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Ausgabe Nr. 41/2021 vom 12.10.2021, Foto: Arte/ORF/Universal/Laurie Sparham
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Eine ehema-lige Kellnerin inspiriert den Modeschöpfer zu Luxusroben.
„Der seidene Faden“: Die Muse des Todes
Im letzten Film des britisch-irischen „Oscar-Sammlers“ Daniel Day-Lewis sehen wir ihn als arroganten Nobelschneider und Frauenschwarm, der von einer früheren Kellnerin gezähmt wird. Notfalls auch mit Hilfe giftiger Pilze.
Nach dem Zweiten Weltkrieg betreibt Reynolds Woodcock (Daniel Day-Lewis, 64) in der britischen Metropole London ein Modehaus für die oberen Zehntausend. Zu seinen Kunden zählen Schauspieler, Mitglieder des Königshauses und andere Prominente. Der fesche Nobelschneider wird von Frauen umschwärmt, aber die Beziehungen halten nie lang, seine Verehrerinnen langweilen ihn rasch.

Doch dann lernt er die Kellnerin Alma (Vicky Krieps, 38) kennen, in die er sich ernsthaft verliebt. Sie wird zu seiner Muse. Aber mit der Zeit kommt es zwischen den beiden Sturköpfen immer öfter zu Zwistigkeiten. Und als Alma meint, Grund zur Eifersucht zu haben, mengt sie Gift von Pilzen in seinen Frühstückstee. Woodcock erkrankt schwer, lehnt ärztliche Hilfe jedoch ab. Alma pflegt ihn, bis er wieder gesund ist. Danach macht er ihr einen Heiratsantrag, sie nimmt an. Das Glück währt indes nicht lang, der Machtkampf zwischen den beiden ist nicht beendet. Schließlich geht sie wieder einmal in den Wald, um Pilze zu sammeln …

Wie bei allen seinen Rollen hat sich Daniel Day-Lewis auch auf die Arbeit als Modeschöpfer akribisch vorbereitet. Der bisher einzige Schauspieler, der drei Hauptdarsteller-„Oscars“ gewann, schneiderte seiner Frau Rebeca Miller, 59, selbst ein Kleid. „Vom Entwurf bis zum letzten Nadelstich“, betont er. „Ich habe wirklich alles selbst gemacht. Rebecca hat es bereits getragen, und alle sagten, es sei hübsch.“
Für die größte Überraschung im Vorfeld der Dreharbeiten sorgte der dreifache Vater Day-Lewis freilich mit der Ankündigung, „Der seidene Faden“ sei seine letzte Arbeit als Schauspieler. „Ich bin allen Mitarbeitern und Kinobesuchern unendlich dankbar, die mir diese Karriere ermöglicht haben. Mehr möchte ich dazu nicht sagen, es ist eine äußerst persönliche Entscheidung.“ Dass er künftig trotz seiner Talentprobe als Schneider werken wird, ist nicht zu erwarten. Da sind Tischlern und Schustern schon heißere Tipps – Hobbys, denen er schon seit Jahren auf einer abgelegenen Farm in Irland frönt.

Seine Partnerin, die Luxemburgerin Vicky Krieps, sieht die Zusammenarbeit mit dem Welt-Mimen zwiespältig: „Mit ihm zu drehen, war für mich unglaublich bereichernd, aber auch unglaublich anstrengend. Auf alle Fälle habe ich dabei viel von ihm gelernt.“

„Der seidene Faden“
Sonntag, 17.10., 20.15 Uhr, Arte
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