Jetzt anmelden
Ausgabe Nr. 28/2022 vom 12.07.2022, Foto: ddp
Artikel-Bild
Beschenkt hat David Hasselhoff sich schon.
David Hasselhoff begeht seinen 70. Geburtstag mit einer großen Feier. Beschenkt hat er sich schon.
David Hasselhoff sitzt in einem frischgebügelt aussehenden blauen Hemd zuhause in Los Angeles (US-Staat Kalifornien) an seinem Schreibtisch und kann sich nicht entscheiden: Soll der obere Hemdknopf offen oder zu bleiben? Nach einigem Gefummel entscheidet er sich erwartungsgemäß für die offene Hemdvariante. Grund des Gespräches ist der 70. Geburtstag des Entertainers am 17. Juli und die damit einhergehende Veröffentlichung seiner Geschenke-Box „Birthday Party Your Hasselhoff“ am 15. Juli.
Der WOCHE-Reporter Steffen Rüth sprach mit jenem Mann, der die Welt mit „Knight Rider“, „Baywatch“ und „Looking For Freedom“ seit 40 Jahren ein kleines bisschen bunter macht, aber auch über Knieprobleme und ein ausgefallenes Geburtstagsgeschenk.

Herr Hasselhoff, Sie sitzen vor einer Wand voller Goldener Schallplatten und anderer Preise. Sehen Sie sich Ihre Trophäen regelmäßig an?
Hin und wieder schon. Ich bin stolz auf meine Arbeit und auf das, was ich erreicht habe. Gerade fiel mir eine Auszeichnung auf, die ich vor vielen Jahren von Siegfried & Roy überreicht bekam. Da musste ich an die beiden denken. Super Burschen waren das – Siegfried starb im Vorjahr, Roy im Jahr 2020. Mit wirklich phantastischen Tigern.

Waren Sie mit den beiden befreundet?
Ja, ich verstand mich super mit den beiden. Wir reisten einmal zusammen in einem Flugzeug. Hinten saß Roy und kümmerte sich um die Tiger, vorne unterhielten sich Siegfried, mein Vater und ich. Siegfried erzählte uns, wie er und Roy sich auf einem Kreuzfahrtschiff kennenlernten und verliebten, wie sie die Welt eroberten und wie ihm die Tiger am Anfang etwas unheimlich waren, er war ja eher ein Magier und kein Dompteur wie Roy. Jahre später schenkten sie mir einen ganz schön großen Stofftiger. Wo der wohl gelandet ist …

Wie stehen Sie zu Tieren?
Ich mag Tiere. Vor allem wilde. Ich könnte niemals ein Tier erschießen. Ich bin ein Tier-Umarmer (lacht).

Sie sind ja auch ein Menschen-Umarmer und jemand, der gern unter Leuten ist. Werden Sie Ihren 70. Geburtstag am 17. Juli groß feiern?
Ja, das werde ich. Meine Güte, vor einigen Tagen kam ich noch ins Grübeln, ob ich die Party wirklich veranstalten soll oder nicht. Die Tragödie in Highland Park bei Chicago, wo ein Attentäter sieben Menschen erschoss, hat mich fertiggemacht. Als Jugendlicher habe ich ganz in der Nähe gelebt und bin oft in Highland Park gewesen. Ich war geschockt, aber dann holte ich das Fahrrad aus der Garage und fuhr hinunter an den Strand nach Santa Monica. Das mache ich gerne, wenn ich nachdenken muss. Außerdem ist Fahrradfahren gut für mein Knie.

… an dem Sie sich vor einigen Monaten in der Unfallklinik im bayerischen Murnau (D) haben operieren lassen.
Richtig. Das Knie wurde erfolgreich behandelt, und jetzt braucht es Bewegung. Ich überlegte also, „David, willst du jetzt feiern oder nicht?“ Und ich fällte eine Entscheidung, rief mein Team an und sagte, „Ja, wir feiern.“ Wir haben einen schönen Ort für die Party gefunden. Es werden viele Freunde, Weggefährten und Angehörige kommen. Ich bin mir sicher, es wird eine superschöne Nacht.

