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Ausgabe Nr. 51/2021 vom 21.12.2021, Foto: CAN/Capital Pictures
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Keira Knightley, 36, bekämpft Belästigung.
Keira Knightley: „Wer die Wahrheit sagt, wird bestraft“
Als Kind liebte sie es zu spielen. Das tut Keira Knightley auch als Mutter zweier Töchter noch. Und sie engagiert sich für Frauen, die zu Opfern von Männern ohne Benehmen wurden.
Frau Knightley, Ihr Vater ist Schauspieler, Ihre Mutter Dramaturgin. Überlegten Sie jemals, etwas anderes zu werden als Schauspielerin?
Nie. Aber ich glaube, das hat wenig mit meiner Familie zu tun. Ausschlaggebend für meine Berufswahl waren vor allem die Puppenhäuser, die ich als Kind – meistens zu Weihnachten – geschenkt bekam. Ich liebte sie und konnte mich stundenlang damit beschäftigen. Ich erfand immer wieder neue Geschichten für die Bewohner, lebte mit ihnen sozusagen mit. Ich wollte nie aufhören zu spielen.
Strenggenommen mussten Sie das auch nie. Schon seit Ihrem achten Lebensjahr standen Sie vor der Kamera und verkörperten als 18jährige in dem Welterfolg „Fluch der Karibik“ bereits eine Hauptrolle. Ist Spielen für Sie noch immer das Größte?
Sagen wir so: Es ist für mich nach wie vor ein wichtiger Teil meines Lebens. Aber ich bin mittlerweile die Mama von zwei Töchtern, der sechsjährigen Edie und der zweijährigen Delilah. Kinder verändern alles, da bekommt alles eine neue Wertigkeit. Wären die beiden Kleinen unglücklich, weil ich durch meine Arbeit zu wenig Zeit für sie hätte – ich wäre sofort Ex-Schauspielerin.
Bei uns sind Sie zu Weihnachten in „Der Nussknacker und die vier Reiche“ in der Rolle der „Zuckerfee“ zu sehen …
Fein, das ist eine märchenhafte Geschichte für kleine und große Kinder. Ansonsten bin ich bei Märchen eher vorsichtig.
Inwiefern?
Ich mag es nicht, wenn arme Mägde von reichen Prinzen erobert werden. Zumindest kleine Mädchen glauben dann, das soll so sein. Das ist ein falscher Zugang.
Sie haben sich für die „#MeToo“-Bewegung starkgemacht, die Frauen ermuntert, über sexuelle Belästigungen zu sprechen …
Ich kenne keine Frau, die noch nicht belästigt wurde. Dagegen müssen wir uns mit aller Kraft zur Wehr setzen. Leider habe ich das Gefühl, dass in vielen Fällen noch immer gilt: Wer die Wahrheit sagt, wird bestraft.
Was meint Ihr Mann, der Musiker James Righton, dazu?
Er unterstützt mich total. Sonst wären wir geschieden.
Im Jahr 1998 wirkten Sie in der Rosamunde-Pilcher-Verfilmung „Heimkehr“ mit. Erinnern Sie sich noch daran?
Na klar. Für eine Romantikerin wie mich war das ein Traum.
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