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Ausgabe Nr. 28/2022 vom 12.07.2022, Foto: zVg
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Von 18. bis 23. Juli findet in der Gärtnerei von Christian H. Kreß (Sarastro Stauden) die „Phlox-Schwerpunktwoche“ statt.
Ort: Kammer 42, Ort im Innkreis (OÖ).
Info-Tel.: 0664/261 0362
www.sarastro-stauden.com
Über diese Flammen freuen sich Gärtner
Er zählt zu den schönsten und leuchtendsten Zierpflanzen in unserem Land – der Phlox, auch Flammenblume genannt. Seine farbenprächtigen Blüten und die unwiderstehlichen Duftnoten lassen das Herz eines jeden Naturliebhabers höherschlagen.
Der Phlox kann so alt werden wie ein Landpfarrer. Nur sollte er im Gegensatz zu diesem viel öfter versetzt werden“, scherzte einst der deutsche Staudenpapst und Gartenpoet Karl Foerster (1874–1970).
„Hiermit verdeutlichte er, dass Flammenblumen einerseits ausdauernd und robust, andererseits aber auch zickig sein können und deshalb ein Minimum an guter Betreuung erhalten sollten“, erklärt der Phlox-Experte Christian H. Kreß aus Ort im Innkreis (OÖ).

Mit 200 Sorten stößt das Sortiment des Profigärtners aber bereits an die Grenze des Machbaren.
„Was Pflege und Kultur anbelangt, ist die Flammenblume schließlich wesentlich arbeitsintensiver als beispielsweise Pfingstrosen oder Schwertlilien. Und zudem auch noch viel aufwändiger in der Vermehrung“, weiß Kreß. Derzeit kümmert sich der Pflanzenprofi in seiner Gärtnerei um rund 15.000 eingetopfte Flammenblumen und ist damit „ganz ordentlich beschäftigt“.

Schönheiten aus Russland
Vor allem die russischen Phloxe haben es ihm angetan. „Sie bezaubern durch ihre ungewöhnlichen und einmaligen Farbkombinationen. Besonders fallen sie aber durch ihre Vitalität auf“, schwärmt der Fachmann.
Von der ursprünglich aus dem Mittleren Westen von Amerika stammenden Gartenpflanze gibt es weltweit etwa 150 Wildarten und mehr als 1.500 verschiedene Züchtungen. Sie leuchten in Rosa, Violett, Lila, Weiß oder sogar mehrfärbig. Doch grob lassen sich Flammenblumen in nur zwei Hauptgruppen unterteilen – den „Hohen Phlox“, der eine Größe von bis zu eineinhalb Metern erreicht, sowie den „Polsterphlox“ mit nur knapp zehn Zentimetern Wuchshöhe.

Der Hohe Phlox gilt dabei als die klassische Gattung. In seiner Hauptblütezeit von Juni bis zum ersten Frost im September ziert er mit seinem pfeffrigen Duft viele Bauerngärten. Seine dicken traubenförmigen Blüten leuchten zudem wie große Fackeln und ziehen Bienen geradezu magisch an.
Berühmt ist diese Art aber vor allem für ihre tiefen Rottöne. Ihnen verdankt er auch den Namen, denn „Phlox“ ist ein altgriechisches Wort für „Flamme“, das auf die Leuchtkraft der Blüten verweist.

Ein Fresser und Säufer
Genauso üppig blüht freilich auch der Polsterphlox. „Er duftet aber leider nicht und schießt auch nicht in die Höhe, sondern breitet sich flach über Steine und Mauern aus. Weshalb er sich hauptsächlich für Steingärten eignet“, so Christian Kreß.
Staudenzüchter Karl Foerster bezeichnete den Phlox generell auch wenig schmeichelhaft als „Fresser und Säufer“. Was schlicht und einfach bedeutet, dass er reichlich gedüngt und gegossen werden will.

„Prinzipiell sprechen Flammenblumen auf regelmäßige Kompostgaben gut an und zeigen erst dann ihre wahre Vitalität. Volle Sonne sagt ihnen am ehesten zu, aber leichter Halbschatten ist auch kein Problem, die Farben leuchten dort sogar noch intensiver. Der Boden sollte aber niemals zu trocken sein“, empfiehlt der Meistergärtner.

Wenn allerdings nach sechs bis sieben Jahren die Wüchsigkeit der Pflanze nachlässt, sollte der Wurzelstock im Herbst vorsichtig ausgegraben und mit einem Spaten in kleine Stücke mit drei bis vier Trieben geteilt werden. Anschließend wird der Phlox einfach an einem neuen Ort im Garten versetzt. Wer sich dabei Sorgen wegen der Nacktschnecken macht, darf aufatmen – die Flammenblume zählt nicht zur Lieblingsspeise der schleimigen Kriechtiere.

„Aleksej Lenskij“
Russische Züchtung mit großen violetten Blüten, die nach außen hin heller werden.
Pflanzhöhe: 70 Zentimeter

„Alenki Tsvetotshek“
Hoher russischer Staudenphlox mit scheibenförmigen, leuchtend roten Blüten.
Pflanzhöhe: 80 Zentimeter

„Betty Marguerite“
Die Form der rosaroten Blüten dieser Sorte erinnern entfernt an kleine Propeller.
Pflanzhöhe: 80 cm

„Lieschen Müller“
Robust und reichblühend mit hellrosa Blüten und rosaroten Knospen.
Pflanzhöhe: 120 Zentimeter

„Württembergia“
Robuste dunkelrosa Sorte mit ausgesprochen großen Einzelblüten.
Pflanzhöhe: 90 Zentimeter

Die Sorten werden in 11-mal-11-cm-Töpfen verkauft.
Preis: ab € 6,-.
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