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Ausgabe Nr. 36/2021 vom 07.09.2021, Foto: ORF/Gebhardt Productions/Stefanie Leo
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Die Enttäuschung beim „SOKO“-Team war groß.
„SOKO Kitzbühel“: Mit dem Sparstift ermordet
Die 20. Staffel von „SOKO Kitzbühel“ ist die letzte. Die Krimiserie wird aber nicht eingestellt, weil ihre Beliebtheit beim Publikum abnahm, sondern weil sie dem ORF und dem ZDF zu teuer war.
Es ist hirnverbrannt. Im vergangenen Jahr stellte „SOKO Kitzbühel“ mit bis zu 747.000 Zusehern einen serieninternen Reichweitenrekord auf. Als Dank dafür verkündeten der ORF und das ZDF das Aus für die Tiroler Krimis nach der heurigen Staffel. Kein Zweifel, dabei muss sich jemand nichts gedacht haben.
Doch, verlautet es aus kundigen Kreisen der beiden Sender. Bei der vordergründigen Erklärung für die Absetzung, man wolle dem Publikum einen städtischen Schauplatz für die Ermittlungen bieten, handelt es sich allerdings um eine Ausrede.

Die Wahrheit ist: „SOKO Kitzbühel“ war zu teuer. In einer Stadt wie Linz zu drehen, wo die Nachfolge-„SOKO“ entsteht, ist deutlich billiger als auf dem Land mit den teils aufwändigen Außenaufnahmen. Also wurden die Kitz-Krimis im Grunde mit dem Sparstift ermordet.
Ob das dem Publikum gefällt, sei dahingestellt. Schließlich sind einige der bisher erfolgreichsten deutschsprachigen Krimiserien – etwa „Der Bulle von Tölz“, die „Rosenheim-Cops“, die Reihe „Landkrimi“ und eben „SOKO Kitzbühel“ – in eher ländlichen Gefilden angesiedelt. Was zweifellos dem Tourismus in den jeweiligen Orten nicht geschadet hat.
Aber es ist, wie es ist, nach der 20. „Kitz“-Staffel ist Schluss. Schluss mit Jubel ist naturgemäß auch beim Drehteam, das künftig ohne die Sicherheit eines fixen Serien-Standbeines auskommen muss.

„Wir waren natürlich traurig und enttäuscht, als wir es erfahren haben“, gibt Heinz Marecek, 75, zu, der gemeinsam mit der „Gräfin“ Andrea L‘Arronge, 64, von Beginn an mit dabei war und für die heiteren Seiten der Mördersuche sorgte. „Unverständlich finde ich, dass eine beim Publikum derart beliebte Serie so abrupt beendet wird. Und eine Werbung war sie ja außerdem. Kitzbühel im Schnee und beim Hahnenkammrennen – das kennen alle. Aber wie schön es hier auch im Sommer ist, war für manche vielleicht doch eine Überraschung.“
Auch „Chefinspektor“ Ferry Öllinger, 62, tat seit Folge eins Dienst und wurde als „Kroisi“ zum Original. „Es gab Tränen“, erzählt er. „Aber 20 Jahre für eine Serie, das ist in Österreich eh Rekord. Das sollten wir bei aller Enttäuschung nicht vergessen.“

Das Ermittlungs-Duo Jakob Seeböck, 45, und Julia Cencig, 48, sowie die „Rechtsmedizinerin“ Veronika Polly, 47, haben den anfänglichen Aus-Schock mittlerweile verkraftet, sehen die Sache entspannter und freuen sich auf neue Rollen.

„SOKO Kitzbühel – Home Invasion“
Dienstag, 14.9., 20.15 Uhr, ORF1
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