Jetzt anmelden
Ausgabe Nr. 37/2021 vom 14.09.2021, Fotos: AdobeStock, Flora Press/Daniela Kunze
Artikel-Bild
Tafeltrauben – für Urlaubsgefühle im Garten oder am Balkon.
Artikel-Bild
Drei verschiedene Sorten kernlose Weintrauben für den Hausgarten (Weinrebe Romulus, Weinrebe Suffolk Red, Weinrebe Venus)
Direkt von der Ranke naschen
Im Schatten einer Weinlaube sitzen, sonnengereifte Weintrauben aus dem eigenen Garten naschen und sich zuhause wie im Urlaub fühlen – das muss kein Traum bleiben. Mit der richtigen Sortenauswahl lässt sich diese Wunschvorstellung leicht verwirklichen.
Im Supermarkt kommen Traubenliebhaber ganzjährig auf ihre Kosten. Aber auch in der hiesigen Traubensaison
suchen Feinschmecker oft lange nach heimischer Ware.

Wer also nicht länger auf Trauben aus Italien, Griechenland, Spanien oder der Türkei zurückgreifen möchte, kann die saftige Köstlichkeit auch im eigenen Garten anbauen.

„Es muss ja nicht gleich ein Weinberg sein. Eine nach Süden ausgerichtete Hauswand reicht für den Anbau süßer Trauben aus“, weiß der deutsche Rebschul-Besitzer Hartmut Schmidt. Tafeltrauben sind zu diesem Zweck die beste Wahl. Denn sie sind im Unterschied zu den Weintrauben, auch Keltertrauben genannt, nicht für die Weinherstellung gedacht, sondern können wie anderes Obst direkt vom Strauch genascht werden.

„Sie sind meist auch deutlich größer als Weintrauben und haben den Vorteil, dass sie kernarm sind“, erklärt der Fachmann. Die starkwüchsigen Klettersträucher – die eine Höhe von bis zu zehn Metern erreichen, wenn sie nicht gestutzt werden – bringen aber nicht nur aromatische Trauben hervor, sondern bestechen auch durch ihre mediterrane Optik und ihr buntes Herbstlaub. Und weil der Anbau von Tafeltrauben hierzulande immer beliebter wird, gibt es im Handel bereits eine große Sortenauswahl. Das Farbspektrum geht von hellen Trauben („Bianca“), über rotfarbene („Suffolk Red“) bis hin zu blauen („Muskat Bleu“) und gelben („Venus“) Früchten. „Die dunkleren Sorten sind intensiver im Geschmack, während helle Früchte das beliebte Muskataroma verstärkt enthalten“, wissen Traubenfreunde.

Wer besonderen Wert darauf legt, dass der eigene Nachwuchs auch gerne das gesunde Obst nascht, sollte auf kernlose Sorten wie „Phoenix“, „Romulus“ oder „Vanessa“ zurückgreifen. Ein kleiner Nachteil dieser Tafeltrauben ist allerdings, dass die Beeren im Durchschnitt kleiner sind als bei kernhaltigen Tafeltrauben-Arten.

„Das liegt an einem bestimmten Pflanzenhormon, das die Kerne absondern und somit das Wachstum der Beere anregen“, sagt Schmidt.

Ein Kinderspiel ist erfreulicherweise auch der Anbau von Tafeltrauben. „Solange die Pflanzen einen sonnigen und geschützten Standort haben, gedeihen die Reben problemlos“, berichtet der Experte. Der Frühsommer gilt als der beste Zeitpunkt zum Einsetzen. Dann haben die Weinstöcke den ganzen Sommer lang Zeit, gut anzuwurzeln. Aber auch im zeitigen Herbst, wenn der Erdboden noch warm ist, können Tafeltrauben gepflanzt werden.

„Ein Spalier hilft der Pflanze beim Ranken. Das Loch sollte etwa 50 Zentimeter tief sein. Nach dem Einpflanzen kräftig gießen. Als Dünger ist Kompost ideal“, weiß der Tafeltrauben-Profi. Wer nur einen Balkon besitzt, kann Tafeltrauben aber auch im Kübel ziehen. Gärtner empfehlen, dass der Topf mindestens 50 Liter Erde fassen soll. Was das Substrat betrifft, hat es sich bewährt, zwei Teile Blumenerde mit einem Teil Blähton zu mischen.

Der schönste Teil der Arbeit – die Ernte – beginnt bei frühen Sorten oft schon im August, späte Sorten werden im Oktober reif. „Der richtige Erntezeitpunkt ist erreicht, wenn die Trauben ihre sortentypische Farbe ausgebildet haben und der Stiel verholzt“, erklärt Hartmut Schmidt und rät, gleich mehrere Weinstöcke zu pflanzen. Dann lassen sich auch unterschiedliche Sorten kultivieren, zum Beispiel solche, die nacheinander reifen oder die verschiedene Fruchtfarben haben. Schon ab dem zweiten Standjahr erscheinen die ersten Beeren und danach können sich die Traubenliebhaber über immer reichere Ernten freuen. Hwie
Weitere Inhalte dieser Ausgabe:
Ihre Meinung
Ihre Meinung ist uns wichtig.

Schreiben Sie Ihren Kommentar zu diesem Artikel, den wir dann prüfen und veröffentlichen werden.
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu verfassen.
Werbung