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Ausgabe Nr. 28/2022 vom 12.07.2022, Foto: karaka14 - stock.adobe.com
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„Der Guru oder Der Weg ins Shari La La La“
Besetzung: Adi Hirschal, 73, spielt den falschen Guru Ludwig „Vickerl“ Pechacek, Pia Baresch, 48, seine Frau Karin. Christian Deix, 58, ist als „Unterweltboss“ Gustav – „Der fesche Gustl“ Schwerdfeger zu sehen und als Inspektor Bumhösl. Angelika Niedetzky, 43, spielt die Managerin Dorothee Benka.

Vorstellungen jeweils am Samstag und Sonntag bis 14. August 2022. Beginn: 16.30 Uhr. Infos auf www.kultursommerlaxenburg.at und unter der Telefonnummer 02236/73640.
So ein Theater - Teil 3
„Der Guru“ kommt nach Laxenburg. „Der Guru oder der Weg ins Shangri La La La“ – so lautet der Titel des heurigen „Kultursommers Laxenburg“ (NÖ). Adi Hirschal und Pia Baresch entführen die Zuschauer in eine turbulente Verwechslungskomödie, die das „Lach-Chakra“ animiert.
Die Nerven liegen blank im „Zentrum für ganzheitliches Wohlbefinden“ im Wienerwald. Ein geheimnisvoller Guru mit noch geheimnisvolleren Kräften soll den ins Schleudern geratenen „Es-geht-uns-gut-Hof“ wieder auf Vordermann bringen. Personal und Gäste warten sehnsüchtig auf den Heilsbringer, gespielt von Adi Hirschal, 73. Der Schauspiel-Liebling nimmt uns beim „Kultursommer Laxenburg“ (NÖ) mit auf eine turbulente, musikalische Komödien-Reise. „Der Guru oder der Weg ins Shangri La La La“ heißt das „Esoterical“.

Hirschal verrät, „eigentlich bin ich gar nicht der erwartete Guru. Unser Stück ist eine Verwechslungskomödie, streng genommen eine Kriminalkomödie mit einem undurchsichtigen Unternehmer, der durch ein ‚Fühl-dich-wohl-Wochenende‘ versucht, seine finanziellen Schwierigkeiten zu bewältigen. Also lädt er sich einen Guru ein, mit dem ich verwechselt werde. Das bringt mich in schwere Nöte, weil ich keine Ahnung von Esoterik habe, mir aber dauernd esoterische Aufgaben gestellt werden, die ich lustig bewältigen muss.“

Mehr will Adi Hirschal aber nicht verraten, außer mit einem Augenzwinkern, dass das „Lach-Chakra“ animiert wird und die Zuschauer auf der Franzensburg im Laxenburger Schlosspark viel „La la“ erwartet, es wird viel gesungen und getanzt.
Mit Esoterik hat er selbst schon Erfahrungen gesammelt. „Ich habe in meinem Leben immer viel ausprobiert, lange, bevor die Menschen wussten, was Esoterik ist beziehungsweise sie in Mode kam. So bin ich früher regelmäßig in Yoga-Stunden gegangen.“

Mittlerweile habe sich eine regelrechte Esoterik-Industrie entwickelt, weil die Menschen auf diese Art ihr Glück finden wollen, ist er überzeugt. „Esoterik ist ein Geschäftsmodell geworden. Allerdings bin ich keinesfalls gegen die alternative Medizin oder gegen Heiler, alles, was nützt, ist gut.“
Adi Hirschal glaubt, dass sich viele Menschen in dem Stück wiederfinden werden.

Der gebürtige Tiroler, der spätestens seit der Serie „Kaisermühlenblues“ und seinen Wiener „Strizzi-Liedern“ als „Ur-Wiener“ gilt, ist seit 2012 Intendant des „Kultursommers Laxenburg“, auf der Bühe steht er dort seit 1999. „Ich bin mit diesem Spielort verwandt. Es gibt keinen schöneren Weg zum Arbeitsplatz als durch den Schlosspark, für mich einer der schönsten Parks Europas. Ich gehe jedes Mal mental aufgeladen aus der Franzensburg hinaus“, schwärmt der 73jährige.

