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Ausgabe Nr. 12/2021 vom 23.03.2021, Fotos: imago/APress, ddp images
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Heigl mit Ehemann Josh Kelley.
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Katherine Heigl hat Hühner, Ziegen und Hunde.
Unser schönes Landleben
„Die Tiere gehören zur Familie“. Der eigene Garten ist für viele Menschen ein Ort der Erholung. Einige nutzen ihn auch, um Gemüse und Obst anzubauen oder Tiere zu halten. Wir zeigen, welche prominenten Menschen sich selbst versorgen und wo Hühner, Ziegen und Schafe zur Familie gehören. Den Anfang macht Katherine Heigl, die in der Wildnis Gemüse züchtet und sich mit vielen Tieren umgibt.
Vor Katherine Heigls Wohnzimmerfenster liegt eine endlose, nur von einzelnen Kiefern durchsetzte Weite. Manchmal bewegt sich etwas in der Ferne. „Dabei handelt es sich meist um einen Schwarzbären. Die kommen uns aber nicht zu nahe“, verrät die Amerikanerin.
Die 42jährige Schauspielerin wohnt gemeinsam mit ihrem Mann und Musiker Josh Kelley, 41, und ihren drei Kindern auf einem Bauernhof nahe der Stadt Oakley im amerikanischen Bundesstaat Utah.

Nach dem Legen der Erdäpfel schmerzte Heigl jede Bewegung
Ihr Zuhause befindet sich mitten in der Wildnis. „Hier draußen brauchen wir keine Zäune und auch keine Überwachungskameras. Wir führen ein entspanntes Leben“, sagt Heigl.
Am Land baut sie riesige Mengen von Gemüse an, kocht ein und versorgt Hühner, Ziegen, Esel, Pferde, Katzen und Hunde. „Ich wollte für meine Familie eigenes Obst und Gemüse anbauen. Ich freue mich, wenn ich, in der Erde kniend, Samen aussäe und zusehe, wie die Pflanzen immer größer werden. Ursprünglich hatte ich eine romantische Vorstellung, wie Ackerbau mein Leben verändern würde. Die Wahrheit war dann aber eine schweißtreibende“, schmunzelt Heigl.

Das Legen der Erdäpfel geht zum Beispiel richtig ins „Kreuz“. „Ich konnte abends nicht einschlafen, jede Bewegung schmerzte. Die reiche Ernte entschädigte mich aber für all die Mühe. Ich konnte im Sommer für mehrere Wochen täglich frische Zucchini, Karotten, Kräuter und Paradeiser essen. Die Paradeiser-Ernte fiel derart üppig aus, dass ich einige einkochen musste“, sagt die Schauspielerin.

Die Pflanzen werden biologisch gedüngt
Ihre Pflanzen düngt sie biologisch. „Ich besprühe sie mit Brennnessel-Extrakt. Chemie kommt mir nicht ins Haus und schon gar nicht ins Beet“, erklärt die Schauspielerin. Hin und wieder huscht eines ihrer Hühner ins Gemüsebeet. „Die haben nahezu alle Pflanzen zum Fressen gern. Den Salat mögen sie am liebsten. Ich scheuche sie aber behutsam fort, schließlich haben sie einen eigenen großen Auslauf. Die Hennen graben gerne Löcher in die Erde, um sich darin zu wälzen. Das ist ihre Art zu baden“, erklärt Heigl.
Zwischen den Hennen ziehen auch Ziegen hin und her. „Unsere Ziegen sind zutraulich und lassen sich gerne streicheln. Eine ist dabei, die aber ohnmächtig wird, sobald sie erschreckt wird“, verrät die Schauspielerin, die sich inmitten ihrer Tiere wohl fühlt. „Ohne sie wäre ich verloren. Sie gehören zur Familie“, sagt die Schauspielerin.

