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Ausgabe Nr. 40/2021 vom 05.10.2021, Foto: Mathias Struck
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Auf Baumkronenwegen durch das Blätterdach.
Rauf in die Wipfel
Baumkronenwege zeigen den Wald aus einer neuen Perspektive. Im Walderlebniszentrum Ziegelwies wandern Ausflügler von Tirol nach Bayern (D). In Kärnten ist ein Baumwipfelpfad in eine Erlebniswelt eingebettet und in der Schweiz wurde der längste Pfad der Welt eröffnet.
Wie ein Vogel zu fliegen, ist der Traum vieler Menschen. Auf einem Baumkronenweg erfüllt sich dieser Wunsch zum Teil. Die Besucher gelangen in die Höhe, aber ohne den Boden unter den Füßen zu verlieren.
Ein außergewöhnlicher Wipfelpfad befindet sich bei Unterpinswang in Tirol, der zudem noch grenzüberschreitend ist. Die 21 Meter hohe und 480 Meter lange Holzkonstruktion führt hinüber zu unseren deutschen Nachbarn in die Stadt Füssen (D).
Der Baumwipfelweg erstreckt sich inmitten der Steilhänge des Allgäuer Bergwaldes. Durch den dichten Auwald fließt der türkisfarbige Lech. Sein Anblick ist eine Wohltat für die Augen. Entspannend ist auch der Weg nach oben in die Baumkronen.
Bei den meisten Baumwipfelpfaden ist das Anstrengendste der Aufstieg in die Höhe. Stufe um Stufe muss erklommen werden, um sich den Wipfeln zu nähern. Im Walderlebniszentrum Ziegelwies ist genau das Gegenteil der Fall.
„Der Baumkronenweg ist barrierefrei. Die Besucher gelangen auf Holzrampen in die Höhe, ohne eine Stufe steigen zu müssen. Aus diesem Grund ist der Pfad auch für Rollstuhlfahrer und Kinder geeignet. Hunde dürfen ebenfalls mitgenommen werden“, erzählt Carolin Klughammer vom Walderlebniszentrum.
Auf dem Gelände gibt es auch zwei Erlebnispfade, deren Benützung kostenlos ist. Auf dem 1,7 Kilometer langen Bergwaldpfad sind verschiedene Hindernisse zu meistern. „Kinder können in einem Spinnennetz klettern, in einer Affenschaukel schwingen und den Tönen des Waldes lauschen“, sagt Klughammer.
Der 1,5 Kilometer lange Auwaldpfad vermittelt Wissenswertes über den Fluss Lech. Etwa, woher er seine türkise Farbe hat. Das liegt zum einen an dem hohen Gehalt an Mineralien im Wasser, die der Lech aus den Steinen im Flussbett löst. Zum anderen ist die niedrige Wassertemperatur von sechs Grad Celsius dafür verantwortlich.
Die Besucher können zudem auf einem Baumstamm über das Wasser balancieren und sich über einen Bach hangeln. Das Beeindruckendste entlang des Weges ist aber der Lechfall.
Dort zeigt sich der Gebirgsfluss von seiner wilden Seite, ehe er von den Staumauern des Forggensees gebändigt wird. Der Lech zwängt sich in Füssen durch eine enge Klamm, bevor er die Alpen verlässt. „Am Ende der Klamm wurde der Fluss bereits Ende des 18. Jahrhunderts für die Nutzung der Wasserkraft durch ein künstliches Wehr aufgestaut. Der sogenannte Lechfall stürzt hier über fünf Stufen zwölf Meter in die Tiefe.“
Die nächsten Attraktionen stehen nur ein paar Kilometer abseits und sind einen Ausflug wert. Das Märchenschloss Neuschwanstein und das benachbarte Königsschloss Hohenschwangau sind fünf Kilometer vom Baumkronenpfad entfernt und haben ganzjährig geöffnet.
Eintritt 5 Euro für Erwachsene (ab 16 Jahre), kostenlos für Kinder, geöffnet bis 30.11., Tel.: 0049 8341 9002-2150, www.walderlebniszentrum.eu

Längster Baumwipfelpfad der Welt
Einen herrlichen Einblick in den Wald ermöglicht der Baumwipfelpfad „Senda dil Dragun“ in der Schweizer Gemeinde Laax in Graubünden. Der Weg wurde in diesem Jahr eröffnet und befindet sich eine Autostunde südlich von Feldkirch (V) entfernt.
Dieser Baumkronenweg ist der längste der Welt. Auf 1,5 Kilometer langen Stegen wandeln Besucher in 30 Metern Höhe durch das Blätterdach. Ein Holzturm bringt die Gäste hinauf, entweder zu Fuß oder mit dem Lift. Hinunter können die Besucher auf einer 73 Meter langen Röhrenrutsche sausen.
Information: Eintritt halbtags für Kinder (6–17 J.) um
7 Euro, Erwachsene 15 Euro, Tel.: 0041 81 920 92 00, www.flimslaax.com


Der Baumwipfelfad befindet sich in einer Erlebniswelt
In der Walderlebniswelt in St. Kanzian am Klopeiner See (K) spazieren Besucher auf dem 25 Meter hohen Baumwipfelpfad durch die Baumkronen.
In den Weg gebaut sind eine Hängebrücke, eine Seilbrücke, eine Vogeluhr und ein Aussichtsturm.
Hinunter geht es entweder über eine Treppe oder über zwei Rutschen. Nach dem Besuch des Wipfelpfades können die Gäste im Hochseilgarten klettern, sich im Riesenlabyrinth verlieren und in einen nachgebauten Fuchsbau kraxeln. Auf dem Gelände gibt es auch Tiere, die gestreichelt werden dürfen.
Information: Tageseintritt (ab 3 J.) um 13,50 Euro, geöffnet von Fr. bis So. und in den Ferien, Tel.: 04239/26005, www.walderlebniswelt.at
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