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Ausgabe Nr. 38/2021 vom 21.09.2021, Foto: zVg
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Meran genießen und die umliegende Bergwelt entdecken.
Wandern und schlemmen in Südtirol
In Meran in Südtirol (I) vereinen sich mediterrane Leichtigkeit und alpenländischer Charme. Der Fluss Passer rauscht wild und tosend durch die Stadt, in der schon Kaiserin Sisi Urlaub machte. In der Region lässt es sich wunderbar wandern, schlemmen und einkaufen.
Neugierig blicken die Passeirer Gebirgsziegen auf die vorbeiziehenden Wanderer. Sie leben im Südtiroler (I) Passeiertal im Hochgebirge. Zu ihnen hinauf zieht es auch Wanderer, die zum 2.056 Meter hoch gelegenen Seebersee unterwegs sind.
Im hintersten Passeiertal, dort, wo sich die Timmelsjochstraße in vielen Kehren die Berghänge hinaufschraubt, führt eine gemütliche Rundwanderung mitten hinein in die Hochgebirgslandschaft der Ötztaler Alpen. „Der Weg schmiegt sich auf 2.100 Höhenmetern durch eine Heidelandschaft, teilweise über Schnee- und Eisfelder, zum Seebersee, der aus dem Schmelzwasser des Hochfirst-Gletschers gespeist wird“, erzählt Walter Nagler, 81, vom Hotel „Villa Freiheim“ in Meran.

Die glänzenden Gletscherflanken von Granatkogel, Hochfirst und Seeberspitze spiegeln sich im kleinen Seebersee und zwei herrlich gelegene Almen laden dazu ein, die majestätische Hochgebirgskulisse Südtirols auf sich wirken zu lassen. Wer sich anschließend nach einem Bett zum Ausruhen sehnt, kann bei Familie Nagler einkehren. Walter Nagler führt gemeinsam mit seiner Frau Annalies die „Villa Freiheim“ (ab 76 Euro/N p.P. im DZ).

Die 74jährige bereitet schon zeitig in der Früh für ihre Gäste das Frühstück zu. In der „Villa Freiheim“ werden neben den üblichen Schmankerln auch pflanzenbasierte Gerichte serviert. „Unser Hirsebrei mit Rosinen oder der Orangen-Aloe-Vera-Salat kommen gut an. Außerdem geben sie den Gästen Kraft, wenn sie zum Wandern aufbrechen“, sagt Annalies Nagler. Tipps für die besten Touren holen sich die Urlauber bei ihrem Mann Walter. „Ihr müsst auch unbedingt am Salten wandern, der Heimat der Haflinger Pferde. Über das Hochplateau des Salten führt eine herrliche Wanderung bis nach Langfenn. Dort thront über mit Lärchen durchsetzten Wiesen am höchsten Punkt des Salten die Kirche von St. Jakob“, empfiehlt der Südtiroler.Sehenswert ist auch Meran, das sich inmitten dieser prächtigen Gebirgswelt befindet. Die nach Bozen zweitgrößte Stadt Südtirols blickt auf eine lange Tradition als Kurort zurück.
Nachdem Kaiserin Sisi in den 1870er Jahren die Region für sich entdeckte und standesgemäß im Schloss Trauttmansdorff wohnte, reiste bald die gesamte Aristokratie Europas an. Der Adel flanierte an der Promenade der Passer entlang.

Auch heute noch rauscht der Fluss Passer wild und tosend mitten durch die Stadt. Auf der rechten Uferseite liegt die Altstadt. In den Gassen lässt sich allerhand entdecken. Im „Glücklich“-Laden werden Wolljanker verkauft, bei deren Material die Produzenten auf regionale Kreisläufe achten. Im Schaufenster hängen selbstgenähte Blusen, Kleider und Polster mit Blumenmuster.
„Ein Zwischenstopp lohnt sich auch in der Bäckerei ,Forno‘ von Ivo De Pellegrin. Alle Brotsorten werden mit selbst hergestelltem Sauerteig von Hand gemacht“, erzählt Linda Egger. Die Südtirolerin leitet das Geschäft „Monocle Shop Meran“. Es befindet sich in Obermais, dem Villenviertel von Meran. Elegante, im Jugendstil erbaute Häuser schmiegen sich an die Hänge, dazwischen sind Parks, in denen Zypressen und Apfelbäume nebeneinander wachsen.
Mittendrin befindet sich Eggers „Monocle“-Geschäft, benannt nach dem gleichnamigen Magazin. „Bei mir gibt es Pflegeprodukte, Kleidung und Dinge, die sonst nirgendwo in Südtirol zu finden sind. Dazu gehören gelbe Socken aus ägyptischer Baumwolle und Barena-Venezia-Jacken“, erzählt Egger.

Von Meran können die Urlauber auch nach Algund flanieren. Die Richtung weisen der Tappeinerweg entlang des Küchelberges und der Algunder Waalweg. Entlang des gemütlich plätschernden Waals, eines künstlich angelegten Kanals zur Bewässerung der Landwirtschaft, spazieren die Urlauber vorbei an alten Kastanienbäumen und Weinreben.
Algund ist von Meran zwar nur drei Kilometer entfernt, die beiden Panoramawege führen aber auf acht Kilometern nach Algund. Die wohlverdiente Stärkung erhalten die Wanderer im Wirtshaus „Zur Blauen Traube“. Der 34jährige Chefkoch Christoph Huber verwöhnt die Gäste mit traditionellen Gerichten.

„Derzeit steht bei uns Rehrücken auf der Speisekarte. Die Kräuter zum Würzen der Speisen stammen aus unserem Kräutergarten“, sagt der Meraner. Nachdem auch noch Marillenknödel im Magen gelandet sind, ist klar, dass Bewegung nottut. Aber eher moderate.

Tipps für den Urlaub
Essen: Wirtshaus Zur Blauen Traube, Alte Landstraße 44, Algund, Tel.: 0039 0473 447103, www.blauetraube.it
Übernachten: Villa Freiheim, Parinistraße 1-4A, Meran, Tel.: 0039 0473 237342, www.freiheim.it
Wandern: Informationen bei der Kurverwaltung Meran, Freiheitsstraße 45, Meran, Tel.: 0039 0473 272000, www.meran.eu
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