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Ausgabe Nr. 23/2021 vom 08.06.2021, Fotos: Parlamentsdirektion/Simonis, FPÖ
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Dominik Nepp hofft auf die Geschlossenheit der FPÖ. Herbert Kickl wird wohl nicht leiser werden.
Die Hoffnungen der FPÖ ruhen auf dem Mann der rauen Töne
Am Montag hat sich das Parteipräsidium der FPÖ darauf geeinigt, Herbert Kickl zum neuen Chef zu küren. Offiziell ins Amt gewählt wird der 52jährige Kärntner am 19. Juni auf einem Parteitag. Begeisterung ruft die Wahl nicht bei jedem Freiheitlichen hervor.
Es hat sich abgezeichnet. Herbert Kickl, 52, übernimmt die Führung der FPÖ. Das wurde am Montag durch die Präsidiumsmitglieder beschlossen. Nach stundenlangen Verhandlungen. Denn es gab auch Widerstand gegen die Wahl Kickls. Doch der Kärntner zeigte sich zuletzt auf Bundesebene als Mann der rauen Töne, der immer wieder gegen die Maßnahmen der Regierung wetterte und Stimmung dagegen machte. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Norbert Hofer. Die WOCHE-Reporterin Martina Bauer sprach nach der Sitzung mit dem Wien-Chef der Freiheitlichen, Dominik Nepp, 39.
Ist Herbert Kickl für Sie die beste Wahl, oder waren Sie ähnlich zögerlich wie der oberösterreichische Landesparteiobmann Manfred Haimbuchner?
Herbert Kickl hat sich gemeldet und zur Verfügung gestellt. Wenn jemand in so einer schwierigen Zeit die Partei übernehmen möchte, ist es wichtig, dass wir geschlossen hinter ihm stehen. Die Geschlossenheit stand für mich im Vordergrund.
Die Umfragewerte der FPÖ liegen wieder bei rund 20 Prozent. Ist das eher ein Verdienst vom schärferen Herbert Kickl oder vom scheidenden und moderateren Norbert Hofer?
Dass wir nach den schwierigen Jahren wieder so gut und erholt dastehen, ist primär ein Verdienst der vielen ehrenamtlichen Mitglieder, die Tag und Nacht für die Partei unterwegs waren und Werbung gemacht haben. Ich bin ein Gegner davon, Gewinne oder Niederlagen auf einen einzelnen zu projizieren. Wir sind ein Team und als solches agieren, gewinnen oder verlieren wir.
Was erwarten oder erhoffen Sie sich von der Zukunft der FPÖ unter Herbert Kickl?
Dass dieser erfolgreiche Weg weitergeführt wird. Vor allem bei den sozialen Fragen. Viele Menschen sind in Kurzarbeit und wir erwarten in der Wirtschaft eine Pleite-Welle. Da ist es wichtig, Antworten zu finden, und dabei wird die Partei erfolgreich sein.
Sind die Freiheitlichen wieder regierungsfähig?
Beides ist möglich. Wir beherrschen beinharte Opposition, aber wir haben auch gezeigt, dass wir bei Regierungsverhandlungen unser Programm umsetzen können. Das wird in Zukunft wieder möglich sein.
Norbert Hofer ist einen moderaten Kurs gefahren, Herbert Kickl ist bekannt dafür, einen schärferen Ton anzuschlagen. Besteht die Gefahr, dass die FPÖ jetzt wieder mehr ins rechte Eck rückt?
Ich sehe keinen inhaltlichen Unterschied zwischen Norbert Hofer und Kickl. Die Grundidee ist immer das freiheitliche Parteiprogramm. Manche haben eine moderatere Ausdrucksweise, manche eine schärfere. Es gibt ja auch ausgezeichnete Landesparteiobleute und Bereichssprecher im Parlamentsklub. Es ist eine Pluralität gegeben. Aber jeder Mensch ist in seiner Formulierung eben anders.
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