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Ausgabe Nr. 51/2021 vom 21.12.2021, Foto: imago images / blickwinkel
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Geräuchert wird mit getrockneten Pflanzen und Früchten.
Verräucherter Zimt hilft bei Erkältung
Wohlige Gerüche und bezaubernde Düfte können unsere Stimmung beeinflussen, Erinnerungen hervorrufen, aber auch die Gesundheit unterstützen. Beim Räuchern profitieren Körper, Geist und Seele von dieser Wirkung. Verräuchern lassen sich fast alle Pflanzen, Kräuter, Früchte und Gehölze. Wie sie genau wirken, beschreibt ein neuer Ratgeber.
Riechen ist einer der ältesten Sinne. Die Umwelt mit der Nase wahrnehmen zu können, war in längst vergangenen Zeiten überlebenswichtig, etwa um Verdorbenes von Genießbarem zu unterscheiden.
Bis zu dreißig Millionen Riechzellen sitzen in unserer Nase und bis heute ist die Nase eines unserer wichtigsten Sinnesorgane. „Ein gutes Näschen für etwas haben“ oder „Immer der Nase nach“ zeigen uns, wie wichtig die Nase für uns ist, nicht nur sprichwörtlich. „Riechen ist mehr als ein Überlebenssinn. Es ist der Schlüssel zu unseren Erinnerungen, die Grundlage für die Produktion von zahlreichen Hormonen und damit maßgeblich für unsere Stimmung verantwortlich. Frauen haben einen kleinen biologischen Vorteil. Sie haben doppelt so viele Neuronen im Riechkolben, das ist eine Gehirnregion, daher funktioniert die Geruchsverarbeitung bei ihnen besser“, verrät die zertifizierte Kräuterpädagogin Elisabeth Nussbaumer aus Kematen an der Krems (OÖ) und Mit-Autorin des Buches „Magisches Dufträuchern“.

Es sind die ätherischen Öle, die, beim Zerkleinern und Erhitzen freigesetzt, in die Atemluft gelangen und hier von stimmungsaufhellend bis keimtötend wirken können. „Wie vielseitig Düfte im Körper wirken, wird noch immer erforscht. Heute ist bekannt, dass Duftrezeptoren nicht nur in der Nase, sondern auch in anderen Körperzellen sitzen. Auch über die Nahrung und das Blut gelangen Duftstoffe zu unseren Organen. Erst kürzlich wurde herausgefunden, dass selbst Tumorzellen Duftrezeptoren besitzen. Im Fall von Leberkrebszellen etwa wirkt Zitronenduft auf deren Wachstum hemmend. Da könnten sich ganz neue, schonende Wege für die Krebstherapie eröffnen“, verrät Nussbaumer. Aber auch für den Alltag, etwa beim Lernen, können Duftstoffe helfen. „Ingwer und Rosmarin fördern die Konzentration und unterstützen das Gedächtnis“, sagt die Expertin.

Eine Möglichkeit, wohltuende Gerüche zu genießen, ist das Räuchern mit Stövchen und getrocknetem Räuchergut. „Aus der Natur lässt sich vieles finden, das sich zum Räuchern eignet. Blühende Kräuter, Gewürze, Nadeln, Samen, Früchte, Wurzeln, Blätter, Harze und vieles mehr. Am besten ist, wenn das Räucher gut trocken ist und erst kurz vor dem Auflegen auf das Stövchen zerkleinert wird, mit einem Mörser oder von Hand zerpflückt. Dabei lassen sich die Naturmaterialien nach Belieben mischen. Damit es mit dem Räuchern gut klappt, sollte das Stövchen mindestens neun Zentimeter hoch sein und der Durchmesser des Siebes mindestens neun Zentimeter betragen. Wird auch Harz verräuchert, bedarf es zusätzlich eines Räucherblechs“, verrät Nussbaumer.

Die Dauer des Räucherns richtet sich nach den persönlichen Vorlieben. „Viele Anfänger meinen, das Räuchergut müsste im Stövchen zu rauchen beginnen. Das ist nicht der Fall. Das ist eher ein Anzeichen dafür, dass das Räuchergut zu heiß wird, und dann kann es unangenehm riechen. Damit das nicht eintritt und die persönlich passende Duftintensität gefunden wird, sollte das Räuchergut zuerst an den Rand gelegt und bei Wunsch nach mehr Duft langsam in die Mitte gerückt werden. Dann kann, je nach Belieben, der Duft für ein paar Minuten genossen werden oder einmal eine Stunde den Raum füllen. Hat sich das Räuchergut dunkel verfärbt oder gibt es kein Aroma mehr ab, wird es abgekühlt und der Natur zurückgegeben.“

Vier Räucher-Ideen für die Gesundheit
In den Gewürzregalen, im Kräutergarten oder beim Spaziergang in der Natur finden sich die Zutaten, um in sinnliche Dufterlebnisse einzutauchen.
Ingwer
Hebt die Stimmung
Duft: zitronenähnlich, frisch-würzig.
Wirkung: steigert die Konzentration, aufbauend und Energie gebend, raumreinigend, schafft emotionalen Ausgleich und hebt die Stimmung. Besonders in der Erkältungszeit hilft Ingwer hervorragend, um die Raumluft zu reinigen und zu erfrischen.
Zimt
Unterstützt bei Erkältung
Duft: intensiv, süßlich, klassischer Weihnachtsduft.
Wirkung: entkrampfend, bei Schwäche und Erschöpfung, gibt Mut, raumluftreinigend durch keimtötende Eigenschaften, unterstützend bei Erkältungen, stimmungsaufhellend.
Fichte
Heilt alte seelische Wunden
Duft: frischer, intensiver Waldduft, leicht zitronig.
Wirkung: Unterstützt bei Infekten der Atemwege, klärend, öffnend, keimtötend, hat eine starke Reinigungskraft, hilft sanft und segnend, alte seelische Wunden zu heilen, wandelt Melancholie in Freude.
Orange
Mindert Stress, Angst und Unruhe
Duft: frisch-fruchtig, klassisch nach Zitrusfrucht.
Wirkung: stimmt fröhlich und optimistisch, ausgleichend bei Stress, Ängsten und Unruhe, gegen depressive Verstimmung, desinifiziert die Raumluft, stärkt das Immunsystem.

Buchtipp:
„Magisches Dufträuchern“
Sabine Eilmsteiner und Elisabeth Nussbaumer
Kneipp Verlag Wien
ISBN: 978-3-7088-0791-1
www. styriabooks.at
22,– Euro
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