Jetzt anmelden
Ausgabe Nr. 27/2021 vom 06.07.2021, Foto: Elya.Q - stock.adobe.com
Artikel-Bild
Hitzschlag, Sonnenstich und Hitzekollaps
erkennen und Erste Hilfe leisten.
Die (tödliche) Gefahr unter der Sonne
In der Steiermark ist der erste „Hitzetote“ in diesem Jahr in unserem Land zu beklagen. Ein 46jähriger Bauarbeiter kollabierte an seinem Arbeitsplatz und verstarb. Die immer früher einsetzenden und länger anhaltenden Hitzewellen sind für viele eine ernste Gefahr. Rechtzeitig und richtig zu helfen, kann Leben retten.
Es war heiß, der diesjährige Juni reiht sich in den Hitze-Rekordlisten weit vorne ein. „Sowohl im Tiefland als auch auf den Bergen war es der drittwärmste Juni seit dem Messbeginn im Jahr 1767“, bestätigt Alexander Orlik von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). Höchstwerte von 35, 36, 37 Grad Celsius brachten vor allem die Menschen im Osten unseres Landes in Bedrängnis, dabei hat der Sommer erst begonnen.
„Eine derart anhaltend starke Hitze kann zu massiven gesundheitlichen Problemen führen, vor allem zu Hitze-Erkrankungen wie Sonnenstich, Hitzekollaps und der gefährlichsten Form, dem Hitzschlag. Säuglinge, kleine Kinder, ältere Menschen und chronisch Kranke sind besonders gefährdet, ihren Körper bei den hohen Außentemperaturen zu überhitzen. Aber auch junge und gesunde Menschen geraten in Gefahr, wenn sie sich bei derart hohen Temperaturen im Freien übermäßig körperlich betätigen, sei es durch Arbeit oder Sport“, warnt der Chefarzt des Roten Kreuzes, Dr. Wolfgang Schreiber.
Mit zu viel Wärme im Körper und direkter Sonneneinstrahlung auf dem Kopf ist also nicht zu spaßen. Wer die Symptome einer Hitze-Erkrankung richtig erkennt, kann helfen und mitunter Leben retten.

Sonnenstich – schmerzhaft gereizte Hirnhäute
Intensive Sonneneinstrahlung auf den unbedeckten Kopf oder Nacken kann zu einem „Wärmestau“ speziell im Kopf führen. Die langwelligen Wärmestrahlen (Infrarotstrahlen) im Sonnenlicht reizen die Hirnhäute, die sich bei einem schweren Verlauf entzünden können.
Tückische Symptome: Die Symptome eines Sonnenstiches treten meist erst Stunden später auf, nicht selten, wenn der Betroffene längst aus der Sonne heraus ist. Äußern sie sich, kann es zu Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Fieber kommen. Außerdem kann der Betroffene einen roten Kopf haben. Bei einem schweren Sonnenstich kann es zu Bewusstseinsstörungen oder Krampfanfällen kommen. In diesem Fall sofort den Notruf kontaktieren.
Erste Hilfe: Bei leichten Fällen den Patienten an einem kühlen, schattigen Platz auf den Rücken legen, Brustkorb und Kopf etwas erhöht lagern. Die Beine nicht hoch lagern, damit nicht noch mehr warmes Blut in den Kopf fließt. Kalte Umschläge oder in ein Tuch gewickelte Eis- oder Kühlakkus auf Kopf und Nacken helfen, den Betroffenen abzukühlen. Verschlechtert sich der Zustand oder wird er nicht besser, einen Arzt aufsuchen.

Hitzekollaps – Verlust von Flüssigkeit und Salzen
Zwar nicht akut lebensbedrohlich, aber äußerst unangenehm ist der Hitzekollaps. Er ist eine Überwärmung des Körpers, die durchs Schwitzen alleine nicht ausreichend kompensiert wird. Über den Schweiß verliert der Körper viel Wasser und viele Salze.
Die Symptome: Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit, beschleunigter Puls und niedriger Blutdruck. Betroffene schwitzen in der Regel stark. Eine zu geringe Durchblutung des Gehirnes führt letztendlich zu einem Kollaps, sodass der Betroffene kurzfristig das Bewusstsein verliert. Liegend gelangt wieder mehr Blut ins Gehirn, weshalb der Patient kurz darauf wieder bei Bewusstsein ist.
Erste Hilfe: Den Patienten in den Schatten, an einen kühlen Ort bringen, Beine etwas höher lagern. Ist ihm nicht kalt, kann eine weitere Kühlung sinnvoll sein. Wichtig ist, Flüssigkeit zu geben, im Idealfall elektrolythaltige Getränke, also Flüssigkeit mit Mineralstoffen, da viele davon schon ausgeschwitzt wurden. Es eignet sich gut, einen Teelöffel Kochsalz in einem Liter Wasser aufzulösen und dann die Mischung dem Betroffenen zu geben. Verschlechtert sich der Zustand oder wird er nicht besser, einen Arzt aufsuchen.

