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Ausgabe Nr. 37/2021 vom 14.09.2021, Foto: ZDF/Stefan Ditner
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Ein Sommer in Südtirol: Von Rebensaft & Leidenschaft
Dass in einem „Herzkino“-Film Historisches eine gewichtige Rolle spielt, war bisher noch nie der Fall. Der Schauplatz Südtirol mit seinem Konflikt zwischen den „Deutschen“ und den „Italienern“ machte es möglich. Harald Krassnitzer verkörpert dabei die Figur eines verbissenen Nationalisten.
Franzi (Maike Jüttendonk, 34) wollte eigentlich nie wieder aufs heimatliche Weingut in Südtirol zurückkehren. Sie erträgt ihren Vater Josef (Harald Krassnitzer, 61) nicht, der seine Landsleute noch immer in „Deutsche“ und „Italiener“ einteilt.

Aber als ihn ein Autounfall außer Gefecht setzt und die Weinlese vor der Tür steht, eilt die studierte Winzerin ihrer Mama Theresa (Julia Stemberger, 56) zu Hilfe. Ihr Vater nervt sie mit seiner gestrigen Einstellung allerdings noch immer, und er misstraut sogar seinem behandelnden Arzt Marco (Sami Loris, 43), da dieser ein Italiener ist. Als sich herausstellt, dass Josef nie wieder ganz gesund wird, steht Franzi vor einer schweren Entscheidung. Sie will das Weingut der Eltern nicht übernehmen, andererseits hat sie sich mittlerweile in Marco verliebt …

„In dieser ,Herzkino‘-Geschichte steckt viel Historisches, auch wenn das auf Anhieb nicht zu vermuten ist“, erzählt Harald Krassnitzer. „Der Konflikt zwischen dem Weinbauern und der Familie des Arztes reicht zurück in die Zeit, als die Südtiroler ,Freiheitskämpfer‘ noch Bomben legten. Und die Nacht vom 11. auf den 12. Juni 1961 ging als sogenannte ,Feuernacht‘ in die Geschichte ein. Damals wurden in Südtirol 37 Strommasten gesprengt.“

Was Harald Krassnitzer wusste, war den Jungen im Drehteam weitgehend unbekannt. „Ich habe mich damit erst im Laufe der Lektüre des Drehbuches näher auseinandergesetzt“, gesteht Maike Jüttendonk. „Nie hätte ich vorher angenommen, wie gewalttätig es nach dem Krieg in diesem traumhaft schönen Land um die Städte Bozen und Meran zuging. Und auch wenn Südtirol 1972 die Autonomie mit umfassenden Selbstverwaltungsrechten erhielt – solche Typen wie meinen Filmvater Josef, der auf die Italiener nach wie vor nicht gut zu sprechen ist, gibt es bis heute.“

„Ein Sommer in Südtirol“
Sonntag, 19.9., 20.15 Uhr, ZDF
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