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Ausgabe Nr. 06/2021 vom 09.02.2021, Foto: Jonas Mohr / ROBA Images
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„Ich fühle mich fit und gesund und mache nur noch, was ich liebe.“
„Jede Scheidung machte mich klüger“
Blutjung betörte sie als verführerische Wahrsagerin „James Bond“ Roger Moore. Als leidenschaftliche Serien-Heldin „Dr. Quinn“ wurde sie zum Fernseh-Liebling. Jane Seymour, mit zeitloser Schönheit gesegnet, genießt es, die Zügel ihres Lebens selbst in der Hand zu haben.
Ich passe in dieser schrecklichen Pandemie so gut auf mich auf, wie ich nur kann“, sagt Jane Seymour.In Zeiten wie diesen gelte für sie nur ein Satz, „Mach immer weiter.“ „Das pflegte meine Mutter, die mit 92 starb, stets zu sagen. Sie hat den Zweiten Weltkrieg überlebt und war in den Jahren vor ihrem Tod fast blind und taub. Dennoch hatte sie bis zu ihrem letzten Atemzug Freude am Leben“, erinnert sich die Schauspielerin an ihr Vorbild.

Als Joyce Penelope Wilhelmina Frankenberg am 15. Februar 1951 geboren, wuchs Jane Seymour, wie sie sich später nach einer des sechs Frauen des Königs Heinrich VIII. nannte, in der englischen Grafschaft Middlesex auf. Ihre Mutter war Niederländerin, ihr Vater Brite und Gynäkologe. Ärztin zu werden, hätte sie sich als Kind gut vorstellen können. „Aber ich war so schlecht in Mathematik. Auch aus meinem Traum, Balletttänzerin zu werden, wurde nichts“, erinnert sich Seymour, deren Markenzeichen ihre verschiedenfarbigen Augen, das rechte ist braun, das linke grün, sind.

Mit ihrer Kindheit verbindet sie Erinnerungen an Familienurlaube in unserem Land. „Wir waren gerne am Grundlsee im steirischen Salzkammergut. Es müsste noch Fotos geben, auf denen meine Schwestern und ich Dirndl tragen“, erzählt sie.
Mit Anfang 20 wandte sich die Sprachtalentierte, die neben Englisch und Niederländisch fließend Französisch, Italienisch, Spanisch und sogar ein bisschen Ungarisch beherrscht, der Schauspielerei zu. Im Jahr 1973 verdrehte sie als verführerische Wahrsagerin „Solitaire“ in „James Bond 007 – Leben und sterben lassen“ dem 2017 verstorbenen Roger Moore den Kopf. „Ich habe ihn das erste Mal gesehen, als wir ein Foto für den Film machten. Da musste ich nackt auf ihm sitzen, nur meine langen Haare haben alles verdeckt, was nicht sichtbar sein durfte“, erinnert sie
sich an ihre erste Rolle. Augenzwinkernd und leicht wehmütig, weil sie damals eine glattere Haut hatte, gelenkiger war und schneller laufen konnte als heute. Dafür besitze sie nun die Freiheit, die Zügel in ihrem Leben selbst in der Hand zu haben.

Die Schauspielerin, die in Malibu im US-Bundesstaat Kalifornien lebt, war vier Mal verheiratet und hat vier Kinder, die sie inzwischen zur sechsfachen Großmutter machten.
Dass ihre Ehen in die Brüche gingen, sei zwar „schmerzhaft“ und „deprimierend“ gewesen. „Aber sie hatten auch etwas Gutes. Ich bin zu einem besseren Menschen geworden, denn jede Scheidung machte mich klüger. Und je schneller du eine Trennung akzeptierst, umso besser ist es für dich“, kann sie der Opferrolle nichts abgewinnen. Noch einmal zu heiraten, beispielsweise ihren aktuellen Lebensgefährten David Green, 78, könne sie sich nicht vorstellen. „Warum auch, jetzt, wo ich endlich weiß, dass nicht zu heiraten die einfachste Lösung ist, eine Scheidung zu vermeiden“, sagt Seymour, deren erster Ehemann sie mit neun Millionen Dollar Schulden sitzen ließ. „Ich war damals völlig mittellos und konnte mir kaum noch ein Dach über dem Kopf leisten, als ich eine unglaubliche Chance bekam“, erinnert sie sich an die Rolle, die ihr das Leben gerettet hat.„Durch die Fernsehserie ,Dr. Quinn – Ärztin aus Leidenschaft‘ habe ich es geschafft, wieder auf die Beine zu kommen“, erzählt die „Emmy“-Gewinnerin, die noch immer stolz auf den Erfolg der Serie ist. „Die von mir verkörperte ,Dr. Mike Quinn‘ inspiriert nach wie vor vor allem die Frauen. Sie lieben es, zu sehen, wie eine engagierte Frau Doktor darum kämpfte, als Medizinerin im 19. Jahrhundert ernst genommen und respektiert zu werden“, ist die bald 70jährige überzeugt. Natürlich habe auch der hinreißend charmante Frauenschwarm Joe Lando in der Rolle des „Sully“ zum Erfolg beigetragen.

Nicht nur vor der Kamera, sondern auch im wahren Leben waren die beiden ein Liebespaar. Zumindest für eine kurze Zeit. Ein paar Jahr später, 1993, trat Jane Seymour ein viertes Mal vor den Traualtar. Mit James Keach, dem Regisseur von „Dr. Quinn“ und Vater ihrer Zwillingssöhne Kristopher und John, war sie bis 2013 verheiratet.
Beruflich ist es um Jane Seymour, die 1976 „Prinzessin Farah“ in „Sindbad und das Auge des Tigers“ spielte, in den vergangenen Jahren etwas ruhiger geworden. 2018 war sie in der Komödie „Ein Rezept für die Liebe“ zu sehen. Dafür hat sie nun mehr Zeit für eines ihrer „Herzens-Projekte“. Die Mimin engagiert sich für ein medizinisches Thema, bei dem es noch viel zu forschen gibt, und zwar über den Zusammenhang zwischen Herzrhythmusstörung, Vorhofflimmern und Schlaganfällen.
„Ich erlebte in meinem engsten Umfeld mehrmals mit, was ein Schlaganfall für die Betroffenen und deren Angehörigen bedeuten kann. Von einem Tag auf den anderen im eigenen Körper gefangen zu sein, ist für mich das Schlimmste, das es gibt“, sagt Seymour.
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