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Ausgabe Nr. 16/2022 vom 19.04.2022, Foto: action press
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Mit neun Jahren hatte Laurent Simons die Matura in der Tasche, mit elf seinen Bachelor in Physik.
Wunderkinder – Teil 1: Laurent Simons, 12, liebt Physik
„Ich träume davon, künstliche Organe zu bauen“. Mit neun Jahren hatte Laurent Simons die Matura in der Tasche, mit elf seinen Bachelor in Physik. Der belgisch-niederländische Bub gilt als ein Wunderkind und hat einen Intelligenzquotienten von 145. Als nächsten Schritt plant der Zwölfjährige, in München (D) zu studieren. Er möchte eine Maschine bauen, die Darmkrebs früh erkennt und damit Leben rettet.
Der kleine Sohn spielte nicht mit Autos, er zerlegte sie. „Er hat das Spielzeug kaputt gemacht. Aber nicht, weil er es zerstören wollte, sondern weil Laurent interessiert daran war, wie die Autos zusammengebaut waren“, erklärt sein Vater Alexander Simons.
Da kam den Eltern der Gedanke, ihr Zögling könnte etwas Außergewöhnliches sein. Tatsächlich entwickelte er sich zum Wunderkind, wurde mit vier Jahren eingeschult und hatte als Neunjähriger die Matura in der Tasche. Zwei Jahre später durfte sich der Elfjährige zu den Absolventen eines Physikstudiums an der belgischen Universität Antwerpen zählen. „Mit höchster Auszeichnung“, wie sein Vater Alexander in einer hochoffiziellen Aussendung stolz betonte.

Klüger als jeder Student
Was seinen Sohn Laurent so besonders macht – während erwachsene Studenten drei Jahre büffeln müssen, ehe sie einen vergleichbaren Abschluss vorweisen können, benötigte der belgisch-niederländische Bub dafür gerade einmal ein Jahr. „Das war ein schönes Gefühl, dass ich das geschafft habe“, meinte er. Was er damit leistete, sorgte aber auch außerhalb der eigenen Familie für Erstaunen.
„Er ist drei Mal so klug wie der klügste Student, den ich jemals hatte“, brachte ein Professor die Hirnleistung des jungen Mannes auf den Punkt.

In Zahlen ausgedrückt hat Laurent Simons einen Intelligenzquotienten (IQ) von 145. Während normale Menschen nach dem System des französischen Psychologen Alfred Binet mit einem IQ von 85 bis 100 eingestuft werden, gelten Personen mit einem Wert zwischen 138 und 145 wie Simons als hochbegabt – gefolgt vom Status eines Genies wie Laurents Vorbild Albert Einstein, dessen IQ zwischen 160 und 180 lag. Ihn nannte der Bub, damals sieben Jahre alt, wie es sich für ambitionierte Nachwuchs-Physiker gehört, als Vorbild.

Nur etwa ein Prozent aller Menschen weltweit haben einen IQ von 135 oder darüber wie Laurent Simons. Wie sehr ihn das selbst beeindruckt, lässt der Bub offen. Auf seinem Instagram-Kanal gibt sich der Zwölfjährige stets freundlich und bescheiden. Zuletzt veröffentlichte er über das Internet-Programm seine Ankunft in Israel. Dort hat er in einem Labor zur Erforschung und Entwicklung neuer Technologien auf Grundlage modernster Materialien und Stammzellen für die Züchtung und Regeneration von Geweben und Organen einen Forschungsaufenthalt angetreten. Wie immer begleitet von Fernsehkameras, um das Unglaubliche festzuhalten: ein Zwölfjähriger, der mit Doppeldoktoren daran arbeitet, die Welt zu verändern.

Das schreit förmlich nach öffentlichkeitswirksamer Darstellung, die in jedem Fall von Laurents Eltern, zwei Zahnärzten, vorangetrieben wird. Sie versuchen mit allen Mitteln, ihren Sohn zu vermarkten und scheuen vor Maßnahmen nicht zurück, wenn sie ihr Ziel nicht erreichen können.

Streit mit der Universität
Als ihr Filius seinen Bachelor-Abschluss in Elektrotechnik aufgrund zu vieler offener Prüfungen im Jahr 2019 nicht vor seinem zehnten Geburtstag beenden durfte, nahmen sie ihn im Streit von der Universität Eindhoven (Niederlande). Denn damit war ihr Ziel gescheitert, den Rekord des Amerikaners Michael Kearney, der sein Studienfach Anthropologie im Jahr 1994 im Alter von zehn Jahren beendete, zu brechen.
Allerdings konnte der Sohn seine ambitionierten Eltern beruhigen, als er im Vorjahr mit Bestnoten den Bachelor in Physik an der Universität von Antwerpen erwarb.

„Laurent lernt nicht, er liest“, erklärt sein Vater das Talent seines Buben. „Ich merke mir einfach, was ich einmal gesehen habe. Wenn ich etwas wissen möchte, schnappe ich mir ein Buch und mache es mir auf dem Sofa gemütlich.“ Dann fliegt er über die Zeilen, erfasst mit einem Mal, worum es geht, und merkt es sich sofort. „Sein Gehirn funktioniert eigentlich wie eine Kopiermaschine“, sagt der stolze Papa. In der Fachsprache wird das fotografisches Gedächtnis genannt, das sich jeder Schüler wohl wünscht.

So absolvierte er mühelos in Brügge in Belgien bei seinen Großeltern das Gymnasium durch Einzelunterricht.
Derzeit plant er, Außenstehende am Leben eines Wunderkindes teilhaben zu lassen und bastelt am YouTube-Kanal mit dem Titel „Laurent‘s Welt“, in dem er weniger begabten Kindern Nachhilfe in Mathematik geben, aber auch aus seinem „normalen“ Leben erzählen will. Denn wenn der Zwölfjährige einmal nicht vor seinen Büchern sitzt, sieht er sich gerne Actionfilme an oder spielt mit seinen Hunden, die er im Internet auch vorstellen möchte.

Am meisten interessieren den Buben auf dem Sprung zum Erwachsenwerden aber freilich Zahlen und Quantenphysik. „Ich träume davon, einmal künstliche Organe zu bauen.“ Erste Schritte in diese Richtung hat er bereits gemacht. Vor seinem Aufenthalt in Israel hat der Zwölfjährige ein zweimonatiges Schnupperstudium an der Physik-Fakultät der Ludwig-Maximilian-Universität, einer der renommiertesten Einrichtungen Europas in München (D), wo er bald auch richtig studieren will, und am Max-Planck-Institut für Quantenoptik im Forschungszentrum Garching bei München absolviert. „Das war echt super“, meinte der Bub begeistert, nachdem er gemeinsam mit einem internationalen Forschungsteam an einem Laser arbeiten durfte.

Damit sollen in Zukunft kleinste Spuren aufgespürt werden, die Gewebetumore im Blutkreislauf hinterlassen. „Es geht darum, dass die Maschine Darmkrebs schon im frühesten Stadium in Blutproben erkennen kann“, erklärt Laurent wie ein Großer. Groß ist auch sein Ziel: „Ich will Leben retten!“
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