„Ich habe als Kleinkind im Dschungel gelebt“
Fernsehzuschauer kennen Pia Baresch, 48, aus „SOKO Donau“, „Der Bergdoktor“ und „Tatort“. Derzeit ist sie mit Adi Hirschal beim „Kultursommer Laxenburg“ (NÖ) zu sehen. In „Der Guru oder der Weg ins Shangri La La La“ spielt sie die Frau eines falschen Gurus. Was die Halb-Kolumbianerin privat von Esoterik hält und warum sie Yoga lieber sein lässt, verriet sie im WOCHE-Interview.

Frau Baresch, wie kommen Sie mit der Hitze in der Großstadt zurecht? Oder macht Ihnen das als halbe Kolumbianerin nichts aus?
Nein, die Hitze finde ich schon eher unangenehm, aber ich versuche, den Schatten der Bäume zu finden. Im 15. Bezirk gibt es viel Grün, ansonsten greife ich auf die Klimaanlage zurück. Wenn ich ein paar Tage freihabe, flüchte ich nach Kärnten in unser Haus oder nach Niederösterreich zu meinen Eltern.

Derzeit sind Sie beim „Kultursommer Laxenburg“ (NÖ) an der Seite von Adi Hirschal, 73, in „Der Guru oder der Weg ins Shari La La La“ zu sehen …
Ja, ich spiele die Frau eines Gurus, der eigentlich keiner ist. Ich versuche, ihn aus der Zwickmühle zu retten, in die er hineingeraten ist. Wir sind quasi „Bonnie und Clyde“ auf der Flucht.

Das Stück ist esoterisch angehaucht, welchen Bezug haben Sie dazu?
Ich habe nichs gegen Esoterik, aber es wird damit auch viel Schindluder betrieben. Sich mit Dingen auseinanderzusetzen, die nicht immer gleich erklärbar sind, halte ich aber nicht für schlecht. Jeder muss das Seine finden. Ich habe zwar einige Male Yoga ausprobiert, aber irgendwie ist das nicht meins. Ich mache lieber Pilates, Muskelaufbau-Übungen oder gehe wandern.

Derzeit stehen Sie auch mit Ihrem Soloprogramm „Vielleicht … woanders?“ auf der Bühne …
Es entstand in der Pandemie. Ich wollte die südamerikanischen Lieder meiner Kindheit auf die Bühne bringen. Nur ein Konzert zu machen, wäre aber zu langweilig. Ich wollte eine Geschichte rundherumbasteln, in die ich die Lieder einbaue. Meine südamerikanischen Lieder enthalten auch deutschen Text.

Weil Ihr Vater aus Kolumbien stammt, haben Sie die ersten sechs Jahre Ihres Lebens in der Hauptstadt Bogotá verbracht …
Wir haben teils in Bogotá gelebt und teils am Land, weil mein Vater eine „Farm“ hatte. Meine Mutter hat alle Sünden abgebüßt mit einem Kleinkind im Dschungel.
Einmal kroch eine hochgiftige Korallenschlange beinahe in mein Gitterbett. Meine Mutter hackte sie mit einer Machete in zwei Stücke. Solche Abenteuer gab es am laufenden Band.

Reisen Sie heute noch nach Kolumbien?
Meine Eltern leben das halbe Jahr dort. Ich besuche sie gerne. Der Hauptreiz ist aber, dass dieses Land unglaublich vielfältig ist, vor allem von den Klimazonen her. In der Stadt Medellín etwa hat es immer angenehme 24 bis 25 Grad, eine Stunde südlich sind es 30 Grad und mehr. Es gibt aber auch Regionen wie bei uns in den Alpen. Ich liebe auch die Musik, es wird viel getanzt. Freilich mag ich auch das Essen, etwa Fisch mit Kokosreis und die vielen Früchte. Leider gibt es vor allem in den kolumbianischen Städten viel Armut. Die Menschen sind aber äußerst hilfsbereit.

