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Ausgabe Nr. 34/2021 vom 24.08.2021, Fotos: Austin Hargrave/AUGUST/picturedesk.com, zVg
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Diane Warren, 64, gehört zu den erfolgreichsten Komponistinnen der Welt.
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Warrens erstes Album ist ab 28.8. im Handel. Mit Lady Gaga (Bi.) hat die 64jährige an einem Lied, das die Vergewaltigung thematisiert, zusammengearbeitet.
„Ich bin von meiner Arbeit besessen“
Sie hat Dutzende von Hits für andere Interpreten geschrieben. Celine Dion etwa verdankt der Amerikanerin Diane Warren, 64, „Because You Loved Me“, Cher trällerte aus der Feder Warrens „If I Could Turn Back Time“ und „Aerosmith“ konnten mit „I Don‘t Wanna Miss A Thing“ beim Publikum punkten. Jetzt hat Warren 15 aktuelle Kompositionen auf ihrem ersten eigenen Album zusammengefasst. „The Cave Sessions, Vol.1“ (ab 28. August im Handel) ist kurzweilig und stilistisch extrem vielseitig. Von Latin-Pop über Country bis zu Power-Balladen ist alles dabei, es singen unter anderem Celine Dion, Luis Fonsi, John Legend und Rita Ora. Mit Lady Gaga (großes Bild) hat sie für das Lied „Til It Happens To You“ zusammengearbeitet, eine Ausnahme in ihrem Schaffen, wie der WOCHE-Reporter Steffen Rüth per Video-Telefonie erfuhr.
Frau Warren, sitzen Sie gerade in Ihrem Schreibraum, also jener Kreativhöhle, die Ihrem Album den Titel gab?
Nein, da wäre kein Platz für die Video-Kamera, weil überall Kassetten und alle möglichen anderen Sachen herumliegen. Ich habe diesen Raum seit mehr als 30 Jahren nicht geputzt und nicht aufgeräumt.
Weil das die Magie zerstören würde?
Weil ich zu faul zum Saubermachen bin. Wenn ich mich entscheiden muss, ob ich lieber aufräume oder lieber das nächste Lied schreibe, muss ich nicht überlegen. Auch heute Vormittag habe ich schon wieder an einem Lied gearbeitet.
Haben Sie je gezählt, wie viele Lieder Sie im Laufe Ihrer Karriere komponiert haben?
Nein. Es sind ziemlich viele.
Die Sorge, dass alle guten Lieder schon geschrieben sind, haben Sie nicht?
Nein. Die Frage stellt sich mir nicht. Ich weiß, dass sie es nicht sind. Denn sonst würden mir ja keine mehr einfallen. Ich habe mit 14 Jahren begonnen, Lieder zu schreiben. Ich war besessen davon. Seitdem habe ich nicht mehr damit aufgehört. Ich liebe meine Arbeit. Es gibt keine bessere. Musik ist eine der mächtigsten Kräfte auf dieser Erde.
Sie sind seit mehr als 30 Jahren eine der erfolgreichsten Liedschreiberinnen der Welt. Warum haben Sie jetzt ein eigenes Album veröffentlicht?
Ich habe mir einen Traum erfüllt. Ich bin auf diesem Album DJ Diane. Die Grundidee war, einen Mikrokosmos meiner Karriere abzubilden, der aus allen erdenklichen Genres besteht. Auf der Platte ist alles dabei, R&B, Country, Latin, Rock, Pop, sogar ein nach Spaghetti-Western klingender Song wie „Domino“, den die Italienerin LP singt. Und für „She‘s Fire“ von G-Eazy und Carlos Santana habe ich das Gitarrenstück geschrieben, das Carlos spielt.
Echt? Das hört sich zu hundert Prozent nach Santana an.
Das sollte es auch. Ich schrieb „She‘s Fire“ mit Carlos im Kopf. Das ist das erste Mal, dass ich ein solch kraftvolles Instrumentalstück komponiert habe. Üblicherweise schreibe ich einfach Songs und biete sie anschließend an. Ich weiß also von vornherein nicht, wer sie aufnehmen wird.
Für das Stück „Til It Happens To You“ haben Sie aber mit Lady Gaga zusammengearbeitet …
Ehrlich gesagt ist es mein Song. Lady Gaga war eher für die Produktion zuständig. „Til It Happens To You“ war nicht nur für mich persönlich, sondern auch kulturell wichtig. Er thematisiert eine Vergewaltigung und setzte die #MeToo-Bewegung in Gang. Frauen trauten sich plötzlich, über traumatische sexuelle Erlebnisse zu erzählen.
Beinahe wie ein Trauma müsste für Sie persönlich sein, zwölf Mal für einen „Oscar“ für Ihre Filmmusik nominiert worden zu sein, die Statuette aber nie gewonnen zu haben …
Tja, ich bin die Rekordhalterin, was das angeht. Die erste Nominierung erhielt ich 1988 für „Nothing‘s Gonna Stop Us Now“ von „Starship“. Es wäre großartig gewesen, einmal zu gewinnen, vielleicht gelingt mir das ja irgendwann.
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