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Ausgabe Nr. 44/2021 vom 02.11.2021, Fotos: mauritius images / Photo 12 / Alamy, ZDF / Angelo Novi / Paramount Pictures, © 1954 Metro-Goldwyn-Mayer Studios Inc.
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„Spiel mir das Lied vom Tod“
Fr., 5.11., 22.25 Uhr, 3sat
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„Vera Cruz“
So., 7.11., 10.15 Uhr, Arte
Charles Bronson: Der zarte Harte
Als gnadenloser Rächer feierte er seine größten Erfolge. Doch der echte Charles Bronson war ganz anders.
Eine Karriere als millionenschwerer „Weltstar“ der Leinwand wurde ihm nicht in die Wiege gelegt. Sein Vater schuftete in einem Kohlebergwerk, die Mutter kümmerte sich um die 15 Kinder. Charles, am 3.11.1921 geboren, war das elfte und einzige, das einen Schulabschluss schaffte. „Dass mir das gelang, empfinde ich als Wunder“, erinnerte er sich später. „Schließlich stammten meine Eltern aus Litauen, wir sprachen zu Hause Litauisch oder Russisch. Englisch lernte ich erst mühsam in der Schule.“

Im Zweiten Weltkrieg wurde Charles Bronson, der damals noch Buchinsky hieß, zum Militär eingezogen. Er kam als Bordschütze eines B-29-Bombers zum Einsatz, wurde verwundet und mit dem Orden „Purple Heart“ ausgezeichnet. Nach Kriegsende und einem abgebrochenen Kunststudium beschloss er, es als Schauspieler zu versuchen: „Ich hatte einige Filme gesehen und dachte mir, das kann ich auch.“ Welche Darsteller ihn zu dieser Annahme verleiteten, ist bis heute ein Rätsel.

Bronson war nicht groß, nicht sonderlich gutaussehend und seine Mimik ähnelte einer Gesichtslähmung. Aber er war ein Typ. Einer, der in Hollywood tatsächlich rasch kleine Rollen bekam. Als Mexikaner, Indianer oder als zwielichtiger Charakter. Dann kamen „Die glorreichen Sieben“ und er war einer davon. Den endgültigen Durchbruch schaffte er mit „Spiel mir das Lied vom Tod“, in dem er als „Bub mit der Mundharmonika“ die Ermordung seines Bruders miterlebt, wofür er als Erwachsener Rache nimmt. In den USA hatte er mit „Ein Mann sieht rot“ freilich den größten Erfolg. Dass er in der Geschichte für den Mord an seiner Frau und die Vergewaltigung seiner Tochter Selbstjustiz übt, gefiel den meisten Amerikanern, doch der Film löste auch heftige Diskussionen aus.

„Ich litt darunter, dass viele Menschen glaubten, ich wäre auch im echten Leben so“, meinte er. „Dabei halte ich Gewalt in jeder Form für das größte Übel, das es gibt.“

Die einzige Auszeichnung für sein Schaffen bekam er 1972. Er erhielt den „Golden Globe“ als „beliebtester Darsteller der Welt“.

Bronson war drei Mal verheiratet, aus der ersten Ehe hat er eine Tochter und einen Sohn, aus der zweiten eine Tochter. Sein Nachwuchs bezeichnet ihn rückblickend als „den liebevollsten und zärtlichsten Papa, den man sich vorstellen kann“. Der „zarte Harte“ starb 2003 im Alter von 81 Jahren an den Folgen einer Alzheimer-Erkrankung.

„Charles Bronson – Hollywoods härtester Kerl“
So., 7.11., 11.45 Uhr, Arte
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