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Ausgabe Nr. 22/2022 vom 31.05.2022, Foto: Steiermark Tourismus/Erich Hagspiel
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Der Grimming ist mit seinen 2.351 Metern der höchste freistehende Berg Europas.
Kraft tanken im Salzkammergut
Das Salz gab dem Salzkammergut seinen Namen. Einst im Privatbesitz der Habsburger, entwickelte es sich zu einem beliebten Ausflugsziel. Die Region, die sich in den Bundesländern Salzburg, Steiermark und Oberösterreich erstreckt, hat einige kraftvolle Plätze zu bieten. Dazu zählen die älteste Holzkirche unseres Landes, ein Wasserfall und eine Höhle.
Groß und mächtig begrüßt der Grimming seine Besucher schon von Weitem. Der 2.351 Meter hohe steirische Berg, der der höchste freistehende Berg Europas ist, hat eine unverkennbare Form. Auf drei Seiten fällt er steil ab und nach Westen hin läuft er sanft aus.

Im Schatten des Grimmings, genauer gesagt in Tauplitz, haben sich nachweislich die ersten modernen Menschen der Steiermark angesiedelt. Funde im Lieglloch belegen das. „Beim Lieglloch handelt es sich um eine Höhle oberhalb von Tauplitz. Bei Grabungen wurden Steinwerkzeuge, Feuerstellen und eine Knochenflöte gefunden. In der Höhle ist es schön kühl und am vorderen Ende gibt es eine kleine Rastbank“, erzählt Nina Stögmüller, die sich zwei Jahre lang intensiv mit dem Salzkammergut beschäftigt hat.

Im Buch „Märchenhafte Kraftplätze – Wandern im Salzkammergut“ (Verlag Anton Pustet, ISBN 978-3-7025-0972-9, € 24,90) führt sie zu 25 Kraftplätzen. Zu jeder Wanderung gibt es eine Wegbeschreibung, Kartenausschnitte und eine Sage.
Als Kraftorte werden Plätze bezeichnet, die ideal sind, um Energie zu tanken. Es gibt Orte, die auf uns eine Anziehungskraft ausüben. Das kann ein See sein, ein alter Steinkreis oder ein kraftvolles Tal.

Dazu gehört das Grimmingtal, das den Weg zum Lieglloch weist. Der zehn Kilometer lange Rundweg beginnt bei der Talstation des Tauplitzalm-Sesselliftes. Ein beschilderter Weg führt die Wanderer zu der Sehenswürdigkeit. „Wer den ersten Teil abkürzen möchte, kann den Sessellift bis zur Mittelstation nutzen“, erklärt Stögmüller. Nach eineinhalb Stunden Gehzeit erreichen die Ausflügler den Eingang der Höhle, die sich auf 1.290 Meter befindet. Das Lieglloch diente als Unterschlupf und Jagdlager. Heute wird es hauptsächlich wegen der Aussicht auf den mächtigen Grimming besucht.
Ein schönes Naturschauspiel bietet auch der Nixenfall in Weißenbach am Attersee (OÖ). In einer engen Felsenschlucht fällt der Nixenfall 50 Meter in die Tiefe. „Der Sage nach lebt hier die Nixe Adhara. Einst wohnte sie im Attersee. Sie brachte den Menschen Wohlstand. Doch das viele Geld schürte Habgier unter den Einwohnern, weshalb sich die Nixe zum Wasserfall zurückzog. So kam der Nixenfall zu seinem Namen“, fasst Stögmüller die Sage zu dem Naturschauspiel zusammen.

Der knapp zehn Kilometer lange Rundwanderweg beginnt in Weißenbach beim Parkplatz an der Weißenbach-Brücke und führt rund um den Eibenberg. Die Spaziergänger folgen zunächst dem „Eibenberg Rundwanderweg“, ehe der Pfad zum Nixenfall führt. „Am Wegesrand tauchen immer wieder hübsch bemalte Zwergenfiguren aus Holz auf, manchmal ergänzt um eine Tafel mit einem Märchen“, sagt die Autorin.
Bevor die Wanderer den Wasserfall erreichen, steigen sie entlang eines Bächleins eine kurze, aber schöne Klamm empor. Am Ende des Taleinschnittes stürzt der Nixenfall in ein klares Becken. An der Felsenwand ist ein metallenes Schild der Nixe Adhara angebracht.
„An diesem stimmungsvollen Ort steht eine Rastbank samt Tisch, die für eine Pause gerade recht kommt. Beim Betrachten des fallenden Wasser kommen auch die eigenen Gedanken ins Sprudeln.“

Wer nicht rund um den Eibenberg wandern will, kann auch auf direktem Weg von Weißenbach zum Nixenfall wandern. Damit verkürzt sich der Spaziergang auf sechs Kilometer.
Eine Grenzerfahrung erleben Wanderer am Kolomansberg. „Auf dieser zwölf Kilometer langen Rundtour an der Grenze von Salzburg und Oberösterreich führt ein Pfad zur ältesten Holzkirche unseres Landes“, erzählt Stögmüller. Die Wanderung beginnt in Thalgau (S) und führt über Feuchtwiesen des Wasenmooses und Berghänge zur Kolomanskirche.

Unterwegs bietet sich ein fantastischer Ausblick auf den Irrsee und den Wallersee. Nach drei Stunden Gehzeit erreichen die Wanderer die schindelverkleidete Kirche. Während die Wanderung auf der Salzburger Seite verläuft, steht das Kirchlein um Haaresbreite in Oberösterreich. „Die Kirche wurde dem Heiligen Koloman geweiht, einem christlichen Märtyrer. Der Legende nach soll er hier eine Quelle erweckt haben, als er auf seiner Pilgerreise nach Jerusalem eine Rast machte.“

Die Kirche wurde im Jahr 1742 an der Stelle einer Kapelle errichtet. Der Altar stammt noch aus der ursprünglichen Kapelle. An den Wänden befinden sich Votivbilder.
Von der Kirche ist es dann nur noch eine Stunde Gehzeit zurück zum Ausgangspunkt.
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