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Ausgabe Nr. 02/2022 vom 11.01.2022, Foto: ddp
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Mit dem großen „T“ im Vornamen wollte ChrisTine Urspruch einst signalisieren, dass sich Größe auch dort finden kann, wo es nicht danach aussieht.
ChrisTine Urspruch: „Ich gebe nicht klein bei“
Mit dem großen „T“ im Vornamen wollte ChrisTine Urspruch einst signalisieren, dass sich Größe auch dort finden kann, wo es nicht danach aussieht. Heute hätte die nur 1,32 Meter große Künstlerin das nicht mehr nötig, sie zählt zu den beliebtesten deutschen Darstellerinnen (im Bild mit Jan Josef Liefers, li., und Axel Prahl).
Als Tochter eines Handwerkers und einer Hausfrau wuchs die am 16. September 1970 geborene ChrisTine Urspruch im deutschen Remscheid behütet auf. Sie war ein fröhliches Kind. Bis sie elf Jahre alt war. „Dann hat mein Körper beschlossen, dass es mit dem Größerwerden jetzt genug ist“, erinnert sich die 51jährige.

„Das war in der ersten Zeit ein Schock für mich. Und dass es für ein Mädchen, das nur 132 Zentimeter groß wird, in der Schule manchmal Hänseleien gab, war klar. Doch ich hatte auch einige verständnisvolle Freundinnen, die mich trösteten.“

Ein Trost, der ChrisTine Urspruch damals sicher gut tat, den sie im Laufe der Jahre aber gar nicht mehr wollte. „Mir wurde klar, dass ich mich mit meinen 132 Zentimetern abfinden und eben das Beste daraus machen musste.“

Das tat sie. Nach der Matura studierte sie Deutsch und Englisch fürs Lehramt, nebenbei schloss sie sich der Theatergruppe „Brot und Spiele“ an. „Das war für meine Zukunft ungeheuer wichtig“, meint sie. „Ich lernte Menschen aus der Bühnenwelt kennen, die mir zu ersten Auftritten verhalfen. Mein Studium schmiss ich hin.“
Fortan bestimmte die Schauspie-lerei ihr Leben. Und als Titelfigur in dem Kinofilm „Das Sams“, in dem sie einen kleinen Kobold mit roten Haaren, Schweinsnase und vielen blauen Pünktchen im Gesicht verkörperte, wurde sie einem breiten Publikum bekannt. Der Erfolg war so groß, dass die Geschichte zwei Fortsetzungen erhielt – und ChrisTine Urspruch eine Traumrolle. Sie hatte künftig als „Alberich“ genannte Assistentin des Rechtsmediziners im Münster-„Tatort“ ein fixes Standbein im Fernsehen. Zur besten Sendezeit und vor einem Millionenpublikum.

„Ich muss immer lachen, wenn mich Krimifreunde für eine Millionärin halten, weil ich da mitspiele“, erzählt sie. „Die Wahrheit ist: Vom ,Tatort‘ könnte ich nicht leben. Das sind ja pro Film meist nur zwei oder drei Drehtage.“ Da hilft es, dass sie mittlerweile auch viele andere Angebote bekommt und fünf Jahre lang die Hauptrolle in der Serie „Dr. Klein“ spielte.

Privat hat ChrisTine Urspruch bereits zwei gescheiterte Ehen hinter sich. Aus der zweiten stammt ihre 18jährige Tochter Lilo, um die sie sich mit dem Vater kümmert, dem sie noch in Freundschaft verbunden ist.

„Ich glaube, ich bin für mein Kind ein gutes Vorbild“, sagt Urspruch. „Mein Motto ,Ich gebe nicht klein bei‘ hat Lilo jedenfalls auch zu dem ihren gemacht, obwohl sie es körperlich nicht nötig hätte.“

Fürs Herz ist bei der Darstellerin derzeit ein früherer Freund zuständig. „Vielleicht rostet alte Liebe ja wirklich nicht“ (lacht).

„Tatort – Des Teufels langer Atem“
Sonntag, 16.1., 20.15 Uhr, ORF2, Das Erste
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