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Ausgabe Nr. 23/2021 vom 08.06.2021, Foto: Flora Press/GWI
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Die großblütige „Charles de Meurville“.
Die Königin auf dem Wasser
Die Seerose gilt als Königin der Wasserpflanzen. Kein Wunder, besitzt sie doch die größten Blüten unserer heimischen Flora. Aber auch an Schönheit ist diese robuste und pflegeleichte Teichpflanze nur schwer zu überbieten. Den Höhepunkt ihrer Blühfreudigkeit erreicht sie an heißen Sommertagen, an denen sie auch am intensivsten duftet.
Mehr als 20 Millionen Euro hat ein Liebhaber im Jahr 1998 für ein paar Seerosen bezahlt. Natürlich handelte es sich dabei nicht um Wasserpflanzen, sondern um das Gemälde „Der Seerosenteich“ des französischen Malers Claude Monet (1840–1926).
Doch nicht nur betuchte Kunstsammler, auch viele Gartenbesitzer träumen von einem Teich voller Seerosen. Dabei ist ein Gartenteich gar nicht notwendig. Denn die robusten, krautigen Rosen – von denen es weltweit etwa 50 Arten gibt – lassen sich auch leicht in kleinen Kübeln auf der Terrasse oder dem Balkon anpflanzen.

„Beliebt sind aufgeschnittene Weinfässer, Zinkwannen und Steintröge. Auch Mörtel- oder Maurerkübel eignen sich gut als preiswertes Gefäß für Seerosen“, empfiehlt der Wassergartenexperte Dieter Appenzeller.
Mit weit mehr als 100 Arten, die im Handel um durchschnittlich 25 Euro pro blühender Pflanze angeboten werden, ist die Auswahl allerdings nicht immer leicht.
„Bei der Sortenwahl sollten in erster Linie die Pflanztiefe und die Wuchsgröße nach den vorhandenen Möglichkeiten ausgerichtet werden“, rät der Experte. So gibt es Seerosen für niedrigen (20 bis 40 cm), mittleren (50 bis 80 cm) und tiefen (90 bis 120 cm) Wasserstand.

In großen, tiefen Behältern oder Teichen werden üblicherweise starkwüchsige Seerosen eingesetzt. Wie zum Beispiel die von Mai bis September blühende „Charles de Meurville“, da sie sich mit ihren bis zu 20 Zentimeter großen Blüten gerne auf bis zu zwei Quadratmetern ausdehnt. Die Seerose „Marliacea Rosea“ fühlt sich wiederum am wohlsten in einem Gefäß, das 50 bis 80 Zentimeter tief ist.
„Sie zeigt von Juni bis September rund 15 Zentimeter große, rosafarbene Blüten“, schwärmt der Fachmann. Für eher kleine Kübel und eine Pflanztiefe von 20 Zentimetern ist die Sorte „Helvola“ geeignet.

„Ihre Schwimmblätter sind nur sechs bis acht Zentimeter groß, und ihre hellgelbe Blüte misst gerade einmal vier Zentimeter“, berichtet Appenzeller.
Ein wahrer Alleskönner ist hingegen die Sorte „James Brydon“. Sie liebt wie alle Seerosen die Sonne, verträgt aber auch Halbschatten. „Fünf bis 50 Zentimeter Pflanztiefe sind für die kirschrote, winterharte Sorte ideal“, beschreibt der Gartenexperte die markante alte Sorte, die mit einem Blütendurchmesser von 15 bis 20 Zentimetern bezaubert.
In der Regel werden Seerosen allerdings nicht direkt in den Teichgrund, sondern in einen Gitterkorb gesetzt. „Freisitzende Pflanzen würden sich ungewollt verbreiten und wären kaum noch zu bändigen. Es gibt sie deshalb bereits in Seerosenkörben mit passendem Substrat und einem Langzeitdünger zu kaufen“, erklärt Helga Lechner, die eine auf Wasserpflanzen spezialisierte Gärtnerei in Strasshof (NÖ) führt.

Gepflanzt werdem Seerosen am besten von Ende Mai bis August. Danach hat die Pflanze nicht mehr genug Zeit, anzuwachsen und Wurzeln auszubilden.
„Je wärmer das Wetter ist, desto besser entwickeln sich Seerosen“, lautet die Regel. Ansonsten sind diese Wasserpflanzen äußerst pflegeleicht und in der Regel auch frosthart – auch im Miniteich auf der Terrasse oder auf dem Balkon. Eine Ausnahme bildet die blaublühende Sorte „Tina“, die aus den Tropen stammt. Ihre außergewöhnliche Farbe und rund 80 Blüten pro Saison entschädigen dafür, dass sie den Winter nicht überlebt. Alle anderen gängigen Sorten überstehen die kalte Jahreszeit unbeschadet, so lange das Gefäß nicht durchfriert. „Pflanzen aus seichtem Wasser überwintern daher am besten frosthart im Keller“, rät die Meistergärtnerin.

Seerosen pflanzen – so gelingt‘s
  1. Den Seerosenkorb mit Stoff auskleiden.
  2. Sand in den Korb füllen (2 bis 3 cm) und fest andrücken.
  3. Mit Teicherde auffüllen und die Seerose einsetzen. Schutzschicht aus kleinen Steinen zur Beschwerung hinzufügen.
  4. Einen Ziegelstein ins Wasser geben, da die Seerose nicht sofort in die maximale Wassertiefe gestellt werden soll.
  5. Nach ein paar Wochen darf die Pflanze dann so tief stehen, dass die neu gebildeten Blätter noch oben schwimmen.
  6. Der Standort sollte so gewählt werden, dass die Seerosen vier bis sechs Sonnenstunden pro Tag abbekommen.
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