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Ausgabe Nr. 07/2021 vom 16.02.2021, Foto: GEPA pictures/ Matic Klansek
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Bodenständige Slalomhoffnung Marco Schwarz, 25.

WM-Höhepunkte der zweiten Woche
Mi., 17.2.: Parallel-Teambewerb, 12.15 Uhr
Do., 18.2.: Damen Riesenslalom
10 Uhr: 1. Dg./13.30 Uhr: 2. Dg.
Fr., 19.2.: Herren Riesenslalom
10 Uhr: 1. Dg./13.30 Uhr: 2. Dg.
Sa., 20.2.: Damen Slalom
10 Uhr: 1. Dg./13.30 Uhr: 2. Dg.
So., 21.2.: Herren Slalom
10 Uhr: 1. Dg./13.30 Uhr: 2. Dg.
Zwischen Lederhose und Stangenwald
Von der „Marco-Lederhose“ bis hin zu seiner eigenen Radentheiner (K) Hausband samt „Fan“-Lied, kaum ein WM-Sportler wird von seinen Anhängern derart auf Händen getragen wie Marco Schwarz, 25. Am letzten WM-Tag will er sein zweites Gold holen.
Am Sonntag, 21.2., werden ab zehn Uhr vormittags im 5.782-Einwohner-Ort Radenthein (K) die Straßen leergefegt sein. „Dann werden alle vor dem Fernseher sitzen und Marco die Daumen drücken, dass er beim WM-Slalom
Gold holt“, weiß die „Fanklub“-Obfrau Beatrix Kerschbaumer. Der wahre Anhänger trägt dabei die „Marco-Schwarz-Lederhose“, das T-Shirt mit seinem Logo, die grüne Jacke, dazu trinkt er sich mit einem Schluck „Marco-Zirbenschnaps“ Mut an und singt das „Marco-Schwarz-Fanlied“. „Der ganze Ort steht hinter ihm, wir sind sicher aktiver als andere Fanklubs“, glaubt Kerschbaumer.

Seine Heimat war immer schon das Wichtigste für den bodenständigen Marco Schwarz, 25, der im Ort alle kennt. „Meine Familie bedeutet mir alles“, sagt er und möchte selbst auch einmal eine haben. „Ich bin meiner Traumfrau allerdings noch nicht begegnet“, schmunzelt er. Auf den Brettln, die seine Welt bedeuten, wird er seit Jahren als Hoffnung auf die Nachfolge von Marcel Hirscher gehandelt. „Allerdings war Marcel schon ein ganz anderes Kaliber“, bremst er die Vergleiche. „Für mich steht bei der WM vor allem der Slalom im Fokus, dort möchte ich eine Medaille gewinnen“, verrät Schwarz, der mit seiner stoischen Ruhe beeindruckt. Gelassen kann er sein, eine Goldene in der Kombination hat er ja schon.

„Ich spüre, wann ich Gas geben und wann ich bremsen muss.“ Dass das schon als Kind so war, daran erinnert sich sein Jugendtrainer Alfred Hopfgartner, der bis heute sein Berater geblieben ist. „Marco hatte schon damals diese unaufgeregte Ruhe“, erinnert er sich. „Ich war selbst schon nervös, da hatte er sich Minuten vor seinem Start noch nicht einmal das Renngewand angezogen“, lacht er.
Nach Schwarz‘ drei Medaillen bei der WM in Aare (Schweden) im Jahr 2019 schrieb der Radentheiner Daniel Botnar vom Volksmusik-Trio „VolksKrocha“ sogar ein eigenes „Fan“-Lied für den Athleten, das mit den Zeilen „Marco Schwarz, auf den Schiern unser Ass“ beginnt.

Mikaela Shiffrin pflegt täglich 30 Minuten ihr Gesicht – „So schminke ich mich vorm Rennen“
Nach den Rennen rückt bei den Athletinnen das gute Aussehen ins Blickfeld. Die amerikanische Läuferin Mikaela Shiffrin, 25, gibt Schmink-Tipps.
Früher hatte Mikaela Shiffrin, 25, wenig für Gesichtspflege und Schminke übrig. „Lange Zeit dachte ich, dass dafür im Profisport kein Platz wäre“, gibt sie zu. Heute sieht die Amerikanerin und fünffache Slalom-Goldgewinnerin bei Olympia und WM das anders. „Ich denke, es gehört zu meinem Beruf dazu, gut auszusehen, attraktiv zu sein und die Menschen zu unterhalten. Schließlich stehen überall Kameras“, meint Shiffrin, die in Italien Gold in der Kombination holte. Wie also schafft es Shiffrin, die bei Riesentorlauf und Slalom zu den Favoritinnen gehört, auch nach einer schweißtreibenden Fahrt noch gut auszusehen? „Ich verbringe jeden Tag in der Früh rund 30 Minuten im Badezimmer“, erklärt sie. „Mein größtes Problem ist, tagsüber einen gleichmäßigen Hautton zu erhalten, nach einem Tag auf dem Berg kann die Haut leicht fleckig und rot werden. Deshalb trage ich eine sogenannte CC-Creme auf, die nicht nur Feuchtigkeit spendet, sondern auch deckend wirkt.“ Für die Augen verwendet sie Kosmetika. „Ich trage ein bisschen Eyeliner und Lidschatten auf.“ Wie alle Athleten kämpft auch sie vor allem mit der Kälte. „Wind und starke Kälte schädigen leider nach langem Schifahren meine Haut. Daher versuche ich, sie feucht zu halten und trage dafür vor dem Schlafengehen eine sogenannte ,Fortifying Creme‘ auf, die stärkt und schützt.“