Was wünschen Sie sich zum Geburtstag?
Es ist sonst nicht meine Art, aber in diesem Jahr habe ich mir selbst ein Geburtstagsgeschenk gekauft. Nach der wirklich harten und schönen Arbeit an der Serie „Ze Network“ (die im Herbst auf RTL+ zu sehen sein wird), habe ich mir ein wunderschönes Auto gegönnt.

Und zwar?
Einen Audi R8. In Azurblau, herrlich.

Wissen Sie auch schon, was Sie von Ihrer Frau Hayley bekommen?
Ich habe so eine Ahnung, dass sie mir eine Taucheruhr schenken könnte. Eine richtig gute. Die habe ich mir jedenfalls von ihr gewünscht. Aber das schönste Geschenk ist für mich natürlich, von so vielen Menschen umgeben zu sein, die ich mag und liebe, und die auch mich mögen und lieben. Auch meine Anhänger sind solche Menschen, für die ich tiefe Zuneigung und großen Respekt empfinde. Viele sind mit mir durch dick und dünn gegangen, waren immer an meiner Seite. Ich kann mich gut erinnern, als einige von ihnen einmal in Finnland in der Eiseskälte vor dem Hotel gestanden sind und gezittert haben. Ich habe dann den Portier gebeten, diese Menschen in die Hotelhalle zu lassen und habe mich dort nett mit ihnen unterhalten.

Sie beschenken jetzt quasi Ihre Anhänger mit der Box „Birthday Party Your Hasselhoff“. Darin gibt es neben der letztjährigen CD mit drei neuen Stücken unter anderem auch einen Kühlschrank-magneten, ein Lederhalsband und ein Päckchen Ihres Kaffees namens „Hoffee“ …
Ja, in der Box sind schon ein paar echt feine Sachen. Der „Hoffee“-Kaffee, eine Wortspielerei mit meinem Namen, ist ziemlich gut. Und wichtig, jedenfalls für mich. Eine gute Tasse Kaffee gehört zu den ganz wenigen Dingen, für die ich töten könnte.

Eines der von Ihnen neu aufgenommenen Lieder ist „Imagine“ von John Lennon. Eine Friedens- und Hippie-Hymne. Kein Zufall, oder?
Nein, volle Absicht. Ich halte es nicht für unmöglich, dass sich die Menschen verstehen, miteinander auskommen und sich lieben. Es ist doch einfach. Eigentlich. Aber Geld, Egoismus und Machtgelüste stehen einem guten Zusammenleben immer wieder im Weg.

Was, glauben Sie, ist Ihr Erfolgsrezept, das Sie so beliebt bei den Menschen macht?
Ich glaube, dass sie vor allem mögen, von mir an das Kind erinnert zu werden, das sie alle einmal waren. Dieses ewige Kind muss ab und zu herausgeholt und gepflegt werden. Zum Beispiel bei meinen Konzerten. Ich sprach kürzlich nach einer Show mit einem Mann um die 40 Jahre, Lokführer von Beruf. Ich wollte von ihm wissen, warum er gekommen ist. Wollte er ein paar Bier trinken, wollte er einen lustigen Abend verbringen, genoss er es, dass ich mich selbst nicht zu ernst nahm? Er sagte: Ein bisschen von alldem, aber in erster Linie wollte ich meine Kindheit noch einmal erleben.

Denken Sie manchmal, oh meine Güte, jetzt bin ich 70?
Es ist komisch, aber tatsächlich mache ich das so gut wie nie. Dieses Alter ist eine seltsame Realität für mich. Ich denke oft an meine Mutter und an meinen Vater, und dann fällt mir ein, dass sie ja nicht mehr da sind. Oder ich schaue mir meine Töchter an, das sind jetzt erwachsene Frauen. Taylor-Ann ist 32 und heiratet jetzt, und Hayley ist wie ich – sie findet ihr Glück in ihrer Arbeit. Bei meinen Mädchen merke ich, dass sie Hasselhoffs sind. Wir haben eine gemeinsame Devise: Hasselhoffs kümmern sich um das, was gerade vor ihnen liegt.
Weitere Inhalte dieser Ausgabe:
Ihre Meinung
Ihre Meinung ist uns wichtig.

Schreiben Sie Ihren Kommentar zu diesem Artikel, den wir dann prüfen und veröffentlichen werden.
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu verfassen.
Werbung