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Ausgabe Nr. 36/2021 vom 07.09.2021, Fotos: DirkR - stock.adobe.com, EcoView - stock.adobe.com, mauritius images / Oleksandr Lysenko / Alamy, andriislonchak - stock.adobe.com, zVg, F16-ISO100 - stock.adobe.com, Brandstätter Verlag
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Der „Chirp“-Kontaktruf der Geparde ist der höchste Ton in ihrem Repertoire und ähnelt dem Zwitschern eines Vogels.
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Fast tausend Aufnahmestunden hat es gedauert, bis Angela Stöger die nächtlichen Summlaute von Giraffen entdeckte.
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Noch vor dem Schlüpfen aus dem Ei sind die „Umph-umph“-Laute von Krokodilbabys zu hören.
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Nur in der Paarungszeit beginnt der Koala – ansonsten bekannt für seine Schläfrigkeit –
auf faszinierende Art zu röhren.
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Während der Paarungszeit knurren die Männchen des Zwergguramis, eines Knochenfisches, besonders laut.
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Manche Elefanten machen Geräusche, die wie ein Knattern oder Quietschen klingen.
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Angela Stöger, „Von singenden Mäusen und quietschenden Elefanten“. Brandstätter Verlag, 2021, 208 Seiten, 24 Euro.

Mit den QR-Codes, die im Buch abgedruckt sind, können zahlreiche Aufnahmen von Tierstimmen gleich angehört werden. Halten Sie dafür Ihr Mobiltelefon mit geöffnetem QR-Code-Scanner über den Code und folgen Sie der Internetadresse, die Ihr Gerät anzeigt.
Die faszinierende Welt der Tiersprachen
Manche dröhnen uns in den Ohren, andere hören wir überhaupt nicht. Und manche können uns sogar nachahmen. Das Sprachkonzert der Tiere ist ebenso ausgeklügelt wie vielfältig. Die Wiener Verhaltensforscherin Dr. Angela Stöger, 44, verrät in ihrem neuen Buch „Von singenden Mäusen und quietschenden Elefanten“, was sie in der Natur so alles zu hören bekommt.
Koalas können lautstark röhren, Geparde zwitschern, Elefanten quietschen und Mäuse singen.
Mit solchen faszinierenden Erkenntnissen der bioakustischen Forschung lässt Angela Stöger in ihrer neuen Publikation aufhorchen und gibt darüber hinaus auch Einblicke, wie Wissenschaftler mit Tieren genau arbeiten.
„Wir Menschen sind schließlich nicht die einzigen auf dieser Welt, die etwas zu sagen haben“, erklärt die Zoologin. Die kommunikativen Fähigkeiten der Elefanten gehen dabei soweit, dass sie Laute anderer Lebewesen erlernen und nachahmen können – ähnlich wie es wir Menschen, aber auch Wale, Delfine, Seehunde oder Papageien können.
Der asiatische Elefant „Koshik“, der in einem südkoreanischen Zoo lebt, hat sogar ein paar Worte der menschlichen Sprache gelernt. Konkret handelt es sich dabei um Kommandos, die er immer wieder von seinem langjährigen Pfleger gehört hat. Also beispielsweise „Sitz“, „Hallo“, „Gut“ oder „Nein“.
Die Verhaltensforscherin konnte zudem erst vor Kurzem nachweisen, wie die ungewöhnlichen Quietschlaute zustande kommen, die manche Elefanten von sich geben.
„Die Tiere pressen Luft durch die angespannten Lippen und versetzen sie damit in Schwingung. Eine Technik, die auch Trompetenspieler verwenden“, sagt Stöger.
Es gibt aber auch Tiere, deren Laute wir Menschen nicht wahrnehmen können – was die Redensart „Stumm wie ein Fisch“ verdeutlicht. Doch in Wirklichkeit stimmt dieser Vergleich gar nicht. „Der aus Südostasien stammende Gurami-Fisch gibt zum Beispiel knurrende Laute von sich, die mit Hilfe der Muskulatur und Sehnen der Brustflossen erzeugt werden“, berichtet Angela Stöger. Sie weiß, „Besonders laut knurren die Zwerggurami-Männchen während der Paarungszeit, wenn sie ihr Revier verteidigen.“
Belegt ist mittlerweile auch, dass der Mäuserich, wenn er ein Weibchen umwirbt, einen für Menschen unhörbaren Gesang im Ultraschallbereich anstimmt. Braunmäuse liefern sich sogar „Singduelle“ mit anderen Männchen, die einem menschlichen Dialog ähneln. „Sie lassen dabei ihre Rivalen immer fertig singen – pflegen also eine ordentliche Gesprächskultur“, sagt die Expertin schmunzelnd.
Unfassbar laut können hingegen die winzigen Pandababys schreien. Und das hat einen guten Grund. „Das noch blinde und taube Junge muss auf sich aufmerksam machen, wenn ihm kalt ist, es vom Bauch der Mutter hinuntergerutscht ist und am Boden liegt, denn es braucht ihre Wärme“, berichtet Angela Stöger.
Die Wissenschaftlerin und Buchautorin hat es sich zur Aufgabe gemacht, all diese Erkenntnisse weiterzuverbreiten, „damit jedes Kind erkennt, wie faszinierend Tiere sind – von der Ameise bis zum Wal – und wie wichtig es ist, sie zu schützen.“

Der im Ultraschallbereich liegende Ortungsruf der Fledermaus wurde mit einem Detektor für Menschen hörbar gemacht.

Als Babys schreien Pandas wirklich laut – nicht ohne Grund, es geht um ihr Überleben.

Die langgezogenen Laute der Buckelwale ergeben eine für menschliche Ohren faszinierende Melodie.

Weißnasenmeerkatzen unterscheiden ihre Feinde durch verschiedene Laute und Lautkombinationen.
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