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Ausgabe Nr. 23/2021 vom 08.06.2021, Fotos: Universal Music, zVg
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Die deutsche Frauen-Gruppe „No Angels“ will es noch ein Mal „ein bisschen“ probieren.
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Die „No Angels“ sind wieder vereint und haben mit „20“ ein neues Album. Von links: Sandy Mölling, Lucy Diakovska, Nadja Benaissa und Jessica Wahls.
Einmal schauen, was noch geht
Nein, voll mitmischen wollen sie nicht, aber ganz die Finger von der Musik-Szene lassen können die vier Damen von „No Angels“ auch nicht. Deshalb haben Nadja Benaissa, 39, Lucy Diakovska, 45, Sandy Mölling, 40, und Jessica Wahls, 44, mit „20“ ein Album veröffentlicht, das zeigt – wir sind noch da. Der WOCHE-Reporter Steffen Rüth hat mit Benaissa und Mölling über das „Ein-bisschen-Comeback“ gesprochen.
Wie ist es, wieder vereint zu sein?
Nadja Benaissa: Mir ist im ersten Moment die Luft weggeblieben, als ich meine Freundinnen wiedergesehen habe. Dann umarmten wir uns, und nach ein paar Minuten war es so, als wäre keine Zeit vergangen.
Sandy Mölling: Dabei haben wir uns zu viert tatsächlich seit zehn Jahren nicht gesehen.
Wie lässt sich das Lebensgefühl namens „No Angels“ in Worte fassen?
Benaissa: Wir sind wie eine Familie. Wir vertrauen uns bedingungslos, können miteinander so sein, wie wir sind. Wir müssen nichts verstecken, nichts beschönigen. Wir haben zusammen einfach viel Spaß und fühlen uns wohl.
War das immer so?
Mölling: Grundsätzlich schon. Am Anfang mussten wir uns allerdings erst daran gewöhnen, rund um die Uhr zusammenzusein. In den ersten Monaten haben wir ja sogar zusammengewohnt. Mit ein bisschen mehr Lebenserfahrung fällt es uns noch leichter, uns aufeinander einzustellen.
Benaissa: Zum Beispiel gibt es bei drei Müttern in der Band ein ganz anderes Verständnis für die besonderen Herausforderungen des Mutterseins als zu Beginn, als nur ich ein Kind hatte.
Wie alt ist Ihre Tochter heute?
Benaissa: Sie ist 21 Jahre alt und damit jetzt schon älter als ich zu der Zeit, als es mit den „No Angels“ losging. Meine Tochter liebt Musik, aber sie denkt nicht daran, das professionell zu machen. Sie mag ihre Ruhe und Privatsphäre.
Sie haben betont, Ihre Rückkehr sei kein Comeback, sondern nur ein Jubiläum. Wo ist der Unterschied?
Mölling: Alles läuft stressfreier und nicht so getaktet. Das Ziel ist nicht, es allen noch einmal zu zeigen, sondern es entspannt anzugehen und zu schauen, was passiert.
Frau Mölling, warum leben Sie seit sechs Jahren in Los Angeles (USA)?
Mölling: Wegen der Liebe. Mein Mann lebt dort. Inzwischen habe ich mich eingelebt, aber das hat eine Weile gedauert. Los Angeles ist wirklich so, wie die Menschen sagen: Es ist schön, aber auch oberflächlich.
Ihre ehemalige Kollegin Vanessa Petruo ist im Jahr 2003 ausgestiegen und heute nicht mehr dabei. Sie arbeitet als promovierte Psychologin an der Universität von Süd-Kalifornien in Los Angeles. Laufen Sie sich über den Weg?
Mölling: Leider nicht. Die Stadt ist unheimlich groß, und ich weiß auch nicht, wo sie wohnt. Aber ich würde mich freuen, wenn wir den Kontakt wieder auffrischen.
Als es mit den „No Angels“ losging, gab es den Begriff „Diversity“ („Vielfalt“) in der Form wie heute noch nicht. Sie haben das Prinzip aber trotzdem verkörpert – war Ihnen das damals schon bewusst?
Benaissa: Wir wurden ja gecastet und konnten nicht selbst entscheiden, wer in die Band kommt und wer nicht. Wir denken aber schon, dass unser Produzent genau dieses Ziel vor Augen hatte. Ich bin stolz, in so einer Band zu sein. Wir bekommen viele Briefe, die zeigen, wie wichtig es ist, unterschiedliche Identifikationsfiguren zu haben.
Mölling: Aussehen, Haarfarbe, Hautfarbe, Sexualität – das ist das eine. Aber wir haben auch ganz verschiedene Temperamente und Charaktere. Ich freue mich, dass das Thema präsent ist, und die jungen Menschen sich dafür stark machen. Ach, jetzt höre ich mich an wie eine Oma (lacht).
Die „Spice Girls“ standen einst für „Girlpower“. Wofür stehen heute die „No Angels“?
Beide: Für Frauenpower (lachen).
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