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Ausgabe Nr. 45/2021 vom 09.11.2021, Foto: ORF/BR
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Stella Martin (Adele Neuhauser) erleidet beim Zusammenstoß mit einem Radfahrer eine Gehirnerschütterung.
„Faltenfrei“: Plötzlich Stimmen im Kopf
Eine zynische Profiteurin des Schönheitswahns fällt im Laufe einer kosmetischen Operation auf den Kopf und kann fortan hören, was andere Menschen über sie denken. Es ist nichts Gutes. Die Hauptrolle in der Komödie im Kampf um gutes Aussehen spielt Adele Neuhauser.
Stella Martin (Adele Neuhauser, 62) ist in der Schönheitsbranche eine ganz große Nummer. Ihre „Faltenfrei“-Produkte verkaufen sich wie die warmen Semmeln. Leider steigt ihr der Erfolg zu Kopf. Sie behandelt ihre Mitarbeiter, aber auch ihre Familie herablassend und erträgt nicht die leiseste Kritik.
Aber dann laufen eines Tages ihre Geschäfte nicht mehr gut, und sie verdächtigt ihren Mann Georg (Thomas Limpinsel, 56), ein Verhältnis mit einer Jüngeren zu haben. Sie wird zum Nervenbündel, läuft unachtsam über die Straße und erleidet beim Zusammenstoß mit einem Radfahrer eine Gehirnerschütterung. Als Ausweg aus dem Dilemma sieht sie eine Schönheits-Operation mit Komplett-Restaurierung. Als sie vom Operationstisch fällt, stellt dieser Sturz ihr Leben auf den Kopf. Plötzlich kann sie hören, was andere Menschen über sie denken, und das ist wenig schmeichelhaft. Stella ist empört, aber auch entsetzt …

„Unser Film erzählt eine Hochmut-kommt-vor-dem-Fall-Geschichte, wie man sie sich treffender kaum vorstellen kann“, meint Adele Neuhauser. „Obendrein arbeitet Stella in einem Gewerbe, dessen Protagonisten sich durch die Wünsche und Träume von zig Millionen Menschen auch im wirklichen Leben goldene Nasen verdienen. Das Versprechen von Schönheit und ewiger Jugend hat auf die meisten eine geradezu magnetische Wirkung.“
Für die Hauptdarstellerin war die Rolle der Stella natürlich eine außergewöhnlich reizvolle Aufgabe. „Die genüsslichsten Herausforderungen waren für mich die Augenblicke, als diese egozentrische Frau durch ihren ,Hör-Sturz‘ – im Sinne von Sturz zum Hören – mit dem Spiegel der Wahrheit konfrontiert wird“, verrät Neuhauser. „Also jene Situationen, in denen sie, seelisch verwundet, einsehen muss, dass sie schon lange auf einem falschen Weg war.“

Auf die Frage, ob sie selbst gerne einen Tag lang hören würde, was andere über sie denken, winkt Adele Neuhauser ab. „Nachdem ich durch die Dreharbeiten eine gewisse Vorstellung davon bekommen habe, was es bedeutet, die Gedanken anderer zu deiner Person zu erfahren, muss ich ehrlich sagen: Nein, das möchte ich nicht.“

Am Abstecher ins Komödienfach reizte die „Tatort“-Kommissarin vor allem eines: „Der grassierende Schönheitswahn ist doch, genau betrachtet, an Lächerlichkeit nicht mehr zu überbieten. Ich empfinde jedenfalls auch den schönsten Menschen nur dann als schön, wenn er zugleich mitfühlend, klug und leidenschaftlich ist.“
In einer eher kleinen Rolle ist auch Manuel Rubey, 42, als Schönheitschirurg zu sehen. „Mir war der Film wichtig, weil er zeigt, wie primitiv es ist, den Wert eines Menschen auf sein Aussehen zu reduzieren.“

„Faltenfrei“
Mittwoch, 17.11., 20.15 Uhr, ORF2, Das Erste
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