Die Flucht auf das Land war Heigls Rettung. Die dreifache Mutter wollte weg von der Filmfabrik „Hollywood“, denn für sie ist die Arbeit vor der Kamera zum Albtraum geworden. Dabei hatte alles gut begonnen. Für die Serie „Grey‘s Anatomy“ streifte sie den Arztkittel über und erlangte jene Aufmerksamkeit, die ihr zahlreiche Türen öffnete. Heigl ergatterte daraufhin Hauptrollen in romantischen Komödien und wurde zu einem Fernsehliebling – bis sie in Ungnade fiel. Für ihre Rolle als Ärztin „Izzy Stevens“ in der Serie „Grey‘s Anatomy“ wurde sie im Jahr 2007 mit einem „Emmy“ ausgezeichnet. Im Jahr darauf wurde sie erneut nominiert, schied aber freiwillig aus dem Rennen um den begehrten Fernsehpreis aus. „Ich war mit meiner Leistung unzufrieden. Sie war einer ‚Emmy‘-Nominierung nicht würdig“, erklärt Heigl.

Dann bekrittelte sie auch die Zusammenarbeit mit der Produzentin Shonda Rhimes. „Ich musste 17 Stunden am Tag arbeiten. Das war fürchterlich“, sagt Heigl. Als sie auch noch den Film „Beim ersten Mal“ kritisierte, weil Frauen darin als humorlose Weiber abgestempelt wurden, war der „Ofen aus“ in Hollywood.

Heigls drei Kinder genießen am Land eine unbeschwerte Kindheit
Heigl wurde fortan als schwierig und unprofessionell bezeichnet. „Ich bin regelrecht gemieden worden“, erzählt die Schauspielerin über den Beginn ihrer Karriere-Flaute.
Sie bat ihre Mutter und ihren Mann, einen Ort zu suchen, wohin sie sich zurückziehen konnte. Den fanden sie elf Autostunden von der Filmstadt Los Angeles entfernt. „Ich habe den Trubel der Stadt hinter mir gelassen und kann meine Kinder in Ruhe großziehen. In der Stadt werden sie zu schnell erwachsen. Am Land können sie im Freien herumtoben und einfach nur Kinder sein.“

Ihre beiden Töchter Nancy Leigh, 12, und Adalaide Marie Hope, 8, sind adoptiert. Nachzügler der Familie ist Joshua Bishop, 4, der leibliche Sohn des Paares. „Ich wollte unbedingt ein Kind adoptieren, weil ich selbst mit einer Adoptivschwester aufgewachsen bin. Meg stammt aus Südkorea und wurde drei Jahre vor meiner Geburt adoptiert“, erklärt die Darstellerin.
Je älter ihre Töchter werden, desto mehr Fragen stellen sie über ihre Herkunft. „Ich weiß nichts über die leiblichen Väter meiner Töchter, aber einiges über ihre Mütter. Ich sage ihnen alles, was ich weiß“, sagt die 42jährige.
Eine, die sich wunderbar mit den Kindern versteht, ist Heigls Nichte Madison. Die 18jährige ist die Tochter von Heigls Schwester Meg, 45, einer talentierten Westernreiterin, und trainiert auf dem Gelände ihrer Tante.

Heigl hat auf ihrem Anwesen eine Koppel angelegt und einige Pferde eingestellt. Mittendrin steht eine moderne Reitarena, die so groß ist wie ein Fußballfeld. „Madison ist eine Pferdenärrin und ein Vorbild für meine Kinder. Sie tut, was sie liebt, mit Fleiß und Disziplin“, ist Heigl stolz auf ihre Nichte.
Ganz ohne Arbeit geht es aber selbst bei Heigl nicht. Nach Jahren der Abwesenheit trat sie wieder vor die Kamera. Sie spielt in der Serie „Immer für dich da“ mit, die auf dem Internetkanal „Netflix“ zu sehen ist. „Ich stelle eine Frau namens Tully dar. Sie ist in ihren Vierzigern und muss Probleme meistern, die sie nicht alleine bewältigen kann. Das kann ich gut nachvollziehen.“
Zur Entspannung springt die Familie abends in das beheizte Außenschwimmbad. Ein bisschen nach Hollywood darf sich das Leben auch in Utah anfühlen.
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