Jetzt anmelden
Ausgabe Nr. 26/2021 vom 29.06.2021, Foto: jbgrafik - stock.adobe.com
Artikel-Bild
Junge Makrelen schwimmen oft mit offenem Mund durchs Meer und filtern mit ihren Kiemen Plankton aus dem Wasser.
Die markanten Streifen auf ihrem Rücken erinnern an die Musterung eines Tigers.
Die getigerten Torpedos der Meere
Wenn hierzulande Fisch auf den Teller kommt, ist es meistens Lachs. Die Makrele ist für viele Menschen in unserem Land hingegen noch immer ein Exot. Aus gesundheitlicher Sicht wird der 30 bis 50 Zentimeter lange Schwarmfisch jedoch völlig zu Unrecht verschmäht.
Ein kreischender Möwenschwarm zeigt uns meist den richtigen Kurs zu einem guten Arbeitsplatz. Und je schöner das Wetter dabei ist, desto besser ist die Aussicht auf prallgefüllte Fischkörbe“, wissen die Kutterkapitäne, die im Sommer von vielen Nordseehäfen zum Makrelenangeln hinausfahren.
Dabei verlassen sich die erfahrenen „Seebären“ natürlich nicht nur auf die Möwen. Mit Funk und Echolot spüren sie die Fischschwärme auf, die sich im Freiwasser oft nahe an der Oberfläche aufhalten.

Die Makrelenbestände sind heute glücklicherweise in einem guten Zustand und werden selektiv mit Schleppnetzen befischt. „Es gibt also kaum Beifang und das Fanggerät zerstört den Meeresboden nicht“, erklärt der deutsche Fischereiexperte Axel Hein.
Biologisch betrachtet ist die Makrele eng mit dem Thunfisch verwandt und wird manchmal auch als die Raubkatze unter den Fischen bezeichnet. „Das liegt zum einen daran, dass sie geschwind wie ein Gepard ist, und zum anderen gemustert wie ein Tiger“, so Hein. Der torpedoförmige Körper und die akzentuiert gegabelte Schwanzflosse verraten zudem ihr Talent zum präzisen Schwimmen.

„Wenn Sie schnell genug sind, um eine zu fangen, werden Sie feststellen, dass ihre Haut auch seidig glatt ist – dies hat sie ihren winzigen Schuppen zu verdanken“, berichtet der Fachmann. Noch eine Besonderheit zeichnet diesen Schwarmfisch aus – er hat keine Schwimmblase. Dadurch kann die Makrele blitzschnell ohne Druckausgleich ab- oder auftauchen und Fressfeinden wie Delfinen, Haien oder Thunfischen geschickt ausweichen. „Andererseits muss sie deswegen fortwährend in Bewegung bleiben, um genug Sauerstoff aufnehmen zu können und nicht zu Boden zu sinken“, weiß Axel Hein.

Die durchschnittliche Makrele wird etwa 30 Zentimeter lang und elf Jahre alt. Sie kann aber ein Höchstalter von bis zu 17 Jahren erreichen und misst dann maximal 50 Zentimeter. Das Fleisch der Makrele ist bräunlich rot gefärbt, würzig und saftig.
„Es steckt zudem voller Omega-3-Fettsäuren, die auf Herz und Gefäße ausgesprochen günstige Wirkung haben“, weiß Ernährungsexperte Dr. Nicolai Worm.
In langfristigen Studien fanden Wissenschaftler heraus, dass schon 30 bis 100 Gramm Makrele pro Tag das Risiko eines Herzinfarktes um die Hälfte senken.

Kein Wunder, dass die Makrele bereits in alter Zeit hoch geschätzt war. So wurden zur Römerzeit ihre Eingeweide luftgetrocknet und als natürlicher „Geschmacksverstärker“ benutzt. Aber auch als besonders förderlich für die Manneskraft wurde das Fleisch der Makrele angepriesen. „Ich bevorzuge stets frische Lebensmittel und esse daher häufig die ‚Steckerlfisch‘-Makrele – aufgespießt und am Stab gegrillt“, verrät der Ernährungsprofi.

Fett aber gesund
Die Makrele zählt zu den fettreichen Seefischen und ist – wie der Lachs – aufgrund ihres relativ hohen Gehalts an Omega-3-Fettsäuren (0,3 bis 1,6 Gramm pro 100 Gramm Fisch) ein wichtiger Lieferant von essentiellen Fettsäuren.
Abhängig von der Jahreszeit kann der Fettgehalt allerdings zwischen drei Prozent im Frühjahr und 35 Prozent im Winter schwanken.
Makrelen werden zu den Atlantikfischen gezählt, bevorzugen aber warme Gewässer. So sind sie vom Nordkap entlang der europäischen Atlantikküste bis ins Mittelmeer anzutreffen.
Die Familie der Makrelen umfasst etwa 50 Arten, die allesamt begehrte Speisefische sind.
Weitere Inhalte dieser Ausgabe:
Ihre Meinung
Ihre Meinung ist uns wichtig.

Schreiben Sie Ihren Kommentar zu diesem Artikel, den wir dann prüfen und veröffentlichen werden.
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu verfassen.
Werbung