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Ausgabe Nr. 25/2022 vom 21.06.2022, Foto: Casey Curry / AP Invision / picturedesk.com
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Schauspieler Chris Pratt, 43, war arm wie eine Kirchenmaus.
„Ich tanzte nackt für Geld“
Vom obdachlosen Nackttänzer zum Hollywood-Liebling. Chris Pratt jagt in „Jurassic World - Ein neues Zeitalter“ wieder Urzeit-Echsen über die Leinwand. Privat ist der Schwiegersohn von Arnold Schwarzenegger ganz zahm und züchtet Schafe.
Die Dinosaurier sind wieder los. In „Jurassic World – Ein neues Zeitalter“ krallen sie sich gleich den ganzen Planeten. Seitdem der Erfolgsregisseur Steven Spielberg, 75, die Echsen im Jahr 1993 in „Jurassic Park“ auf die Zuschauer hetzte, ist die Dino-Begeisterung ungebrochen.
Mit dem neuen Kinostreifen endet nun schon die zweite – und aus heutiger Sicht – letzte Saurier-Trilogie. Auch diesmal lebt der Film mehr von den Spezialeffekten als von der Handlung. Der „Jurassic Park“ auf der Insel „Isla Nublar“ wurde zerstört. Nun haben sich die Saurier auf der ganzen Welt ausgebreitet. Freilich nicht, ohne dass Menschen regelmäßig von den Echsen zerfleischt werden. Jeff Goldblum, 69, Laura Dern, 55, und Sam Neill, 74, die schon im Original dabei waren, haben gemeinsam mit Chris Pratt, 43, alle Hände voll zu tun, damit der Mensch nicht zur aussterbenden Spezies wird.

Pratts Familie lebte von Lebensmittelspenden
Den Erfolg in Hollywood musste sich der am 21. Juni 1979 im US-Bundesstaat Minnesota geborene Mime hart erkämpfen. „Ich bin in einer Stadt mit 7.000 Einwohnern aufgewachsen, wirtschaftlich war es dort schwierig. Wir hatten eine Lebensmitteltafel in unserer Nähe und ich schäme mich nicht zu sagen, dass meine Familie dort manchmal hingehen musste“, erzählt Pratt.
Sein Vater arbeitete unter anderem als Goldgräber. Vier Jahre seiner Kindheit verbrachte Pratt daher unter rauen Typen im US-Staat Alaska. „Von diesen Männern habe ich den Humor und den Willen, für den Erfolg an Grenzen zu gehen. Ich habe gesehen, wie mein Vater im Dreck wühlte, um Gold zu finden. Deshalb habe ich heute wohl eine größere Wertschätzung für Geld.“

Mit 19 Jahren waren seine Taschen aber noch leer. „Ich war obdachlos und lebte in einem Auto auf Hawaii. Ein wenig Geld verdiente ich mir mit Nackttanzen“, gesteht er. „Denn ich liebe es, nackt zu sein. Es fühlt sich so frei an, also zog ich mich auch für Geld aus. Für knapp 40 Euro tanzte ich auf Junggesellen-Abschieden und sogar beim Geburtstag der Oma eines Freundes“, erzählt er lachend.
Zum Glück entdeckte ihn im Jahr 2000 die kanadische Schauspielerin Rae Dawn Chong, 61. In ihrem Regiedebüt, der Horror-Komödie „Cursed Part 3“, durfte er die Hauptrolle spielen. Seinen Durchbruch in Amerika schaffte er in der Fernsehserie „Everwood“. Später rettete er im Kinofilm „Guardain of the Galaxy“ (2014) das halbe Universum, bevor er ab 2015 zum „Dino-Flüsterer“ mutierte.

Die Urzeit-Echsen faszinierten ihn schon, als er im Kino den ersten „Jurassic Park“-Film sah. „Ich hatte damals mein erstes Treffen mit einem Mädchen. Der Film faszinierte mich mindestens so sehr wie meine Verabredung. Die Technik war damals unfassbar – ich konnte fast nicht glauben, dass diese Tiere unecht sind.“
Seinen Erfolg konnte er ebenfalls nicht fassen. Mittlerweile gehört Pratt zu den gefragtesten Schauspielern. 2017 erhielt er einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame in Los Angeles (USA). Im selben Jahr nahm ihn die „Academy of Motion Picture Arts and Sciences“ (AMPAS) auf, die jährlich die „Oscar“-Filmpreise vergibt.

„Männer werden als Objekte gesehen“
Im Juli 2009 heiratete er die Schauspielerin Anna Faris, 45. Sie ist vor allem aus den „Scary Movie“-Horror-Parodien bekannt. Gefunkt hat es bei den beiden 2007 bei den Dreharbeiten zu „Take Me Home Tonight“. Nach acht Jahren scheiterte die Ehe. Ihr entstammt der heute neunjährige Sohn Jack. „Es hat in der Ehe schon länger gekriselt. Ich denke, wir wollten das Bild vor unseren Freunden aufrecht erhalten“, erzählte Faris über die Hollywood-Traumromanze.
Zwei Jahre nach der Trennung gab Pratt die Verlobung mit Katherine Schwarzenegger, 32, bekannt. Sie ist die älteste Tochter unseres erfolgreichsten USA-Exports, Arnold Schwarzenegger, 74. Im Juni 2019 gaben sich die beiden das Jawort. „Ich bin ein glücklicher Mann. Gott ist so gut. Ich bin so glücklich, sie zu haben“, schwärmt Pratt, dem wiederum sein Schwiegervater „Arnie“ Rosen streut. „Er ist ein fantastischer Kerl“, sagt der ehemalige Gouverneur von Kalifornien. Wohl auch, weil Pratt ihn schon zum zweifachen Opa machte.

Neben seiner Rolle als Familienvater ist Chris Pratt ein großer Tierfreund. „Wir haben einen Hund. Wenn er ein Raptor-Dinosaurier wäre, hätte er schon längst alle um sich herum getötet. Zum Glück ist er nur ein Mops. Seine Angriffe gegen die Menschheit beschränken sich darauf, unsere Vorhänge vollzupinkeln“, erzählt er lachend. Pratts eigentliche Lieblinge sind aber seine Schafe, die er auf „San Juans Islands“, einer Inselgruppe an der US-Nordwestküste, züchtet. Er heimste schon Preise für die beste Schafwolle ein. „Ich weiß allerdings nicht, wie viele Schafe ich habe, denn immer, wenn ich sie zähle, schlafe ich ein“, scherzt er.
Vor einigen Jahren war Chris Pratt noch ein echter „Pfundskerl“ – mit fast 140 Kilo auf den Rippen. „Ich war impotent und ständig müde und habe irgendwann die Reißleine gezogen.“ Knapp 30 Kilo speckte er ab. An Rollen mangelt es dem erschlankten Mimen nicht. Ab dem achten Juli ist er an der Seite von Chris Hemsworth, 38, in „Thor: Love and Thunder“ im Kino zu sehen. 2023 kommt „Guardians of the Galaxy Vol. 3“ auf die Leinwand, wieder mit Chris Pratt in der Hauptrolle.

Damit er auch weiterhin in der Hollywood-Oberliga spielt, stählt Chris Pratt seinen Körper im Fitnessstudio. „Lange Zeit standen die Frauen unter diesem Körperkult-Druck. Jetzt greift die Gleichberechtigung auf schlechte Weise um sich. Heute werden auch wir Männer in der Filmwelt als Objekte gesehen“, klagt der 43jährige mit einem Schmunzeln.
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