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Ausgabe Nr. 14/2021 vom 06.04.2021, Fotos: Sony/Charlotte Rutherford, zVg
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Zara Larsson, 23, macht typisch gute, schwedische Popmusik mit einem zentralen Thema.
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Das neue Album der 23jährigen Schwedin
„Poster Girl“ ist bereits im Handel erhältlich. Es umfasst zwölf Lieder.
„Ich liebe die Liebe mit ihrer Dramatik“
Ein ganz gewöhnlicher Tag im Leben der Zara Larsson. Die 23jährige liegt auf dem Sofa ihrer Stockholmer Wohnung und denkt laut darüber nach, was sie zu Mittag essen soll.
„Ich denke, ich möchte etwas vom Vietnamesen“, entscheidet sie sich schließlich. Das Restaurant ihrer Wahl hat zwar geöffnet, weil die Schweden weit weniger rigoros mit ihren Corona-Maßnahmen sind als wir, dennoch will sich die Sängerin ihre Mahlzeit lieber liefern lassen.
„Ich werde manchmal böse angesehen, wenn ich mich allzu frei und fröhlich draußen bewege“, erklärt Larsson. „Wir Schweden nennen das Corona-Scham, und deshalb versucht fast jeder von sich aus, so rücksichtsvoll wie möglich zu sein.“

Was sich die 23jährige jedoch nicht nehmen lässt, ist ihre tägliche Sporteinheit, einmal drinnen im Fitnessstudio, dann wieder draußen. „Für meine Psyche und meine gesamte mentale Verfassung ist es unverzichtbar, dass ich mich viel bewege. Ich habe weniger Ängste, ich schlafe besser und ich kann mich länger konzentrieren, nachdem ich Sport gemacht habe. Ich bin einfach besser drauf, wenn ich fit bin.“ Dem Alkohol habe sie seit einigen Monaten zudem abgeschworen, und Partys gibt es ohnedies schon lange keine mehr. „Ich will mein Gehirn und meinen Körper sauber und gesund halten. Wenn ich so weitermache, bin ich bald ein richtiges Yoga-Mädchen.“

Ein Vorbild für gesundes Leben – ein Aushängeschild. Genau nach dem Titel ihres neuen Albums „Poster Girl“. Ein Aushängeschild will sie auch für gute, kommerzielle Popmusik sein, für die Liebe gelte das ihren Angaben zufolge leider nicht. Obwohl sie seit eineinhalb Jahren mit einem schwedisch-amerikanischen Tänzer liiert ist.
Im Titellied ihres Albums singt sie davon, kein Aushängeschild für eine gelungene Liebesbeziehung zu sein. „Doch die langweilige Wahrheit ist, dass sich meine Gedanken immer um die Liebe drehen, egal, ob ich gerade liiert bin oder Single. Ich liebe die Liebe mit ihren Gefühlen und ihrer Dramatik, aber ich bin wenig perfekt, wenn es um die praktische Umsetzung geht.“

Aufholbedarf bei der Umsetzung hat sie ebenso in beruflicher Hinsicht. Immerhin sind schon vier Jahre seit dem vorigen Album verstrichen, auf dem auch ihr bis heute größter Hit „Lush Life“ zu finden ist. Mit „Poster Girl“, ihrer insgesamt dritten Platte, hat die 23jährige Schwedin eine absolut stimmige und vielseitige Sammlung von Popliedern geschaffen, die zum einen Ohr hineingehen und zum anderen so schnell nicht wieder herauskommen. Denn Zara Larsson macht Pop, der absolut typisch ist für ihr Heimatland. Seit der legendären Gruppe „ABBA“ weiß die Welt, dass sich vielleicht kein Menschenschlag besser auf perfekte harmonische Kompositionen versteht als die Schweden.

„Das Schöne an Popmusik ist ihre Zugänglichkeit. Pop ist für alle da. Jeder Mensch soll meine Lieder mitsingen können, am besten sofort. Ich störe mich nicht daran, wenn manche meine Lieder als schlicht bezeichnen. Sie sind auf gute Art schlicht“, meint die Sängerin, die mit zehn Jahren bei einer Fernseh-Talenteshow mitgemacht hat, mit 15 Jahren ihren ersten Nummer-eins-Hit in der schwedischen Hitparade feierte, immer auf Englisch singen wollte und, seit sie sich erinnern kann, von einer Karriere wie der einer amerikanischen Pop-Diva geträumt hat.

„Love Me Land“ oder das vorab schon erfolgreiche „Ruin My Life“ bleiben absolut hängen, auch wenn Zara Larsson stimmlich und stilistisch einer Gwen Stefani oder einer Dua Lipa sicher nähersteht als ihrem erklärten Idol Beyoncé.
Und dann gibt es noch „Talk About Love“, um noch ein Mal einen Schwenk hin zur Liebe zu machen. Ein typischer Song der Schwedin. „Er handelt von diesem verflixten Zwischenzustand, in dem noch nichts klar, aber alles möglich ist.“
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