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Ausgabe Nr. 28/2021 vom 13.07.2021, Foto: Nationalpark Gesäuse / Stefan Leitner
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Die Nothklamm führt zur einzigen Steinkugelmühle der Steiermark.
Klammheimliche Schönheit
Ein herrlich kühles Vergnügen im Sommer ist ein Ausflug in die Klamm. Die Nothklamm in Gams in der Steiermark ist ein schönes Exemplar. Sie ist in einen fünf Kilometer langen geologischen Pfad eingebunden, der auch zur einzigen Steinkugelmühle der Steiermark führt. Unterwegs können die Ausflügler zudem die Kraushöhle besichtigen. Sehenswerte Klammen sind auch die Raggaschlucht in Flattach (K) und die Kitzlochklamm bei Taxenbach (S).
Eine wildromantische Schlucht ist die Nothklamm in Gams bei Hieflau in der Steiermark. Der Gamsbach zwängt sich durch die enge Klamm, die von Kalkgestein geprägt ist.
Besucher können dieses Naturschauspiel auf einem Rundwanderweg genießen. Er beginnt beim geologischen Museum „GeoRama“, das im Gemeindeamt in Gams untergebracht ist. Auf dem fünf Kilometer langen Wanderweg gibt es Geologie zum Anfassen.
Der Ort Gams gehört zum Geopark „Steirische Eisenwurzen“. Ein Geopark ist ein ausgewiesenes Gebiet, in dem Erdgeschichte erlebbar gemacht wird. Während der Wanderung geben 48 Stationen Einblick in 250 Millionen Jahre Erdgeschichte.
Die Hauptattraktion ist aber die Nothklamm, die Teil des Rundwanderweges ist. Eine 700 Meter lange Holzsteganlage führt durch die Schlucht.
Die Besucher wandeln über Brücken und erklimmen Stufen. Unter ihren Füßen rauscht der Gamsbach durch die engen Felswände. Das rauschende Gewässer kühlt die Luft. Eine Wohltat an heißen Tagen.
Am Ausgang der Nothklamm befindet sich die einzige Steinkugelmühle der Steiermark. Hier arbeitet Amandus Thaler. „Die Mühle wird mit Wasserkraft betrieben und formt Steine zu Kugeln“, erzählt der Steirer, der bereits in Pension ist und die Mühle als Hobby betreibt. „Die Kugeln werden aus Kalkstein hergestellt. Ich muss den Stein dafür zuerst in Form bringen. Danach kommen sie in die Mühle, wo sie zu Kugeln geschliffen werden. Das dauert zwischen einem Tag und einer Woche“, erzählt Thaler.
Durch den Rundschliff wird die innere Struktur des Gesteines in seinen unterschiedlichen Ausprägungen sichtbar. Die Kugeln dienten früher als Ballast für Schiffe.
In der Mühle entstanden auch Murmeln, die zur Spielzeug-Manufaktur nach Nürnberg in Deutschland geliefert wurden. Im 19. Jahrhundert wurden auch Kanonenkugeln produziert. „Das Ende der Mühle wurde eingeläutet, als der Kaiser eine Abgabe für den Betrieb verlangte“, erzählt der Steirer.
Besucher können die glatt polierten Kugeln erwerben. Sie haben einen Durchmesser von acht Zentimetern und kosten 35 Euro pro Stück.
Von der Steinkugelmühle schlängelt sich der Pfad weiter durch drei Tunnel bis zur Kraushöhle. Sie ist die größte Gipskristallhöhle im deutschsprachigen Raum. Die Kraushöhle ist die einzige Schauhöhle Europas, in der Schwefelwasserstoff den Kalk zu Gips umgewandelt hat. Interessierte können an einer Führung teilnehmen. Information: Eintritt in die Klamm für Erwachsene 6 Euro, Kinder (6–15 J.) 3 Euro, Tel.: 03633/220150, www.geodorf.com

Enge Felsen zeichnen die Raggaschlucht (K) aus
Die Raggaschlucht in Flattach (K) ist nass, wild und eng. Der Raggabach hat diese beeindruckende Schlucht geformt. Eine 800 Meter lange Holzsteganlage führt über das Wasser dahin. Es geht vorbei an engen, teils überhängenden Felswänden.
Die Besucher folgen einem geologischen Themenpfad bergauf, der während der Wanderung Wissenswertes über die Schlucht preisgibt. Ein Waldweg führt wieder zurück ins Tal. Für die Wanderung ist eine Gehzeit von 1,5 Stunden einzuplanen. Festes Schuhwerk ist erforderlich.
Information: Eintritt für Erwachsene 7 Euro, für Kinder (6–18 J.) 4 Euro, Tel.: 04785/615, www.flattach.at

Erfrischende Kühle in der Kitzlochklamm (S)
Die Rauriser Ache schießt mit einer unbändigen Wucht durch die Kitzlochklamm bei Taxenbach (S). Stege und Tunnel erschließen die Klamm für Wanderer. Für Nervenkitzel sorgt eine Brücke, die sich hoch über die Klamm spannt.
Beim Rundgang durch die Klamm kommen die Besucher auch an einer Einsiedelei vorbei. Neu ist eine Aussichtsplattform mitten in der Kitzlochklamm, die einen Blick in die Tiefe der Schlucht preisgibt. Für die Besichtigung sind 1,5 Stunden einzuplanen.
Information: Eintritt für Erwachsene 8 Euro, für Kinder (6–15 J.) 5,50 Euro, Tel.: 06543/5219, www.taxenbach.at
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