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Ausgabe Nr. 24/2022 vom 13.06.2022, Foto: zVg
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Polternd in das Eheleben
Die amerikanische Hotel-Erbin Paris Hilton ließ sich ihre Polter-Feier ordentlich was kosten. Für ein ganzes Wochenende mietete sie einen exklusiven Vergnügungstempel in Las Vegas (USA). Dort ließ sie die Champagner-Korken knallen. Dass ein unvergesslicher Abschied vom Junggesellen-Leben weniger mit dekadentem Glanz und Glamour zu tun hat, zeigen amüsante Polter-Erlebnisse aus unserem Land. Was viel mehr zählt als sündhaft teurer Luxus, sind der Spaß mit Freunden und Familie sowie eine gehörige Portion Humor. Hier erzählen Frauen und Männer, wie sie ihren Junggesellen-Abschied gefeiert haben.
Anna Třebová, 32, Ärztin
„Das Sexspielzeug war für uns eher lustig als sexy“
„Kapitän Seppi hat uns um 14 Uhr in Pörtschach am Wörthersee (K) mit einem Dampfboot namens ‚Marie Christin‘ abgeholt und wir sind gemütlich mit einem Gläschen Prosecco in den Polterabend gefahren. Diese Überraschung ist meiner Freundin Roxy, die auch die schönen Fotos gemacht hat, wirklich gelungen. Alle Mädels waren gut gelaunt und haben ständig gelacht.
An Bord haben wir Musik gehört und ich habe mit Begeisterung meine Geschenke ausgepackt. Darunter war natürlich auch Sexspielzeug, was für uns eher lustig als sexy war. Wir haben Tränen gelacht.
Nachdem wir am See herumgeschippert sind, legten wir am Strand-Restaurant ,Weißes Rössl‘ an, um dort zu essen und zu trinken. Die Stimmung wurde besser und besser, wir haben mit den anwesenden Restaurant-Gästen getanzt, manche Männer sogar oben ohne.
Unter Kapitän Seppis Aufsicht ging die Reise weiter. Der letzte Halt war in Velden, wo wir weiter mit Gläschen in der Hand und Schwung in den Hüften bis drei Uhr früh gefeiert haben.“

Jeannette, 28, Dipl. Gesundheitsschwester, und Markus Kirschner, 33, Angestellter
„Der ,Tag der offenen Kellertür‘ erwies sich überraschend als Polter-Tag“
„Im Mai 2019, zwei Wochen vor unserer Hochzeit, hatten mein Mann und ich ein unvergessliches Polter-Erlebnis“, erzählt Jeannette Kirschner. „Wir wurden damit überrascht, denn ursprünglich waren wir mit Familie und Freunden zum ,Tag der offenen Kellertür‘ in unserer Heimatgemeinde Rechnitz (B) verabredet. Plötzlich standen ein geschmückter Leiterwagen und ein Bauchladen vor dem Haus. Die Männer bekamen grüne Schleifen und Aufkleber mit ,Team Bräutigam‘, die Frauen rosa Schleifen und Blumen ins Haar. Ehe ich was sagen konnte, wurde mir ein ,Braut-Leiberl‘ angezogen und eine rosa Krone samt weißem Tüll-Schleier aufgesetzt.“
„Männer und Frauen getrennt, sind wir losgezogen, entlang unserer idyllischen Weinberge und von einem Weinkeller zum nächsten. Immer wieder sind wir dem ,Team Braut‘ über den Weg gelaufen, was für jede Menge Spaß sorgte“, erzählt ihr Mann Markus Kirschner. Der zog die Aufmerksamkeit auf sich, als er zu den spanischen „Macarena“-Rhythmen geschmeidig das Tanzbein schwang.
„In meinem Bauchladen waren Zuckerln, Haarbänder und Kondome. Den Salz- und Pfefferstreuer hat mir ein frischverlobtes Paar abgekauft. Der Leiterwagen meines Mannes war mit Rotwein-, Nuss- und Brombeerlikör, selbstgemacht von meiner Schwiegermama Edith, beladen“, erzählt Jeannette Kirschner. Gemeinsam mit ihrem Mann möchte sie sich noch einmal bei allen bedanken, die den Tag so schön gestaltet haben.

Manuel Kräuter, 36, Angestellter
„Wir haben uns ausgetobt und sind über Stock und Stein gefahren“
„Mein Poltern vor drei Jahren war nach meiner Hochzeit der wohl schönste Tag in meinem Leben. Ich wollte schon immer einmal einen Traktor oder einen Bagger lenken. Genau das hat mir mein Freund und Trauzeuge Peter erfüllt.
Peter hat bei ,Dynamite Tours‘, dem hierzulande einzigen Männerspielplatz, der sich in Rappolz (NÖ) befindet, die quasi ,letzte Bagger-Tour‘ für meinen Junggesellen-Abschied zusammengestellt.
Wir waren eine lustige Männerrunde und konnten uns dort so richtig austoben. Wir sind über Stock, Stein und im Dreck Quad gefahren und anschließend habe ich noch mit einem Bagger Geröll weggeschafft. Davon habe ich schon als kleiner Bub geträumt. Bei Lagerfeuer und einem Bierchen haben wir den Abend gemütlich ausklingen lassen.“

Sandra Egger, 29, Friseurin
„Hahn ,Hugo‘ kam zu meinem Polterabend, um zu gratulieren“
„Mein Polterabend wurde von meiner Mama Helga und meinen Freundinnen organisiert. Ich wurde bei strömendem Regen mit dem Traktor abgeholt, das war wirklich lustig.
Um meine Brautschuhe zu finanzieren, musste ich dann im Dorf Süßigkeiten, kleine Schnäpse und Spritzpistolen verkaufen. Schlussendlich ist eine beachtliche Summe von 900 Euro zusammengekommen.
Bis zwei Uhr früh haben wir im Gasthaus Hoisbauer in Steuerberg bei Feldkirchen (K) gegessen, getrunken und getanzt. Der Landwirt Ralph Zeiler ist dann auch noch mit seinem Hahn ,Hugo‘ vorbeigekommen, um zu gratulieren. So kann nichts mehr schiefgehen, wenn ich demnächst, und zwar am 9. Juli, meinen Patrick nach sieben Jahren Beziehung und zwei Kindern heirate.“
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