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Ausgabe Nr. 22/2021 vom 01.06.2021, Foto: Thomas&Thomas
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„Oscar“-Preisträgerin Julianne Moore, 60.
Glücklich als
„Sommersprossen Feuerkopf“
In „Lisey’s Story“ (dt. „Liseys Geschichte“), verfilmt nach einem Roman von Stephen King, spielt Julianne Moore eine Witwe, die schaurige Ehe-Erinnerungen durchlebt. Im echten Leben hat sie es besser getroffen. Glücklich verheiratet mit einem um zehn Jahre jüngeren Mann. Sie teilen die Hausarbeit „Halbe-halbe“.
Lange rote Haare, hohe Wangenknochen, helle Haut. An diesen äußeren Merkmalen ist Julianne Moore zu erkennen. Und an ihren Sommersprossen. „Die kupferfarbenen Pünktchen breiten sich über mein Gesicht und meinen Körper aus. Als Kind wurde ich deswegen oft gehänselt und ,sommersprossige Erdbeere‘ genannt“, kann die 60jährige längst darüber lachen. Denn die Sommersprossen sind zu ihrem Markenzeichen geworden. „Ich habe sogar für meinen damals achtjährigen Sohn, Caleb ist inzwischen 22, ein Kinderbuch mit dem Titel ‚Sommersprossen-Feuerkopf‘ geschrieben.

Ihre eigene Kindheit war von Umzügen geprägt. „Ich habe schon früh die Welt gesehen. Mein Vater war Militär-Richter und hatte viele Auslandseinsätze“, erzählt Julianne Moore, die am 3. Dezember 1960 als Julie Anne Smith in Fayetteville im US-Bundesstaat North Carolina das Licht der Welt erblickte. Aufgewachsen auf unterschiedlichsten Militär-Stützpunkten, unter anderem in den Vereinigten Staaten, Panama und Deutschland, lebte sie mit ihren Eltern und zwei Geschwistern eine Zeit lang auch in Frankfurt am Main (D), wo sie 1979 ihren Schulabschluss machte. „Ich erinnere mich an drei schöne Jahre in Hessen, vor allem an meine wunderbare Englisch-Lehrerin. Die gab mir immer die besten Bühnenrollen bei den Schulaufführungen. Sie war es schließlich, die meinte, ich solle die Schauspielerei zu meinem Beruf machen“, erzählt die Künstlerin.
Zurück in den Staaten studierte Julianne Moore, wie sie sich seit Mitte der 1980er Jahre nennt, tatsächlich Schauspiel. Nach Auftritten auf Theaterbühnen und kleinen Rollen in Fernseh-Seifenopern schaffte sie den Sprung auf die Leinwand.

"Oscar"-gekröntes Alzheimer-Drama "Still Alice"
Im Horror-Drama „Hannibal“ mit Anthony Hopkins als Serienmörder wurde sie zur FBI-Agentin, in der Romanverfilmung „A Single Man“ mit Colin Firth zur einsamen Alkoholikerin. Ihre erste Chance auf einen „Oscar“ hatte „die Wandelbare“, wie sie genannt wird, im Jahr 1997. Und zwar als Porno-Darstellerin in „Boogie Nights“. Es folgten „Oscar“-Nominierungen für „Das Ende einer Affäre“, „Dem Himmel so fern“ und für die Romanverfilmung „The Hours – Von Ewigkeit zu Ewigkeit“. Im fünften Anlauf klappte es schließlich. „Still Alice – Mein Leben ohne Gestern“ bescherte Moore 2015 die erste „Oscar“-Trophäe. Berührend und zugleich schonungslos verkörperte sie in dem bewegenden Drama eine an Alzheimer leidende Universitäts-Professorin, die sich immer mehr in ihrer Krankheit verliert.

Kurz vor der Corona-Krise drehte Moore „The Glorias“, eine Biografie über die 87jährige amerikanische Frauenrechtlerin Gloria Steinem. Auch Moore selbst hält sich bei Themen, die ihr am Herzen liegen, nicht zurück. So setzt sie sich für strengere Waffengesetze ein und kritisierte in der Riege der prominenten Gegner Ex-US-Präsident Donald Trump.
In der Horror-Serie „Lisey‘s Story“ (8 Folgen ab Freitag, 4. Juni, beim Internet-Dienst „Apple TV+“), verfilmt nach dem gleichnamigen Buch von Stephen King, spielt die attraktive Rothaarige die Frau eines Roman­autors, dargestellt von Clive Owen, 56. Zwei Jahre nach dem Tod ihres Mannes wird Lisey mit schaurigen Erinnerungen an ihre Ehe konfrontiert. „Ich mag den subtilen Horror von Stephen King. Es ist ihm hervorragend gelungen, übernatürlichen Horror mit vermeintlich romantischem Familien- und Eheglück zu verbinden“, zeigt sich Moore vom Bestseller-Autor begeistert.

Ihre eigene Ehe mit dem Regisseur Bart Freundlich, 51, blieb in den fast 20 Jahren ihres Bestehens skandal­frei. „Eine langjährige Beziehung funktioniert nicht ohne Zugeständnisse. Bart und ich möchten gut miteinander auskommen. Solange wir unsere Gefühle offen und ehrlich ausdrücken, kann nichts schiefgehen“, beschreibt sie das „Rezept“ für ihre Ehe. „Obwohl Familie manchmal kompliziert ist, genieße ich es in vollen Zügen, Ehefrau und Mutter zu sein. Für mich gibt es nichts Schöneres, als Kinder zu haben. Caleb, 22, und Liv, 18, bereichern mein Leben ungemein. Das Meiste, was ich weiß, habe ich von meinen Kindern gelernt“, erzählt Moore. „Meine Familie gibt mir Halt und eine feste Struktur. Die brauche ich, weil ich sehr organisiert bin. Ich stehe täglich um sieben Uhr auf, gehe mit den Hunden aus und mache das Frühstück. Die Arbeit im Haushalt wird gerecht aufgeteilt. Mein Mann kocht, ich mache sauber und kümmere mich um die Gartenarbeit. Vor Kurzem habe ich wie eine Verrückte die Steinplatten auf unserer Terrasse geschrubbt“, plaudert die 60jährige aus dem „Hausfrauen-Alltag“.

Als im Vorjahr die Pandemie ausbrach, ist die Familie von ihrem Stadthaus in New York in das Landhaus auf Long Island gezogen. „Die viele Zeit zuhause haben sich mein Mann und ich mit Spazierengehen, Joggen und Lesen vertrieben. Viermal in der Woche übe ich Ashtanga-Yoga, dabei wird jede Körper-Position fünf Atemzüge lang gehalten“, beschreibt die Schauspielerin ihr Fitness-Programm.

So gewissenhaft wie sie ihren Körper trainiert, pflegt sie ihre Haut. „In der Früh wasche ich mein Gesicht mit Wasser, trage Gesichtsöl und danach eine Feuchtigkeits-Pflege auf. Ein ,Anti-Aging‘-Serum verwende ich nur vor dem Schlafengehen“, verrät sie ihre Pflege-Rituale. Was sie tatsächlich fit und frisch hält, sei die Liebe zu ihrem um zehn Jahre jüngeren Mann. „Echte Liebe ist keine Frage des Alters. Sex und Erotik sind mir immer noch wichtig. Die Leidenschaft aufrechtzuerhalten, ist nicht einfach, da ist Fantasie gefragt“, lächelt sie.
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