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Ausgabe Nr. 52/2021 vom 28.12.2021, Fotos: Warner Music
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James Blunt gönnt sich gern ein Bier, aber …
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Seine größten Erfolge, aber auch ein paar neue Aufnahmen sind auf „The Stars Beneath My Feet (2004–2021)“ zu hören. Das Album ist bereits erschienen. Auf Tournee will James Blunt auch gehen, Ende Jänner soll in Dubai der Auftakt sein.
„Ich versaufe nicht den Profit meines Pubs“
Nach ein paar gescheiterten Anläufen plant James Blunt, 47, jetzt seine Tournee für Ende März und April. Gerade hat der englische Musiker, der mit „You‘re Beautiful“, „1973“ oder „No Bravery“ Hits gelandet hat, seine Greatest-Hits-Sammlung „The Stars Beneath My Feet (2004–2021)“ veröffentlicht. Auch als Besitzer einer Bar schlägt sich Blunt tapfer, wie er dem WOCHE-Reporter Steffen Rüth erzählte.
Sie leben mit Ihrer Frau Sofia Wellesley und den beiden kleinen Söhnen überwiegend auf Ibiza (Spanien). War das auch für die Feiertage und den Jahreswechsel geplant?
Nein, wir waren schon den ganzen Herbst über in unserem Haus in London (England). Ich musste arbeiten. Besser gesagt: Ich wollte arbeiten. Die lange Zeit ohne Konzerte und so vieles, was ich liebe, war niederschmetternd genug. Es ist keine Arbeit für mich, in Fernseh-Shows in ganz Europa aufzutreten, wie bei „The Voice of Germany“, und meine Lieder zu singen. Es ist eine Ehre und ein Privileg.
Trotzdem ist es natürlich gerade in Pandemie-Zeiten schon praktisch, eine Villa auf den Balearen zu besitzen, oder?
Ja, das kann ich schon sagen. Ein „Lockdown“ auf Ibiza ist zwar auch ein „Lockdown“, aber er ist absolut erträglich. Ich gebe zu: Am Anfang der Seuche dachte ich auch, wir hängen alle zusammen in der Sache drin und stehen es auch zusammen durch. So war es nicht. Wir gehörten zu den Glücklichen, wir hatten immer einen Garten und immer ein Schwimmbecken. Andererseits war es ganz gesund, wenn die Politik deine Arbeit als verzichtbar bewertet. Lastwagenfahrer und Ärztinnen sind wichtiger als Popsänger. Meine Arbeit ist für die Menschen nicht lebensnotwendig, sie ist ein Bonus.
Konnten Sie die Ruhe auch wertschätzen?
Sehr sogar. Ich konnte zu Hause bleiben und Zeit mit meinen Kindern verbringen. Zum ersten Mal nach 17 Jahren habe ich entdeckt, dass ich Kinder habe (lacht). Ich habe meine Frau so oft in der Vergangenheit belogen, wenn ich sagte, „Schatz, nächstes Jahr nehme ich mir frei.“ Jetzt habe ich es getan. Und sie liebt mich immer noch.
Gab es den Plan, Ihre größten Hits auf einem Album zu versammeln, schon lange?
Nein, gar nicht. Diese Überlegung war eine Pandemie-Geburt. Ich kramte durch meine alten Lieblingslieder, auch durch besondere Aufnahmen wie jene von meinem Auftritt beim „Glastonbury“-Festival, polierte ein paar alte, vergessene Demoversionen auf und band alles mit meinen sogenannten Hits zusammen.
Im Lied „Monsters“ von Ihrem Album 2019 geht es um das Verhältnis zu Ihrem kranken Vater.
Genau. „Monsters“ hat einen Nerv getroffen. Bei dem Song merken alle sofort: Das ist echt. Die Lieder, die am nächsten dran sind an mir und meinen Gefühlen, das sind meine besten.
Wie geht es Ihrem Vater, wenn die Frage erlaubt ist?
Meinem Vater geht es soweit gut. Er hat eine zweite Spenderniere bekommen, ist am Leben und schlägt sich wacker.
Sie haben sich quasi als Zweitbeschäftigung vor drei, vier Jahren ein Pub gekauft. Wie läuft es mit dem „The Fox & Pheasant“ im Londoner Stadtviertel Chelsea?
Exzellent. Die Atmosphäre in meinem Pub ist einfach phantastisch. Wir wohnen quasi um die Ecke, und ich bin bestimmt zwei bis drei Mal pro Woche dort.
Sind Sie Ihr eigener bester Kunde?
Ich gönne mir ein Pint, aber ich versaufe nicht den Profit (lacht).
Warum haben Sie das Lokal gekauft?
Das war kein Kindheitswunsch, sondern eine spontane Entscheidung. Ich hätte mir nie träumen lassen, einmal ein Pub zu besitzen. Aber es war halt mein Stammlokal, und nach 170 Jahren fiel es allmählich auseinander. Als es verkauft und in ein Wohnhaus umgebaut werden sollte, schlug ich zu.
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