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Ausgabe Nr. 29/2021 vom 20.07.2021, Foto: imago images/kurg
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Flip-Flops sind ein „Flop“
Der Wunsch, viel frische Luft an die Füße zu lassen, macht Flip-Flops, die dünnnsohligen Zehentrenner, beliebt. Für Fersen, Zehen und Gelenke sind sie allerdings eine Qual.
Flip-flop, flip-flop. Wer in den vermutlich beliebtesten Sommerschlapferln des Weges kommt, ist meist von Weitem zu hören. Dem unvermeidlichen Schlurf-Geräusch verdanken die minimalistischen Sandalen sogar ihren Namen.

So einfach und praktisch herkömmliche Flip-Flops sein mögen, für die Muskeln, Bänder und Gelenke unserer Füße bedeutet das Gehen in ihnen Schwerarbeit, die schnell in eine Überlastung münden kann. Dazu gibt es mittlerweile einige Untersuchungen, etwa jene der Forscher der Auburn Universität im US-Bundesstaat Alabama. Sie untersuchten die Auswirkungen von Flip-Flops auf die Fußgesundheit und stellten fest, in diesen Schlapferln verändert sich die Art und Weise des Gehens, was zu ernsthaften Sohlen-, Fersen- und Knöchelproblemen führen kann. „Um den Flip-Flop am Fuß zu halten, während die Ferse in die Luft gehoben wird, müssen die Zehen immer verbogen werden. Diese Bewegung dehnt die Plantarfaszie, das Bindegewebe, das von der Ferse bis zu den Zehen verläuft, und verursacht Entzündungen, Schmerzen entlang der Fußsohle, Fersensporn und allgemein müde Füße. Dazu ändern Flip-Flop-Träger ihren Gang. Sie machen kürzere Schritte und drehen ihre Knöchel nach innen, um zu verhindern, dass der Flip-Flop vom Fuß fällt. Dies, so befürchten wir, kann langfristig zu Zehen-, Knöchel- und Hüftproblemen führen“, beschreibt der Studienautor Justin Shroyer die Ergebnisse und rät vom täglichen und/oder längerem Tragen von Flip-Flops ab, vor allem bei bestehenden Fußproblemen.

Vielträger weisen kleine Risse in den Fersenknochen auf
Ähnlich warnend lautet das Ergebnis britischer Forscher, die das Tragen der ursprünglich als Bade-
sandalen gedachten Zehentrenner an Jugendlichen untersuchten. Die Untersuchungen zeigten die Folgen der mangelnden Stützkraft für die Füße auf. „Verstauchungen und Verdrehungen passieren in Flip-Flops häufiger. Steigt die Belastung zwischen Ferse und Zehen, kommt es zu einem Brennen oder Stechen in diesem Bereich. Die fehlende stoßdämpfende Wirkung kann bei Vielträgern zu kleinen Rissen in den Knochen der Ferse führen, und wer zu einem Fersensporn neigt, sollte diese Schuhe komplett meiden. Das tägliche Tragen von Zehentrennern kann außerdem zu einem Zehenschiefstand führen, ihn verschlimmern oder die Bildung von Hammerzehen fördern“, heißt es aus anderen Studien.

Ein Fußbett und ein fixer Steg sind wichtig
Der Trend, Flip-Flops stundenlang in der Stadt, auf Alltagswegen oder als modisches Accessoire im Büro zu tragen, hält vor allem unter jungen Menschen an. Da der Verzicht für viele Flip-Flop-Freunde ohnedies nicht in Frage kommt, haben die Hersteller an „fußfreundlichen“ Flip-Flops gearbeitet. Ein wichtiges Merkmal ist (wie bei allen Sandalenformen) das unterstützende Fußbett. Eine kleine Studie an der Podiatrischen Klinik der Universität Newcastle (GB) und am Wyong Hospital (Australien) zeigte sogar auf, dass Flip-Flops mit einem Fußbett Schmerzen im Fuß verringern können. Ein weiteres wichtiges Merkmal fußfreundlicher Flip-Flops ist ein Steg zwischen den Zehen, der sich nicht von der Sohle trennen kann, sowie ein Riemen, der eng oder etwas breiter am Fußrücken anliegt. Dazu sollte sich die Sohle in der Mitte nicht stark durchbiegen lassen. Modelle aus Leder können ein angenehmeres Fußklima erzeugen.

Wer mit seinen Flip-Flops die Füße bestmöglich unterstützen will, der kann sich die berühmten Sommer-Schlapferl sogar maßanfertigen lassen (etwa Orthopädie & Schuhtechnik Sodek, St. Pölten, NÖ).

Das „Revier“ für die fußunterstützenden Flip-Flops bleibt aber trotz allem auf die Alltagswege beschränkt. Das Tragen beim Sport, Wandern oder im Auto ist und bleibt tabu.
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