hütten und Freizeitaktivitäten es gibt. Auch die Wassertemperatur ist manchmal zu finden.
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