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Ausgabe Nr. 39/2021 vom 28.09.2021, Foto: RUTH FREMSON/The New York Times//Redux/laif
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Alexis Devine mit Sheepadoodle-Dame „Bunny“, die zu einem Viertel ein alter englischer Schäferhund und zu drei Vierteln ein Pudel ist.
„Bunny“, die sprechende Hündin
„Gassi – jetzt“ – die Mischlingshündin „Bunny“ weiß, was sie will, und kann es ihrem Frauchen auch sagen. Der Vierbeiner hat gelernt, mithilfe von Tasten, die Wörter abspielen, einfache Sätze zu bilden. Nun ist das hochintelligente Tier ein Fall für die Wissenschaft.
Hunde gelten bekanntlich als beste Freunde des Menschen. „Wenn sie doch nur sprechen könnten“, denken sich Tierliebhaber häufig, während sie in die treuen Augen ihres Lieblings schauen.
Für Alexis Devine, 40, aus Tacoma (USA) war gleich klar, dass ihre Hündin „Bunny“ nicht nur bellen wird. „Schon bevor ich sie 2019 bekam, habe ich mich intensiv mit dem Thema der speziellen Kommunikation mit den Vierbeinern beschäftigt“, erzählt die Schmuckdesignerin.

Ihr Ausgangspunkt war dabei ein Kommunikationsgerät, das Kindern ermöglicht, sich auch ohne Sprache mitzuteilen. Dafür wurden Zusammenstellungen runder Knöpfe entwickelt (Bild o.), die beim Drücken jeweils ein Wort diktieren. So können einfache Sätze gebildet werden.
Die 40jährige übertrug nun diese für sprachunfähige Kinder entwickelte Technik auf ihre Hündin – und hatte Erfolg. Als „Bunny“ ein Welpe war, beklebte sie die Knöpfe des Gerätes mit Wörtern wie „komm“, „lauf“ oder „draußen“ und legte es ihrem Haustier vor die Pfoten.

„‚Bunny‘ sollte auf die Knöpfe drücken und das tun, was darauf zu lesen war. Danach gab‘s ein Leckerli“, berichtet das Frauchen. Und die Hündin stellte sich bei diesen tierischen Kommunikationstests rasch als „Hunde-Einstein“ heraus.
„Das erste Wort, das sie lernte, war ‚draußen‘. Sie drückte diesen Knopf jedes Mal, wenn sie Gassi gehen wollte. Danach hat sie verstanden, dass die Taste ‚Trinken‘ Wasser in die Schüssel bringt und ‚Essen‘ Futter bedeutet. Wort für Wort trainierte ich ihr so Dutzende Begriffe an“, erklärt Alexis Devine. Heute ist „Bunny“ zwei Jahre alt und kennt die Bedeutung von 92 Wörtern.Sie sagt „Danke“ fürs Essen, beschreibt Emotionen – „wütend“, „lustig“ – und viele andere Wörter. Skeptiker behaupten, hier handelt es sich um einen Trick. Denn die meisten Hunde, denen es gelingt, mit einem Sprachgerät zu kommunizieren, beschränken sich auf Worte wie „spielen“, „draußen“ oder „apportieren“.
Das gilt freilich nicht für „Bunny“. „Mein Liebling macht sich Gedanken über weitaus tiefgründigere Dinge“, behauptet Alexis Devine.

Angeblich drückte die schlaue Hündin schon mehrmals nacheinander die Knöpfe „was“ „ist“ und „Hund“. Mit anderen Worten fragt sie: „Was ist ein Hund?“
Kein Wunder, dass „Bunny“ mit ihren hochfliegenden Überlegungen mittlerweile zur gefeierten Internet-Heldin geworden ist. Aber auch Verhaltensforscher an der Universität in San Diego (USA) interessieren sich bereits für die „sprechende Wunderhündin“ und haben mit ihr eine umfangreiche Versuchsreihe begonnen.
Seit Kurzem drückt „Bunny“ allerdings zunehmend den „Warum“-Knopf. Forscher vermuten, dass der Hund vielleicht schon eine Art existenzielle Krise entwickelt haben könnte.
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