Die slowakische Einzelkämpferin Petra Vlhová – „Meine Familie ist mein Team“
Petra Vlhová, 25, braucht nicht erst heimzufahren, um ihre Familie zu sehen, die Slowakin ist die weltweit einzige Schifahrerin, die Eltern, Bruder und Schwägerin kurzerhand zu ihren Betreuern ernannte. Mit ungewöhnlichen Mitteln greift sie bei der WM nach Gold.
Während sich alle anderen Athleten im Training mit Landsleuten messen können, steht Petra Vlhová, 25, alleine da. Die Riesentorlauf-Weltmeisterin von 2019 ist als einzige slowakische Dame im Weltcup eine Einzelkämpferin, während es bei den Herren mit den Brüdern Adam und Andreas Zampa wenigstens zwei gibt.
„Ich finde es traurig, dass unser Land nicht mehr Athleten hat“, bedauert sie. Dass allerdings die einzige Slowakin gleich als Allerbeste im Gesamtweltcup ganz oben steht und nach vier Saisonsiegen als Top-Favoritin in den WM-Slalom geht, liegt daran, dass sie den Nachteil kurzerhand zum Vorteil machte. „Ohne Kollegen und starken Verband muss ich keine Rücksicht nehmen, also holte ich meine Familie ins Team“, berichtet sie. Vater Igor ist Trainer und Organisator, Mama Zuzana Finanzreferentin, Bruder Boris Manager sowie Pressesprecher und dessen Frau Simona Werbe-Managerin des nach Vlhovás Heimatstadt benannten „Schiteams Vlha Liptovsky Mikulas“.

Mama und Schwägerin stießen relativ spät dazu. „Da ich unter Männern aufwuchs, wollte ich anfangs nicht mit Frauen arbeiten“, gibt die Rennläuferin zu, die als launisch und nicht leicht zu führen gilt. „Als sie mich ins Betreuerteam holen wollte, sagte ich aber sofort ja“, erinnert sich Bruder Boris. Seit seine Schwester auch den italienischen Trainer Livio Magoni engagierte, lässt sie keine Möglichkeit aus, ihre Fähigkeiten zu verbessern. „Wenn ich laufen gehe, binde ich mir einen Fallschirm auf den Rücken, um mehr Widerstand zu erzeugen“, erzählt sie. „Außerdem spiele ich Schlagzeug, um mein Rhythmusgefühl zu verbessern, fahre Motocross und übe die israelische Kampfsportart Krav Maga aus, die meine Achtsamkeit schult.“ Ihr Tunnelblick ist allerdings auf den Sport gerichtet. „Ich würde nie wie Anna Veith für einen sexy Kalender posieren“, versichert sie. Nur ums Gewinnen geht es, wie beim Betreuer Magoni, der einst mit dem Ausspionieren des Trainings von Mikaela Shiffrin für böses Blut sorgte. „Mikaela und ich haben uns ausgesprochen“, beschwichtigt Vlhová. „Das heißt aber nicht, dass es im Weltcup keine Spionage gibt. Im Gegenteil, es werden sogar Schi gestohlen, um deren Präparierung zu analysieren. Wenn ich wollte, könnte ich es auch tun.“

Schweizer Schönheit Lara Gut – Die Siege richtig genießen
Die Schweizerin Lara Gut-Behrami, 29, gehört bereits nach einer Woche zu den großen Gewinnerinnen dieser WM.
Ich war ganz oben, habe mich dann verletzt und war ganz unten“, sagt Lara Gut-Behrami. Nun ist die 29jährige fesche Schweizerin wieder ganz oben.
Nach ihrem Sieg im WM-Super G holte sich Gut-Behrami am Samstag noch Platz drei in der Abfahrt. Gewonnen hat ihre Landsfrau Corinne Suter, die im Super G noch hinter ihr auf Platz zwei gelandet war. Beide verbindet eine gesunde sportliche Rivalität. „Schließlich fährt jede für sich“, meint Suter. Dass Lara Gut-Behrami in der Schweizer Mannschaft eine Solistin ist, die durchaus einmal ihre Ellbogen ausfahren kann, stört bislang in Cortina d‘Ampezzo nicht.
Verheiratet zu sein und mit dem Fußballer Valon Behrami einen zuverlässigen Mann an ihrer Seite zu haben, würde sie selbstsicherer machen, erklärt die Schweizerin. „Und ich kann meine Siege endlich genießen.“
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