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Ausgabe Nr. 46/2021 vom 16.11.2021, Foto: ddp/Picture Press/Jens Koch
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Sebastian Ströbel, 44, warnt die „Halbschuh-Touristen“.
Sebastian Ströbel: „Nicht jeder ist für den Berg geeignet“
In der Serie „Die Bergretter“ gibt es oft Szenen, in denen es um Leben und Tod geht. Der sportliche Sebastian Ströbel würde gern alle selbst drehen. Aber dann siegt die Vernunft, schließlich warten daheim auf ihn fünf Frauen.
Herr Ströbel, seit 2014 sind Sie serienmäßig als „Bergretter“ im Dachsteingebiet im Einsatz. Wie gefällt es Ihnen im Land der Berge?
Ich habe die Welt der Gipfel schon als Kind kennengelernt. Geboren bin ich zwar in der deutschen Großstadt Karlsruhe, aber als ich zwölf Jahre alt war, zog die Familie Ströbel nach Ravensbrück, also an den Rand der Allgäuer Alpen. Dort war es vor allem meine Mama, die an den Wochenenden die familiäre Freizeitgestaltung bestimmte. Und bei ihr hieß es regelmäßig „auf in die Berge“. In meinen Ohren klang das nach Abenteuer, und ich war von Anfang an mit Begeisterung dabei.
Erwiesen sich diese Erfahrungen für Sie als Hilfe bei den Serien-Dreharbeiten?
Absolut. Für mich sind Berge eine sportliche Herausforderung.
Und in unserem Team wissen inzwischen alle, dass ich am liebsten alle Szenen selbst drehen würde, ohne mich von einem Profi-Kletterer vertreten zu lassen. Aber wir sind auch vorsichtig und passen genau auf, was machbar ist und was nicht. Leider gibt es ja viele leichtsinnige Bergfreunde.
Was meinen Sie damit konkret?
Ich meine damit Typen, die in die Berge gehen, ohne darauf gewissenhaft vorbereitet zu sein. Wir erfahren doch durch die Medien regelmäßig von manchmal auch tödlichen Abstürzen, zu denen es kam, weil die Opfer zu unerfahren oder nicht richtig ausgerüstet waren. Nicht jeder ist für den Berg geeignet, nicht jeder ist ein Reinhold Messner, auch wenn er sich dafür hält.
Sie haben Schauspiel am Mozarteum in Salzburg studiert, und Ihre erste kleine Rolle bekamen Sie in einer Folge der Krimi-Serie „Kommissar Rex“. Es heißt, dass Sie anschließend etliche interessante Rollen nicht bekamen, da Sie von den Regisseuren als „zu schön“ abgelehnt wurden …
(lacht) Nein, das stimmt nicht. Allerdings ist gutes Aussehen für einen Schauspieler heutzutage sicher kein Vorteil mehr. Gesucht werden Kerle mit Ecken und Kanten. Ich finde, ich habe genug davon.
Sie drehen für die Serie jährlich sieben Monate in Österreich, wohnen aber in der deutschen Stadt Hamburg. Was sagen Ihre Frau Kristina, 42, und Ihre vier Töchter im Alter von zwei, zehn, 13 und 15 Jahren dazu?
Ich glaube, die sind alles in allem recht zufrieden. Schließlich fahre ich fast jede Woche 1.000 Kilometer, um wenigstens am Wochenende zu Hause zu sein.
Sind Ihre Töchter auf den Papa stolz?
Bei der Kleinen weiß ich noch nichts, aber die drei Großen sehen sich die Serie manchmal an und finden sie in Ordnung. Allerdings sind sie in der Pubertät, und da bin ich ihnen natürlich auch oft sagenhaft peinlich. Etwa wenn ich bei einer Schulaufführung als Einziger laut „Zugabe“ rufe.

„Die Bergretter – Vierzehn Stufen“
Donnerstag, 25.11., 20.15 Uhr, ZDF
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