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Ausgabe Nr. 39/2021 vom 28.09.2021, Foto: ddp
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Auf den weltweiten Erfolg musste Christoph Waltz lange warten.
Christoph Waltz: „Ich wollte mit dem Kopf durch die Wand“
Was den Weltruhm betrifft, ist der Wiener Christoph Waltz ein Spätzünder. Nach jahrzehntelangem vergeblichem Kampf um die „richtigen Rollen“ gelang dem frischgebackenen 65er erst im Jahr 2009 der Durchbruch.
Er wuchs in einer Theater-Familie auf. „Das hat einen Riesenvorteil“, meint Christoph Waltz. „Man romantisiert dieses Geschäft nicht.“ Es desillusionierte ihn aber auch nicht so sehr, dass er nach der Matura nicht umgehend am Reinhardt-Seminar in Wien Schauspiel studierte. Danach folgten einige Bühnen-Engagements, ehe er Ende der 70er Jahre erstmals vor der Kamera landete.

Im Laufe der Zeit wirkte er dann in mehr als 80 deutschen und internationalen Fernsehproduktionen mit, was ihm zumeist exzellente Kritiken und einige renommierte Preise eintrug. Beruflich glücklich war Christoph Waltz dennoch selten.
„Es braucht jetzt niemand glauben, dass ich ständig gramgebeugt durchs Leben schlich“, erzählt der am 4. Oktober 1956 in Wien geborene Waltz. „Ich habe schon gut gearbeitet, aber eben oft nicht das, was ich gern gemacht hätte. Irgendwie kam es mir vor, als spielte ich regelmäßig das Gleiche. Und damit meine ich nicht die negativen Charaktere.“

Seine Stunde schlug, als ihm das Regie-Genie Quentin Tarantino, 58, im Jahr 2009 die Rolle eines SS-Standartenführers in „Inglourious Basterds“ anbot. Waltz spielte seinen Partner Brad Pitt, 57, an die Wand und erhielt als bester Darsteller in einer Nebenrolle seinen ersten „Oscar“. Der zweite folgte drei Jahre später in Tarantinos Western „Django Unchained“. „Trotzdem spiele ich heute noch immer nicht stets Rollen, die mich faszinieren, aber auf alle Fälle viel öfter“, freut sich Waltz. „Deshalb will ich nicht mehr ständig mit dem Kopf durch die Wand wie früher.“

Gelassen reagierte er daher auch auf die Verschiebung der Premiere des „Bond“-Filmes „Keine Zeit zu sterben“ auf den heurigen Herbst. Er ist darin zum zweiten Mal als 007-Bösewicht Blofeld im Einsatz. Schon wieder einmal das Gleiche – vielleicht war ja die Gage höher als beim ersten Mal …

„Big Eyes“
Sonntag, 3.10., 20.15 Uhr, Arte

„Christoph Waltz - Der Charme des Bösen“
Sonntag, 3.10., 21.55 Uhr, Arte
Freitag, 8.10., 20.15 Uhr, ORF3

Doku zu Waltz‘ 65er.

„Die Zürcher Verlobung - Drehbuch zur Liebe“
Montag, 4.10., 12.30 Uhr, MDR
Komödie mit Christoph Waltz

„The Zero Theorem“
Montag, 4.10., 1.40 Uhr, Tele 5
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