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Ausgabe Nr. 08/2021 vom 23.02.2021, Fotos: Jakob Gsoellpointner, BMNT/Paul Gruber
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Matthias Winkler, Elisabeth Köstinger
Sollen Wirtshäuser und Hotels früher aufsperren?
Er rechne mit weiteren Öffnungsschritten frühestens „rund um Ostern“, sagte ÖVP-Bundeskanzler Sebastian Kurz zuletzt. Mit Tests könnte das aber früher der Fall sein. Am 1. März soll es Beratungen darüber geben, wie es angesichts der Infektionszahlen mit dem „Aufsperren“ weitergeht. Seit dem 3. November sind Gasthäuser, Freizeiteinrichtungen, Theater und Kinos geschlossen ebenso wie Hotels für Touristen. Die Betriebe sind seit fast vier Monaten im „Lockdown“.
JA:
Matthias Winkler,
Sacher-Geschäftsführer

„Wir werden mit der Pandemie noch viele Wochen und Monate leben müssen, vielleicht sogar für viele Jahre. Wir können unsere Restaurants, Hotels, Museen, Opern, Theater nicht noch weitere Wochen und Monate zusperren, sondern müssen Lösungen finden, die unsere Gesundheit bestmöglich schützen und gleichzeitig das Leben wieder möglich machen. Ein ,Lockdown‘ alleine schützt nur die Gesundheit, aber riskiert alle anderen Bereiche unseres Daseins. Der Tourismus soll wieder aufsperren, wir wollen und können es, und zwar mit Sicherheit. Meine Kolleginnen und Kollegen im Sacher sind seit Juli durchgehend und flächendeckend getestet, tragen seit Ausbruch von Corona durchgehend Masken, wir halten Hygieneregeln und Mindestabstände streng ein. Nur jeder zweite Tisch wird besetzt, nur jedes zweite Zimmer belegt, wir lüften regelmäßig und könnten in unseren Schanigärten an der frischen Luft servieren. Alle unsere Gäste sind bereit, sich vor Anreise oder Restaurantbesuch testen zu lassen, sie tragen ebenfalls FFP2-Masken und halten große Abstände ein, wir kontrollieren das streng. So sind nicht nur der Friseur- und Geschäftsbesuch sicher,sondern auch Reisen und Speisen sicher.“

NEIN:
Elisabeth Köstinger,
ÖVP-Tourismusministerin

„Mir blutet das Herz, weil zehntausende Betriebe in Gastronomie und Tourismus seit Monaten nicht dürfen, was sie am besten können, ihre Gäste zu bewirten und zu verwöhnen. Wir alle sehnen uns danach, endlich wieder mit Freunden ein Lokal besuchen zu dürfen, in einem Wirtshaus zu Mittag zu essen oder auch an einen Kurzurlaub zu denken. Es ist eine bittere Pille für die gesamte Branche, dass es noch ein bisschen dauern wird, bis wir an weitere Öffnungsschritte denken können. Die Infektionszahlen sind immer noch zu hoch, die Gefahr einer weiteren großen Ansteckungswelle ist durch die neuen Mutationen leider immer noch eine reale Gefahr. Am 1. März werden wir im nächsten Schritt die Entscheidung treffen, ob und wann die Türen unserer Lokale und Tourismusbetriebe wieder aufgehen können. Schon jetzt arbeiten wir gemeinsam mit der Branche Tag und Nacht daran, dass wir am Tag X optimal vorbereitet sind. Ein Faktor wird dabei eine zentrale Rolle spielen: Testen, testen, testen. Das wird die größtmögliche Sicherheit schaffen, solange, bis Impfstoffe für alle verfügbar sind, die sich impfen lassen wollen, und wir unsere Normalität zurückgewinnen können.“
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