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Ausgabe Nr. 34/2021 vom 24.08.2021, Foto: imago images/Hasenkopf
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Tennis-Ass Novak Djokovic kann bei den US Open Geschichte schreiben.
Mit Lakritze und Erbsen zum „Grand Slam“
Der Australier Rod Laver, 83, gewann vor 52 Jahren als einziger in der Profi-Ära den „Grand Slam“, seither schaffte kein Spieler mehr den Gewinn der vier größten Tennisturniere in einem Kalenderjahr. Bei den in der kommenden Woche beginnenden US Open will sich nun Novak Djokovic, 34, mit Lavers Nachfolge unsterblich machen. Der Erfolgsweg des Serben führt über eine Spezialdiät, seine Millionen investiert er in Immobilien.
Roger „König“ Federer gelang es ebenso wenig wie Björn Borg oder Andre Agassi. Seit dem Beginn der Tennis-Profi-Ära im Jahr 1968 bleibt Rod Laver der einzige Mann, der die vier großen Grand-Slam-Turniere von Melbourne (Australien), Paris (Frankreich), Wimbledon (England) und New York (USA) binnen eines Kalenderjahres gewinnen konnte, den sogenannten „Grand Slam“. In Amateurzeiten hatte der Amerikaner Donald Budge das Kunststück 1938 ebenso geschafft wie Laver 1962 und 1969.

„Mit diesen beiden Legenden gleichzuziehen, wäre unglaublich“, weiß Novak Djokovic, 34, der bereits die ersten drei Turniere dieses Jahres für sich entschied und nun in New York nur noch den „Deckel“ draufmachen müsste. „Es war schon immer ein lebenslanger Traum von mir, derjenige Spieler zu sein, der die größten Rekorde aller Zeiten aufstellt“, gibt der ehrgeizige Profi zu.
Sein Trainer Goran Ivanisevic sieht ihn de facto schon jetzt auf dem Tennisthron. „Er wird in New York unsterblich werden, noch dazu, weil es im 21. Jahrhundert um so vieles schwieriger ist, dieses Ziel zu erreichen als zu Lavers Zeiten“, sagt er. Auch der Vater des Tennishelden sieht den Sohn bereits im Reich der Legenden.

„Novak ist schon jetzt der beste Sportler der ganzen Welt“, spart Srdjan Djokovic nicht mit Superlativen. „Novak ist der Schlüssel, Novak ist Gold, Novak ist ein Indikator dafür, dass nichts unmöglich ist.“ Und tatsächlich weiß die Szene nicht, wer seinen Sohn so bald bremsen soll. Derzeit hält er zwar ebenso wie Roger Federer und Rafael Nadal bei 20 Grand-Slam-Turniersiegen, doch Federer steht vor dem Karriereende und Nadal ist nur auf Sand eine Macht. In zwei, drei Jahren könnte Djokovic den deutlich älteren Kontrahenten weit enteilt sein, während es junge Nachdränger wie Daniil Medwedew oder Dominic Thiem nicht schaffen aufzuschließen.

Das unfassbare Erfolgsgeheimnis Djokovics beruht auf mehreren Pfeilern, der vielleicht wichtigste ist eine ausgeklügelte Spezialdiät. Seit vielen Jahren trinkt er nur lauwarmes Wasser, ernährt sich glutenfrei, nimmt fast kein Fleisch zu sich und verbannt Kohlenhydrate und Zucker vom Speisezettel. Stattdessen isst er besonders gerne Fisch, Nüsse, Reisnudeln oder während der Spiele getrocknete Datteln. „Früher litt ich öfter unter Müdigkeit, Übelkeit oder Atemproblemen“, erinnert er sich. „Seit ich meine Ernährung radikal umgestellt habe, bin ich fitter und habe jede Menge Energie. Meine Allergien sind weg und ich regeneriere schnell.“

Der Spieler setzt zudem auf Tees aus Lakritze oder Proteinshakes aus Erbsen und versucht, in turnierfreien Phasen 16-Stunden-Pausen ohne Nahrung einzuschieben, um den Körper zu entgiften. „Ich bezeichne mich als Veganer, der hie und da Fisch isst“, beschreibt er sich selbst, der auch das vegane Restaurant „Eqvita“ in Monte Carlo besitzt. Um unbekannte Unverträglichkeiten zu bestimmen, verwendet er den „Kinesiologischen Armtest“, dabei wird angeblich sein Arm schwach und lässt sich leicht wegdrücken, wenn er ein unverträgliches Mittel in der Hand hält. „Für mich sind diese Grundsätze ein großer Erfolgsbestandteil“, betont Djokovic stets.
Aber auch für die Anlage seines inzwischen auf 250 Millionen Euro geschätzten Vermögens hat er eiserne Regeln, indem er Sparbücher meidet und vorzugsweise in Immobilien investiert. Manche benützt er selbst, andere werden vermietet. So besitzt er unter anderem ein mondänes Anwesen in Monte Carlo (Monaco), eine luxuriöse Villa am Pavlovac-See in Belgrad (Serbien), eine Villa im marokkanischen Stil in Marbella (Spanien) sowie zwei Eigentumswohnungen in New York (USA). „Ich finde es gut, Geld in Immobilien anzulegen, das sind bleibende Werte“, ist er überzeugt.

Ein Tag Essen mit Novak Djokovic:
Frühstück: Lauwarmes Wasser, Müsli aus glutenfreien Bio-Haferflocken, Mandeln, Walnüssen, Cranberrys, Rosinen, dazu Früchte wie Bananen, Beeren und ein kleiner Löffel Kokosöl.
Vormittags-Imbiss: Glutenfreies Brot mit Avocado und Thunfisch.
Mittagessen: Gemischter grüner Salat, glutenfreie Pasta aus Reisnudeln, dazu Kürbis, Zucchini, Spargel, Broccoli, manchmal auch veganer Käse.
Nachmittags-Imbiss: Apfel mit Cashewbutter und Melone.
Abendessen: Salat mit Grünkohl, Fenchel, Quinoa, Pinienkernen, Anchovies oder Sardinen. Gedämpfter Fisch mit Zucchini oder gerösteten Paradeisern.
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