Auch auf Ihrer neuen CD „Zwischen zwei Welten“ kommen Ihre lateinamerikanischen Wurzeln durch. War Ihnen das wichtig?
Ja, sehr. Ich liebe diese Musik und sie ist ein Teil von mir. Zudem wissen viele gar nicht, dass ich auch singen kann. Viele kennen mich nur von „SOKO Donau“ oder vom „Bergdoktor“, obwohl ich fast in jedem Theaterstück singe.

Sie sind auch Sprecherin für Fernsehwerbungen. Außerdem geben Sie Sprechunterricht, etwa für Menschen mit Sprachfehlern …
Da geht es um Probleme mit der Sprachlichkeit und Deutlichkeit oder vor allem auch mit der Präsenz. Es gibt Menschen, die hochintelligent sind und gute Ideen haben, können sie aber nicht vermitteln, weil sie die Sätze verschlucken und sich nicht trauen, laut und deutlich zu sprechen. Das trainieren wir dann.

Muss sich unsere Sprache verändern, vor allem in Bezug auf Germanismen?
Mein Sohn, 14, verwendet viele ausländische Wörter. Ich finde das lustig, eine Sprache muss lebendig sein. Aber ist es auch wichtig, dass eine Sprache und ihre alten Ausdrücke erhalten bleiben.

Sie haben selbst Migrationshintergrund. Wie sehen Sie die aktuelle Diskussion um die Staatsbürgerschaft?
Es ist wichtig, dass sich Menschen in einem Land integrieren. Wenn ich nach Kolumbien oder sonstwohin gehe, lerne ich die Sprache. Niemand muss aber seine eigene Kultur verleugnen, sollte aber um die Traditionen und Gepflogenheiten des Landes Bescheid wissen und die Sprache beherrschen.

Wie haben Sie die Corona-Zeit erlebt?
Meine Auftritte wurden abgesagt, darum verlor ich viel
Geld. Das Virus hatte ich heuer mit mildem Verlauf. Ich bin auch geimpft. Ob alle Corona-Maßnahmen Sinn gemacht haben, bin ich überfragt. Ich bin aber froh, dass in Wien teils FFP2-Maskenpflicht herrscht.

Was sind Ihre nächsten Projekte? Sie haben schon in vielen Serien mitgespielt, waren aber meist nicht so lange dabei …
Ich bin nicht unglücklich darüber, weil ich dadurch nicht so abgestempelt bin. Ich habe aber zum Beispiel insgesamt drei Mal in „SOKO Kitzbühel“ mitgespielt, und mehrmals im „Tatort“, natürlich immer mit einem gewissen Zeitabstand, da ich ja jedes Mal eine andere Rolle verkörpert habe. Die nächsten Fernsehproduktionen weiß ich noch nicht. Aber ich habe im Herbst etliche Termine mit meinem Soloprogramm, etwa am 8. September im Stadtsaal Berndorf (NÖ) und am 3. November im Casanova in Wien.

Zur Person
Pia Baresch wurde am 9. Jänner 1974 in Wien geboren. Die ersten sechs Lebensjahre verbrachte sie in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá. Später zog die Familie nach Berndorf (NÖ). Schon in jungen Jahren sang sie in einer Band. Später absolvierte sie ein Schauspielstudium. Bekannt wurde sie durch Fernsehproduktionen wie „SOKO Donau“ und „Der Bergdoktor“. Pia Baresch lebt zusammen mit ihrem Mann, dem Sänger und Schauspieler Peter Lesiak, und ihrem Sohn, 14, in Wien. Infos und Termine unter www.piabaresch.com.
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