Hitzschlag – Gefahr für Leib und Leben
Sie ist die gefährlichste Hitzekrankheit und wird der Hitzschlag nicht rechtzeitig erkannt, kann das Leben des Betroffenen schnell in Gefahr geraten. Der Mechanismus ist grundsätzlich der gleiche wie beim Hitzekollaps. Es entsteht ein Hitzestau im Körper, die Körpertemperatur kann daraufhin auf mehr als 40 Grad steigen. Der Körper kann sich nicht mehr selbst kühlen. Begünstigt wird ein Hitzschlag durch körperliche Anstrengungen bei hohen Temperaturen wie Sport oder Arbeit. Zu wenig Flüssigkeit, Alkoholkonsum, Kreislauferkrankungen oder bestimmte Medikamente können das Risiko für einen Hitzschlag erhöhen.
Diese Symptome alarmieren: Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, steifer Nacken, hohes Fieber, schnelle Atmung, Durchfall, Muskelkrämpfe und Lähmungen, Schwindel oder Bewusstseinsstörungen. Betroffene haben eine trockene Haut. Sie schwitzen nicht, da sich der Körper nicht mehr selbst kühlen kann.
Erste Hilfe: Patienten in den Schatten und auf den Rücken legen, Notarzt rufen. Bis zum Eintreffen des Notarztes den Betroffenen nicht allein lassen, da er das Bewusstsein verlieren kann. Die Beine etwas hoch lagern, so wird die Durchblutung im Kopf gefördert.
Da der Blutdruck bei einem Hitzschlag oft fällt, wird das Gehirn nicht mehr so gut durchblutet. Hat der Betroffene sein Bewusstsein verloren, ihn in die stabile Seitenlage bringen. Wichtig ist, die Körpertemperatur zu senken. Am besten geht das mit kalten Umschlägen auf Stirn, Nacken, Beine und Arme. Zusätzlich kann Luft zugefächert werden. Wenn sich der Betroffene nicht übergibt, darf er lauwarmes Wasser trinken.
Weitere Inhalte dieser Ausgabe:
Ihre Meinung
Ihre Meinung ist uns wichtig.

Schreiben Sie Ihren Kommentar zu diesem Artikel, den wir dann prüfen und veröffentlichen werden.
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu verfassen.
Dodoheimarie
Hitzeschlag
Eine Schweinerei was der Staat aufführt.
Arbeitgeber KANN bei Hitze frei geben. KANN!!
Dabei wäre das zuständige Ministerium mitsamt dem Kanzler uns geschuldet dass er ein Gesetz erlässt zum Wohle der Menschen die für diesen Molloch die Steuern zahlen! Für Firmen nur noch Sklaven sind!
Aber diese Herrschaften sitzen in Klima gesteuerten Unterkünften.

Was jetzt noch zusätzlich aufgeführt wird grenzt an... ich finde keine Worte über die Missstände die in unserem Land herrschen.

Ende der 1960, Anfang 1970 hatte man im öffentlichen Dienst Hitzeferien. Die, glaube ich bereits ab 28⁰ Grad. Aber sicher ab 30⁰!
Und heute.....

Es kann sich ja jeder eine Meinung bilden wie sehr wir "Familie sind"!
IMPFEN, HITZE...
Lockdown, der Ruin Österreichs. TÜR und Tor für den 4. LOCKDOWN sind geöffnet durch Reisen.
Gesunde werden isoliert, Kranke oft aus dem Spital verwiesen,
Im TV als würde es nur noch Corona geben! Oder Highlife, sitcoms...

Bereits im alten Rom wußte man wie man Plebs bei Laune halten konnte: Brot und Spiele (Panem et circenses oder panem et ludos).
Nichts anderes gehörte und gehört heute anscheinend noch für Ottonormalverbraucher zum Leben. :(

Doris Eberhardt
Moosburg
Werbung